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Krützmann: „Es muss doch auch mal etwas den Bürgern geboten werden“

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Schwarzenbek (sun). Seit dem Jahr 2003, als das Schwarzenbeker Hallenbad geschlossen wurde, fordern die Einwohner der Europastadt, allen vor die DLRG und die TSV-Schwimmabteilung, ein neues Bad. Nun sind die Hoffnungen groß, dass die Forderung Gehör findet in der lokalen und Bundespolitik.

Bereits bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie am 5. Dezember 2018 (zu finden unter https://www.schwarzenbek.de/index.phtml?object=tx,1810.122.1&ModID=7&FID=1158.5448.1&sNavID=1810.128&mNavID=1810.128&object=tx|1810.340 ) erklärten mehrere Bürger ihre Bereitschaft, sich zu einer Interessengemeinschaft zusammenzuschließen, um sich gemeinsam Gehör zu verschaffen und auch finanzielle Möglichkeiten auszuschöpfen. 43 Besucher trugen sich bei einer Infoveranstaltung Ende Januar 2019 in die Liste ein, mit der sie ihr Interesse und ihre Unterstützung an der Bewegung „PRO Hallenbad Schwarzenbek“ bekundeten.

Der Schwarzenbeker Uwe Krützmann, aktiver und in seiner Jugend als fünffacher Kreismeister sehr erfolgreicher Schwimmer, hat sich an die Spitze dieser Bewegung gesetzt. Zusammen mit Mareike Busch vom TSV Schwarzenbek und Burkhard Wenzel von der DLRG Schwarzenbek hatte er zu der ersten Infoveranstaltung eingeladen. Gut 80 Schwimminteressierte kamen am winterlichen Abend in die Seniorenresidenz Sankt Franziskus. Hier hatte die Einrichtungsleiterin Bärbel Raithel das Restaurant zur Verfügung gestellt.

Uwe Krützmann war überwältigt von der guten Resonanz auf seine Einleitung und die breite Unterstützung aus Schwarzenbek und Umgebung. „Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig hat mich heute noch angerufen und mir ihre Unterstützung zugesagt. Leider ist sie heute Abend verhindert“, berichtete Uwe Krützmann. Auch die Wirtschaftliche Vereinigung Schwarzenbek hat ihre Mitwirkung bei der Forderung nach einer Schwimmhalle in Schwarzenbek zugesagt.

Die Hilfe des Kreises hat der CDU-Kreistagsabgeordnete Norbert Brackmann in Aussicht gestellt. Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig hat sich bereits mit einem Schreiben an Landrat Dr. Christoph Mager gewandt, um die Kreisunterstützung anzufragen. Diskutiert wird darüber öffentlich im Haupt- und Innenausschuss am 4. Februar um 17.30 Uhr im Kreishaus in Ratzeburg.

Aus der Schwarzenbeker Politik war kein Vertreter zu der Infoveranstaltung gekommen. Die Machbarkeitsstudie wird in den Fraktionen noch diskutiert. Auch unter den Schwimminteressierten kursieren noch unterschiedliche Vorstellung, welche Anforderungen ein Hallenbad erfüllen muss. Vor allem Kinder und Senioren sollen die Möglichkeit haben, Schwimmen zu lernen oder mit Wassergymnastik oder Schwimmen ihre Gesundheit zu stärken. Ein Hubboden könnte die nötigen flexiblen Einsätze ermöglichen.

„In den Wintermonaten abends über die Bundesstraße zum Schwimmen und zur Wassergymnastik nach Mölln ins Augustinum zu fahren, ist schon eine Herausforderung für ältere Menschen“, findet Uwe Krützmann, selbst Teilnehmer in der DLRG-Ü 50-Gruppe. Er befürwortet für Schwarzenbek eine bescheidene Lösung mit vier 25 Meter-Bahnen.

Klaus Kamm vom TSV Schwarzenbek hingegen forderte, nicht zu bescheiden an das Thema zu gehen. Er hält einen Sprungturm für dringend geboten für die Retterausbildung und die Abnahme von Schwimmabzeichen. Andere Teilnehmer plädierten für einen angeschlossenen Fitness-Bereich, der bei der Alsterschwimmhalle mitten in Hamburg sehr gut angenommen wird. 1.500 Mitglieder sind dort registriert.

„Wenn ich höre, dass eine Gemeinde wie Büchen 900.000 Euro jährlich zum Waldschwimmbad zuschießt, dann muss das doch auch in Schwarzenbek möglich sein, es kann doch nicht immer nur gespart werden. Es muss doch auch mal etwas den Bürgern geboten werden“, so Uwe Krützmann. 750.000 Euro Defizit pro Jahr wurde in der Machbarkeitsstudie errechnet inklusive Abschreibung und Finanzierung.

Ehrenamtliche Unterstützung bei der Badeaufsicht könnte von DLRG oder der DRK Wasserwacht übernommen werden. Damit würde der hohe Personalkostenblock etwas schrumpfen, aber ganz ohne hauptamtliche Schwimmbadexperten, die sich auch um die Technik kümmern, würde es nicht gehen.

„Wie wollen wir uns jetzt organisieren?“, fragte Uwe Krützmann in die Runde. Von einem Verein hätte man ihm wegen des Organisationsaufwands abgeraten. Eine Interessengemeinschaft PRO Hallenbad Schwarzenbek ist das Mittel der Wahl. Demonstrationen vor dem Rathaus wie zu Zeiten der Badschließung oder andere Aktionen überlegen sich jetzt Uwe Krützmann, Mareike Busch, Burkhard Wenzel und Patrick Schröder, der an diesem Abend spontan für die DRK-Wasserwacht neu ins Boot der Lenkungsgruppe gestiegen ist.

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