Foto: W. Reichenbächer
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(LOZ). Seit Februar war die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg beständig gesunken. Diese Entwicklung hat sich im Ferienmonat Juli nicht fortgesetzt. Jährlich wiederkehrende saisonale Effekte lassen die Arbeitslosigkeit nach dem Quartalsende und zum Beginn der Sommerferien regelmäßig ansteigen. Insgesamt sind im Juli 5.835 Menschen und damit acht mehr als im Juni bei den Agenturen für Arbeit in Mölln und Geesthacht sowie dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg arbeitslos gemeldet. Mit der Zunahme nimmt die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat zu und liegt im Kreis Herzogtum Lauenburg jetzt bei 5,3 Prozent.

Im vergangenen Jahr waren im Juli 5.736 Menschen und damit 99 weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote lag seinerzeit bei 5,2 Prozent.

„Schul- und Ausbildungsende führen regelmäßig in den Sommerwochen zu einem vorübergehendem Anwachsen der Arbeitslosenzahl, insbesondere bei den Jüngeren. Viele befinden sich nach ihrem Schul- oder Ausbildungsabschluss in einer Übergangsphase und werden erfahrungsgemäß bald in eine Ausbildung, ein Studium oder einen Job wechseln. Bei den Jobsuchenden unter 25 Jahren findet sich in diesem Monat ein deutlicheres Plus von 25 zum Vormonat. Ein weiteres Plus bei ihnen erwarte ich auch im kommenden Monat“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten und macht auf die Beratungsangebote aufmerksam: „Viele Menschen nutzen die Zeit der Arbeitslosigkeit, um sich für die berufliche Zukunft fit zu machen, indem sie ihre beruflichen Qualifikationen anpassen oder einen Berufsabschluss nachholen. Wir als Agentur für Arbeit wie auch die Jobcenter beraten Jobsuchende, Beschäftigte und Betriebe und unterstützen notwendige Qualifizierungen, damit Menschen in Beschäftigung kommen oder bleiben. Für ihre Zukunftsaufgaben brauchen die Unternehmen in unserer Region insbesondere qualifiziertes Personal.“

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Juli 291 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Damit sind aktuell insgesamt 1.343 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, 20 oder 1,5 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 278 Stellen weniger (minus 17,1 Prozent).

„Der Stellenbestand bewegt sich in diesem Jahr regelmäßig um die 1.400 zu besetzenden sozialversicherungspflichtigen Stellen. Zum Jahresbeginn lag die Zahl knapp darüber, aktuell knapp darunter. In der Summe finden sich weiterhin Einstiegschancen für arbeitssuchende Menschen, konjunkturbedingt jedoch nicht mehr auf dem Niveau der Vorjahre. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Personalnachfrage um durchschnittlich 10,4 Prozent gesunken“, erklärt Wieczorek.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Die Zahl der Unterbeschäftigten beträgt aktuell 7.247 und hat damit um 28 abgenommen. Die Unterbeschäftigungsquote ist in der Folge um 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat gesunken und liegt jetzt bei 6,4 Prozent. Im Juli des Vorjahres lag sie bei 6,6 Prozent“, so Wieczorek.

Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.

Ausbildungseinstieg weiterhin möglich

Am morgigen Freitag starten die ersten Jugendlichen in ihre Ausbildung. Das bedeute aber nicht, dass es für die 319 noch ausbildungssuchend gemeldeten jungen Menschen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg keine Chance mehr gibt, einen Ausbildungsplatz zu finden, so die Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe.

„Der anstehende Ausbildungsbeginn bedeutet nicht, dass Jugendliche, die bislang keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, jetzt aufgeben sollten“, erklärt Wieczorek. „Etliche Unternehmen haben ihren Nachwuchs noch nicht an Bord und sind weiterhin auf der Suche nach Auszubildenden.“

Derzeit sind von den seit Herbst 2024 gemeldeten 973 Ausbildungsstellen (minus 31 zum Vorjahr) aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg 338 nicht besetzt. Hier bieten sich unverändert Einstiegschancen für Ausbildungssuchende, so die Agenturchefin und appelliert an sie: „Auch nach den offiziellen Ausbildungsstarts am 01. August und 01. September könnt ihr in eine Ausbildung einsteigen. Nutzt die Angebote der Jugendberufsagentur, um euch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Alternativen zum Wunschberuf helfen zu lassen und bewerbt euch. Mobilität und berufliche Flexibilität erhöhen dabei die Chancen.“

Noch ausbildungssuchende Jugendliche können Termine bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Jugendberufsagentur telefonisch unter 0 8 00 / 4 55 55 00 oder online unter www.jba-rz.de => „Ja, ich möchte eine Beratung“ vereinbaren.

In diesen Ausbildungsberufen (TOP 10) finden sich weiterhin Einstiegsmöglichkeiten: Bei den Kaufleuten im Einzelhandel sind noch 31 Ausbildungsstellen zu besetzen, bei den Verkäufern/innen 19, Anlagenmechanikern/innen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 14, Elektroniker/innen Energie- und Gebäudetechnik zwölf, Maurern/innen elf, bei den Köchen/innen, Kaufleuten Groß- und Außenhandelsmanagement sowie Kaufleuten Büromanagement jeweils zehn und den Berufskraftfahrern/innen und Fachverkäufern/innen jeweils neun.

Kurznachrichten aus der Region


Bundestagsabgeordneter lädt zur Bürgersprechstunde in Wentorf ein
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henri Schmidt lädt am Freitag, 24. Oktober, ab 18 Uhr zu einer Bürgersprechstunde in die Begegnungsstätte Alte Schule, Teichstraße 1, Wentorf, ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, ihre persönlichen Anliegen direkt mit dem Abgeordneten zu besprechen. Er ist überzeugt: „Meine Aufgabe ist es, Politik möglichst anschaulich zu vermitteln und die Antworten der Politik auf aktuelle Fragen sind häufig komplex. Genau deshalb müssen wir in den Austausch treten.“ Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.henri-schmidt.de. Um eine Voranmeldung wird gebeten unter henri.schmidt@bundestag.de oder telefonisch unter 030 / 227-72083.


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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