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„Gemeinde passiert vor Ort“

Lesezeit: 3 Minuten

Schwarzenbek (LOZ). Pastor Thomas Kretzmann geht in den Ruhestand. Er wird am Sonntag, 29. März, von Pröpstin Frauke Eiben in einem Gottesdienst verabschiedet. Beginn ist um 15 Uhr in der St.-Franziskus-Kirche in Schwarzenbek.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Dieser biblische Vers fällt als Predigttext eher zufällig mit der Verabschiedung von Thomas Kretzmann in den Ruhestand zusammen. Aber für den Pastor passt das ganz genau. Wandel, Veränderung, nach vorn schauen – das sind Stichworte, die seinen Lebenslauf gut skizzieren.

Als Gemeindepastor hat er viel gesehen: Die schnelle Großstadt Hamburg, die beschauliche Kleinstadt Ratzeburg, das lebendige Dorfleben in Seedorf/Mustin, die ruhige Hallig Hooge und nun an die Peripherie zur Großstadt in Schwarzenbek „Ich habe nicht nur den Norden sondern auch alle Lebensverhältnisse hier kennengelernt“, sagt Thomas Kretzmann.

Wenn er sich entscheiden müsste, wo es am schönsten war, dann fällt ihm die Wahl leicht. „Hooge ist landschaftlich da einfach der Spitzenreiter“, sagt Kretzmann. Aber auch das Dorfleben hat ihm gut gefallen. „Ich fahre auch heute noch unheimlich gern durch die Region am Schaalsee“, so Kretzmann.

Über seine Arbeit als Lektoren- und Prädikantenbeauftragter hat er enge Verbindungen nach Mecklenburg geknüpft. Insgesamt 21 Prädikanten und 21 Lektoren hat der Pastor im Auftrag des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg zuletzt betreut. „Das war für mich immer die Kür, weil ich hier immer mit total engagierten Menschen zusammenarbeiten konnte“, sagt Kretzmann. Er wünscht sich, dass diese Arbeit im Zukunft weitergeht und vielleicht sogar noch ein Traum in Erfüllung geht: Eine Kirche ohne Pastoren, die von Prädikanten und Lektoren versorgt wird – Basis-Gemeinde.

„Gemeinde passiert vor allem vor Ort, um eine Kirche herum“, davon ist Thomas Kretzmann überzeugt. Das Gemeindeaufbauprojekt „gottesdienst leben“ hat er während seiner Zeit in Ratzeburg initiiert. Angelehnt an das US-Modell der „Caring Community“ entstand ein Gottesdienst, der sich als fürsorgende Gemeinschaft verstand. Auch an den Neustart des Posaunenchores in Ratzeburg erinnert er sich gern. „Das war Mitte der 1990er, wir wussten, es gibt noch einige Instrumente“, sagt Kretzmann. Gemeinsam mit einem Freund belebte Kretzmann die Formation wieder. Wenn demnächst ein wenig mehr Zeit ist, kann er sich vorstellen, wieder anzuklopfen und mitzuspielen.

Aber bis dahin hat er noch einiges vor: Zunächst mal soll der Wohnwagen angehängt werden. Auf kleinem Raum leben und neue Ecken entdecken, darauf hat Thomas Kretzmann Lust. Als erstes geht es nach Ostfriesland, das steht schon fest. Außerdem denkt er darüber nach, seine Wohnung in Ratzeburg aufzugeben. „Ich habe ein kleines Holzhäuschen in Güster und könnte mir vorstellen, dort ganz zu leben.“ Ein ganz großer Wunsch ist eine Reise nach Israel – allerdings mit ein wenig Sprachkenntnis. Dafür müsste Thomas Kretzmann nochmal in die Wörterbücher gucken und das Hebräisch lernen, das heute gesprochen wird. Und es sieht so aus, als würde das Wort aus dem Hebräerbrief auch für den Ruhestand des Pastors passen: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

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