ver.di Nord: Nach erfolgloser Verhandlung nun Warnstreiks im ÖPNV in Schleswig-Holstein

Foto: hfr
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(LOZ). Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) mitteilt, sind die Verhandlungen mit dem Omnibusverband Nord (OVN) heute ohne das geforderte ordentliche Angebot beendet worden.

Der OVN legte in der heutigen Verhandlung ein völlig unzureichendes Angebot vor. Ver.di Nord sieht in Struktur und Höhe des Arbeitgeberangebots eine Provokation. Als Konsequenz daraus hat die Tarifkommission beschlossen, die Beschäftigten ab Freitag, den 2. September zu einem zweitägigen Warnstreik aufzurufen.

„Bei dem Angebot, das auf dem Tisch liegt, kommen wir nicht umhin, nun die Beschäftigten zu einer deutlichen Antwort aufzufordern. Wir haben die Phase des 9-Euro-Tickets besonnen abgewartet, um den Fahrgästen ein Austesten eines störungsfreien ÖPNV zu ermöglichen und die Tourismusregion Schleswig-Holstein zu stärken. Das heutige Angebot der Arbeitgeber ist keine Wertschätzung der sich mit dem ÖPNV identifizierenden Beschäftigten und einer so wichtigen Dienstleistung in der Daseinsvorsorge, so Sascha Bähring, Verhandlungsführer von ver.di Nord.

„Es scheint überhaupt nicht verstanden worden zu sein, dass die Arbeitnehmer im ÖPNV mit ihrer schlechten Bezahlung ganz erheblich unter den derzeitigen Preissteigerungen leiden. Mancher kann sich bei diesen Spritpreisen nicht einmal mehr die Fahrt zur Arbeit leisten. Völlig ignoriert wird der Umstand, dass insbesondere der Fahrdienst auf einen PKW für die Fahrt zur und von der Arbeit angewiesen ist – die können sich schwerlich selbst mit dem Bus zur Arbeit und nach Hause fahren“, so Bähring weiter.

Aus Sicht von ver.di Nord, wird mit diesem Verhalten keine Attraktivitätssteigerung für eine Tätigkeit im öffentlichen Personennahverkehrs erfolgen.

Bereits jetzt fallen wegen Personalmangels regelmäßig Linien aus, das Personal flüchtet in besser bezahlte Branchen mit angenehmeren Arbeitszeiten.

Diese Arbeitsbedingungen mit ihrer Entlohnung passen nicht mehr in die heutige Zeit. Der OVN schadet mit diesem Handeln seiner eigenen Branche.

ver.di fordert eine Erhöhung von 1,95 Euro pro Stunde mehr, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 12 Monaten, weitere 1,95 Euro mehr für Werkstattmitarbeiter sowie die Übernahme des Jahresbeitrages der GUV/FAKULTA – einer Solidarkasse der Arbeitnehmerschaft.

Der Warnstreik wird weite Teile des gesamten Bundeslandes betreffen.

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