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Ratzeburg (LOZ). Bereits seit Jahresbeginn plant die Ratzeburger Volkshochschule zusammen mit dem Verein Miteinander leben im Kontext der bundesweiten Feierlichkeiten "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" einen Programmbeitrag für Ratzeburg und das Umland unter dem Titel "Antisemitismus und Jüdisches Leben heute". Coronaverspätet kann dieses Kooperationsprojekt nun endlich starten und mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten Schlaglichter setzen, die zum Nachdenken über die vielen Facetten des Antisemitismus anregen, aber auch die Neugier wecken, jüdisches Leben in der Region kennenzulernen.

"In unserer Eröffnungsveranstaltung am 3. September um 19 Uhr in der St. Petri Kirche Ratzeburg präsentieren wir eine von Yad Vashem entwickelte Ausstellung mit dem Titel "Der Schmerz der Befreiung im Spiegel der Kunst". In die Ausstellung wird Gabriele Hannemann als Vorsitzende und Gründerin des Vereins Yad Ruth e.V. einführen. Die Thematik wird durch einen Vortrag "Antisemitismus in Schleswig-Holstein" von Sigrid Richolt (LIDA e.V.) vertieft. Musikalisch begleitet das Duo "Pabameto" durch den Abend", beschreibt Silvia Tessmer, Geschäftsführerin der Ratzeburger Volkshochschule, den geplanten Auftakt zur Veranstaltungsreihe.

Am 16. September um 15 Uhr ist eine kostenlose Führung durch das Jüdische Museum in Rendsburg gebucht. Die Anreise muss von Interessierten selbst organisiert werden, entweder in Fahrgemeinschaften oder über Gruppenfahrten der Regionalbahn. Am 29. Oktober wird um 19 Uhr das „Theater im Stall“ ihr neuestes Stück in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule vorstellen. Der Titel des Theaterstücks von Heinz Rudolf Unger lautet „Ein Versteck im zwanzigsten Jahrhundert - Szenen einer Mischehe“. Es handelt von Judith. Sie ist Jüdin und hat deshalb ihr Theater-Engagement verloren. Arnolt ist noch am Theater, aber er, der mit seiner Frau alle großen Rollen gespielt hat, muss sich nun mit kleinen Rollen zufriedengeben. Sie müssen sich auf einem Dachboden verstecken, und sie versuchen, sich gegen die zunehmende Verzweiflung zu wehren, indem sie sich Begegnungen und Szenen vorspielen.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wird die Autorin und Zeitzeugin Eva Szepesì am 7. November, um 18 Uhr in der St. Petri Kirche Ratzeburg aus ihren Lebenserinnerungen „Ein Mädchen allein auf der Flucht“ lesen. Eva Szepesis berichtet über ihr Leben während des Holocausts und vermag die Hörer auf eine erschreckende Reise in die Vergangenheit, die geprägt ist von Angst, Trauer und Schmerz, mitzunehmen. Der Autorin gelingt es, das Unsagbare in Worte zu fassen und so einen Einblick in das Schreckensregime der NS-Diktatur in Ungarn, Polen und der Slowakei zu geben. Musikalisch begleitet wird sie von dem Musiker und Komponisten Axel Weggen. Axel Weggen ist ein Experte auf dem Gebiet jüdischer Musik. Nach seinem Examen an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf widmete er sich der synagogalen Musik. Er gründete und leitet das Lewandowski-Ensemble für synagogale Musik und tritt mit diesem bundesweit auf. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Verein Yad Ruth e.V. aus Hamburg durchgeführt.

Zudem sind noch weitere Veranstaltungen in den Schulen geplant. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist dank einer Förderung durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" frei. Es gelten jedoch für alle Veranstaltungen die aktuellen Corona-Verordnungen. Die Veranstalter bitten um eine Voranmeldung unter Telefon 04541 / 80 00-146 oder online unter www.vhs-ratzeburg.de, da nur eine begrenzte Zahl an Sitzplätzen zur Verfügung steht. Eine Teilnahme ist jeweils nur unter der 3G-Voraussetzung -geimpft, genesen, getestet- möglich ist. Der Nachweis ist bei Zutritt zu den Veranstaltungsorten bereit zu halten.

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