Print Friendly, PDF & Email

„9mm-Like“ löste Entsetzen aus

Lesezeit: 2 Minuten

Schwarzenbek (wre). Der Bauunternehmer und Stadtverordnete für die CDU in Schwarzenbek, Günter Studt, konnte wohl gerade noch einen Rausschmiss aus Fraktion und Partei verhindern. Seine Äußerungen und Likes auf Facebook seien nicht mit den Werten der CDU vereinbar gewesen, wie der Vorsitzende des Kreisverbandes, Klaus Schlie, äußerte.

Auch wurden Beiträge geteilt, die sich gegen den Staat oder auch die Bundeskanzlerin wendeten. Geteilt wurden Beträge wie „Würde dieser Staat Asylanträge so gründlich prüfen wie Steuererklärungen, hätten wir keine Probleme“ oder „Menschen die wirklich Hilfe brauchen habe ich bei uns noch nicht gesehen“, zu sehen ist auf einem Bild ein abgemagertes afrikanisches Kind. Auch der Beitrag „In Deutschland kann JEDER machen was er will… Außer die Deutschen!“, oder „ So ‚Mama Merkel‘ fahren Sie mal nach Frankfurt zur Mutter des getöteten Jungen, schauen ihr in die Augen und erklären Sie ihr, warum scharenweise Verbrecher, Vergewaltiger und Mörder ‚importiert‘ wurden…“ wurden geteilt.

Aber auch ein Post von Alice Weidel (AfD) mit dem Inhalt „Schützt endlich die Bürger unseres Landes – statt grenzenlose Willkommenskultur!“ wurde von Studt geteilt. Dass Fass zum Überlaufen brachte aber ein Post mit einem Warnschild, wo eine Person vor eine Bahn geworfen wird mit der Inschrift „Vorsicht Schubsende Migranten“. Ein weiterer Unternehmer aus dem Kreis schrieb dazu „Die müssen mit 9 mm behandelt werden“. Dafür gab es vom Ehemaligen Schützenkönig Studt einen „Daumen hoch“ auf Facebook.

„Das hat ganz klar die Grenzen überschritten“, so Klaus Schlie. Gemeinsam mit dem Ortsverband wurde Studt gestern aufgefordert sich öffentlich zu entschuldigen. Heute Mittag gab es auf Facebook dann folgende Veröffentlichung: „Hiermit entschuldige ich mich in aller Form für mein völlig unüberlegtes Verhalten. Ich habe aus einer unkontrollierten Stimmungslage heraus Facebookeinträge geliket, deren Inhalt ich bei nüchterner Betrachtung völlig ablehne. Ich distanziere mich in aller Form von jeglichen rassistischen, rechtsextremistischen oder rechtspopulistischen Inhalten und Formulierungen. Günter Studt“. Der „9mm“ Post (mit dem Ursprungspost) wurde ebenfalls heute Mittag gelöscht.

„Ich werde dies jetzt so akzeptieren, ich gehe davon aus, dass dies ein einmaliger Vorgang war. Er muss wissen, für welche Werte er als CDU Mitglied eintritt“, so Schlie in Absprache mit dem Ortsvorstand. „Wenn aber wieder etwas kommt wird es deutliche Konsequenzen geben und wir werden einen Schlussstrich ziehen“, kündigt Schlie an.

Die weiteren Posts, auch von Alice Weidel“, wurden aber bisher nicht von Studt gelöscht.

Update:

Nach Veröffentlichung des Artikels wurden noch weitere Posts gelöscht.

Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.