Gepackte Notfallrucksäcke sind griffbereit, wenn schnell evakuiert werden muss. Jedes Familienmitglied hat einen eigenen Rucksack und weiß, wo dieser aufbewahrt wird. Die Johanniter empfehlen, was alles hinein gehört. Foto: David Pereiras Villagra | Dreamstime.com
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(LOZ). Bei plötzlich auftretenden Krisen und außergewöhnlichen Wetterlagen hilft ein gut gepackter Notfallrucksack schnell und sicher reagieren zu können. Die Johanniter geben Tipps, welche Gegenstände unbedingt dazugehören.

Stromausfälle, ungewöhnliche Wetterlagen, Brände oder andere Katastrophen treten oft plötzlich auf. Wer in solchen Momenten vorbereitet ist, kann schnell auf eine mögliche Evakuierung reagieren und sich selbst sowie seine Familie besser schützen. Die Johanniter raten deshalb zur Anschaffung eines Notfallrucksacks – gepackt und griffbereit.

„Die Frage ‚Was nehme ich im Ernstfall mit?‘ sollte man sich idealerweise vorher stellen – und nicht in einer Stresssituation wie einer Evakuierung. Ein vorbereiteter Notfallrucksack spart Nerven und wertvolle Zeit“, sagt Matthias Rehberg, Bereichsleiter Einsatzdienste bei den Johannitern im Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost. Jedes Familienmitglied sollte seinen eigenen Notfallrucksack haben. Die Größe sollte abhängig von der körperlichen Fitness so gewählt werden, dass er bequem zu tragen ist – empfohlen wird ein Volumen von ca. 30 bis 50 Litern. „Ein Rucksack ist besser als ein Rollkoffer, damit die Hände frei bleiben und man auch über unebene Wege laufen kann“, empfiehlt Rehberg. Er sollte so gepackt sein, dass er pro Person für 48–72 Stunden eine autarke Versorgung ermöglicht.

Die Rucksäcke sollten an einem zentralen, gut zugänglichen Ort aufbewahrt werden, der jedem Familienmitglied bekannt ist. Wichtig ist außerdem, die Inhalte regelmäßig zu kontrollieren und zu aktualisieren. So bleiben Lebensmittel und Medikamente haltbar, und technische Geräte funktionieren im Notfall zuverlässig – so empfiehlt es auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Diese Gegenstände gehören laut BBK in einen Notfallrucksack:

  • Dokumentenmappe mit den wichtigsten persönlichen Dokumenten, Zeugnissen und Urkunden, z. B. Personalausweis, Geburts- und Heiratsurkunde, Bankdokumente, Gesundheitsdaten, Impfpass, …
  • Für Kinder: Brustbeutel mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift, alternativ SOS-Kapsel
  • Trinkwasser in bruchsicherer Flasche (mindestens zwei Liter pro Person für 24 Stunden)
  • Verpflegung für mindestens zwei Tage in staubdichter Verpackung: haltbare Lebensmittel, z. B. Müsliriegel, Konserven, Trockenobst, Nüsse
  • Leichtes Essgeschirr und -besteck
  • Multifunktionswerkzeug mit Dosenöffner, Taschenmesser etc.
  • Wetterfeste Kleidung für mehrere Tage, Kopfbedeckung, Arbeitshandschuhe und festes Schuhwerk
  • Decke oder Schlafsack
  • Erste-Hilfe-Set inklusive persönlicher Medikamente
  • Hygieneartikel (z. B. Toilettenpapier, Windeln, feuchte Tücher, Zahnbürste, Desinfektionsmittel)
  • Schutzmaske als Atemschutz bei Staubentwicklung oder Rauch
  • Taschenlampe mit Ersatzbatterien oder Dynamo
  • Kurbel- oder batteriebetriebenes Radio
  • Mobiltelefon (mit Fotofunktion, um ggf. nach Rückkehr Schäden zu dokumentieren) mit Powerbank und Ladekabel
  • Bargeld in kleiner Stückelung, falls Bankautomaten nicht zugänglich sind
  • Feuerzeug oder Streichhölzer
  • Pfeife zur Notsignalgebung
  • Stift und Notizbuch

„Der Notfallrucksack ist keine Panikmache, sondern praktische Vorsorge“, betont Rehberg. „Er gibt Sicherheit und hilft, im Ernstfall einen kühlen Kopf zu bewahren.“

Weitere Informationen bietet das BBK in seinem „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ und im Internet an: http://www.notfallvorsorge-bbk.de/

Johanniter-Jahresthema: „Bereit. Für alle Fälle.“

Im Rahmen ihres Jahresthemas „Bereit. Für alle Fälle.“ wollen die Johanniter im Landesverband Nord für das wichtige Thema Katastrophenvorsorge sensibilisieren, damit im Notfall möglichst viele Menschen für den Ernstfall gewappnet sind. Mehr dazu auf www.johanniter.de/nord/vorbereitet.

Kurznachrichten aus der Region


Gefährliche Schneelast auf den Bäumen - Kreisverwaltung gibt Entwarnung
Die Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg hatte in der vergangenen Woche nach den heftigen Schneefällen zum Jahreswechsel vor dem Betreten der Wälder gewarnt und ein teilweises Betretungsverbot für die Kreiswälder ausgesprochen. Mit Blick auf die aktuelle Witterung konnten Warnung und Verbot am Dienstag, 13. Januar, wieder aufgehoben werden. Tauwetter und Wind haben die Schneelasten von den Baumwipfeln genommen, Mitarbeitende der Kreisforsten haben die Waldwege bereits überwiegend von Hindernissen befreien können. Die Wege können wieder mit der gebotenen Vorsicht auf eigene Gefahr genutzt werden. Brennholzselbstwerber und die gewerbliche Holzabfuhr können die Wege nach Rücksprache mit den zuständigen Revierförstern ebenfalls wieder nutzen.


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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