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Schwarzenbek (LOZ). Verschiedene Parteien und Gruppierungen hatten am vergangenen Sonnabend zu einem bunten und weltoffenen Protest gegen eine AfD-Veranstaltung im Schwarzenbeker Rathaus aufgerufen. Die Partei Die Linke hatte eine Mahnwache zum Gedenken an die Toten von Hanau sowie alle anderen Opfer rechter Gewalt auf dem Ritter-Wulf-Platz angemeldet.

Gegen 18 Uhr hatten sich etwa 400 Protestler mit kreativen Transparenten und bunten Hochhalteschildern vor dem Rathaus versammelt. Der Kreisverbandssprecher der Linkspartei, Volker Hutfils, begrüßte die Teilnehmer mit einer kurzen Ansprache. Er brachte die Wut darüber zum Ausdruck, „dass zehn Tage nach den rassistisch motivierten Mordanschlägen von Hanau den geistigen Brandstiftern aus der AfD öffentliche Räume zur Verbreitung ihrer fremdenfeindlichen Hetze zur Verfügung gestellt werden“.

Hutfils: „Dies darf nicht zur Normalität werden und deshalb ist es gut und wichtig, dass wir hier stehen und dass der Protest so bunt und so vielfältig geworden ist.“ Hutfils gab aber auch zu bedenken, dass die AfD und andere rechte Gruppierungen aus unserer Gesellschaft heraus entstanden seien. Hutfils: „Wir müssen dem ständigen Konkurrenzdruck in unserer verhärteten Gesellschaft eine Kultur der Toleranz und Solidarität gegenüberstellen. Wir sind gegen eine Welt in der wenige viel, aber viele zu wenig haben. Für uns ist klar: Unsere Alternative heißt Solidarität und soziale Gerechtigkeit!“

Bernd Meimberg von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) machte in seiner Rede deutlich, dass die „AfD keineswegs die Interessen der kleinen Leute vertrete, sondern es sich um eine völkisch-rassistische und reaktionäre Partei handele. Die AfD stehe für ein sozial ungerechtes Bildungssystem, fordere die Kürzung der Hartz 4-Sätze, wolle die Vermögenssteuer abschaffen (Anm. der Redaktion: die Vermögensteuer wurde bereits 1997 abgeschafft) und das Renteneintrittsalter heraufsetzen. Die Klimawandel-Leugner von der AfD seien zudem gewerkschafts- und frauenfeindlich und stünden für einen neuen Militarismus.“

Yvonne Treptow aus Schwarzenbek stellte in einer sehr persönlichen Ansprache dar, dass es kein eigenes Verdienst, sondern purer Zufall sei, wo ein Mensch geboren wurde und dass Kapitalismus, Faschismus und Nationalismus die Solidarität und Menschlichkeit bedrohen.

Zwischen den Wortbeiträgen gab es kurze musikalische Einlagen. Als kurz vor 19 Uhr die Besucher der AfD-Veranstaltung eintrafen, wurden sie aus der Menge heraus mit Trillerpfeifen, Buhrufen und lauten Sprechchören empfangen. Gegen 20 Uhr löste sich die Protestveranstaltung friedlich auf.

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