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Ermittlergruppe jagt den Brandstifter

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Schwarzenbek (wre). Heute stellten der stellvertretende Revierleiter in Schwarzenbek, Jens Stamer, gemeinsam mit dem Leiter des Ermittlungsdienstes, Daniel Stephan, und Joachim Böhm von der Geesthachter Kripo die Kriminalitätsstatistik in Schwarzenbek für 2017 vor. „Wenn man sich die Häufigkeitszahlen ansieht, steht Schwarzenbek recht gut da, allerdings leider auch etwas über dem Landesdurchschnitt“, erklärt Stamer. Die Häufigkeitszahl besagt, wie viele Menschen statistisch hochgerechnet auf 100.000 Einwohner Opfer einer Straftat werden. In Schwarzenbek liegt die Zahl bei 6.986. In Ratzeburg liegt sie bei 7.578 und in Lauenburg bei 8.993. In Mölln (6.869) und Geesthacht (6.571) ist das Risiko etwas geringer.

Die Aufklärungsquote lag im vergangenem Jahr bei 56,1 Prozent. Da liegt Schwarzenbek etwas über dem Landesdurchschnitt. „Die gestiegene Aufklärungsquote ist auch auf den vermehrten Einsatz der DNA-Überprüfung zurückzuführen“, erklärt Böhm. Wobei die Quote stark bei den Delikten schwankt. „Bei Einbrüchen liegen wir im einstelligen Bereich“, so Böhm weiter.

„Unsicher ist man in Schwarzenbek ganz sicher nicht, auch wenn dies manchmal von einigen Bürgern so gefühlt wird“, sagt Jens Stamer mit Blick auf die Zahlen der Straßenkriminalität. Diese lag 2017 bei 298 Fällen. 2016 waren es 337 Fälle. „Straßenkriminalität ist alles, was im öffentlichen Raum passiert wie Diebstahl, Raub oder auch Vandalismus“, erklärt Stamer. Eine recht hohe Zahl sind mit 219 Fällen die Roheitsdelikte. „Da sind viele familiäre Konflikte mit in der Zahl. Die Hemmschwelle etwas zu einer Anzeige zu bringen ist gesunken, was auch gut ist“, so Daniel Stephan. „Mit einer rechtzeitigen Anzeige kann besser reagiert werden um weitere Taten zu verhindern“, ermutigt auch Stamer dazu Gewalt, ob nun in der Familie oder auch von Fremden, zur Anzeige zu bringen.

Rückläufig sind auch die Zahlen der Diebstähle. „Das ist sicher auf die Prävention zurückzuführen, kann aber auch daran liegen, dass zum Beispiel einfach weniger Ladendiebe erwischt wurden“, so Stamer. Bei den Einbrüchen ging die Zahl im vergangenem Jahr auf 21 Fälle (2016 45 Fälle) zurück. „Die Leute schützen inzwischen bessere ihre Häuser und Wohnungen. Auch zeigt die Sondereinheit Wirkung“, so Böhm. „Wichtig ist aber, wenn jemand etwas beobachtet gleich die Polizei zu rufen. Auch Kennzeichen von Autos sind dabei wichtig. Wir fahren lieber einmal zu viel raus und erwischen jemanden auf frischer Tat, als das wir hinterher einen Einbruch aufnehmen müssen“, so Stamer, der hofft, dass Nachbarn noch aufmerksamer beobachten, wenn es ungewöhnliche Aktivitäten gibt.

Das gilt auch für Autodiebstähle. Gerade die Diebstähle von teuren Autos mit dem Keyless Go System bereitet den Ermittlern große Sorgen. „Das müssen die Autohersteller tätig werden, damit das System auch so sicher ist wie immer beworben wird. Man müsste normalerweise derzeit seine Schlüssel in Alufolie wickeln und am besten noch in eine Metalldose packen, damit niemand den Code abfangen kann“, so Böhm.

Sorgen bereitet in Schwarzenbek noch der oder die Brandstifter, die Autos anzünden. Dabei wurden einige Autobesitzer bereits mehrfach Opfer des Feuerteufels. „Es gab ja eine Pause, aber leider wurde der Täter noch nicht ermittelt“, so Böhm. Es gibt aber inzwischen wieder eine mehrköpfige Ermittlergruppe, die sich um die Brandstiftungen kümmert. „Zu unseren inzwischen erlangten Erkenntnissen kann ich aber aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen. Wir wollen aber erfolgreicher als 2017 sein und den Täter schnappen“, so Böhm, der anmerkt, dass es auch Trittbrettfahrer geben könnte. Auch hier bittet Stamer gleich die Polizei zu rufen, wenn verdächtige Personen beobachtet werden. „Es gibt immer noch eine Hemmschwelle die 110 zu rufen, aber dafür sind wir da“, so Stamer.

„Positiv ist aber, es gab 2017 kein Tötungsdelikt. Auch wenn jeder Fall zu viel ist, so sind zehn Sexualdelikte auch eine geringe Zahl“, so Joachim Böhm zum Abschluss.

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