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Ratzeburg (LOZ). Texte vom "Vom Gehen und Ankommen" standen vergangenen Freitag im Mittelpunkt eines unterhaltsamen, wie auch bewegenden Leseabends, zu der die Volkshochschule Ratzeburg in die Stadtkirche St. Petri eingeladen hatte. Rund einhundert Gäste konnten dazu begrüßt und nach Coronaregeln mit entsprechendem Abstand platziert werden.

Rainer Voß, Christian Lopau, Monika Töppler, Karen Molkentin und Silvia Tessmer lasen Beiträge aus mehreren Jahrhunderten, die sich jeweils in sehr unterschiedlichen Perspektiven mit Flucht und Migration auseinandersetzen.

Es ging um Krieg und Vertreibung, um politisches Exil, um Auswanderung und die Hoffnung auf ein besseres Leben, um Heimweh und den Umgang mit Geflüchteten. Dabei boten sich dem Publikum immer wieder überraschende Perspektivwechsel, wie beispielsweise die Klage des Journalisten und Autoren Daniel Dafoe über die Hartherzigkeit der englischen Krone bei der Aufnahme geflüchteter Pfälzer im 18. Jahrhundert. Wechselvoll war auch die Stimmung des Abends, humorvoll zuweilen, wenn ein Mecklenburger Auswanderer über seine Jahre in Amerika berichtet, bedrückend, wenn die Lebensgeschichte von Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen vorgetragen wurden.

Zusammengeführt wurden alle Beiträge in musikalischen Nachklängen des Duo PaBaMeTo. Die Zwillingsbrüder Pay Bandik Nonn und Melf Torge Nonn nahmen jedes Thema gefühlvoll und sensibel auf und trugen so zum beeindruckenden Gesamtkonzept des Abends bei, das Jörg-Rüdiger Geschke souverän moderierte.

Pröpstin Frauke Eiben zeigte sich begeistert über diesen Abend voller Kultur und Menschen in der Stadtkirche St. Petri, ein Zuspruch, den auch Organisatorin Silvia Tessmer so nicht erwartet hatte.

Mit dem Leseabend wurde unter gleichen Titel auch eine Kunstausstellung zu Flucht und Auswanderung eröffnet. Künstlerinnen und Künstler aus der Region haben sich in der Coronazeit in ihren Ateliers mit diesem Thema intensiv befasst und ganz unterschiedliche Ausdrucksformen gefunden. Ihre Werke können in den kommenden Wochen in St. Petri betrachtet werden.

Die musikalische Lesung wurde gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

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