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Schwarzenbek (LOZ). Gewaltbetroffene Frauen und Mädchen können seit der Corona-Pandemie auch online Kontakt zu Frauenberatungsstellen und -notrufen in Schleswig-Holstein aufnehmen – kostenfrei, anonym und sicher. Warum das auch über die Pandemie hinaus wichtig ist, erklären die Beraterinnen der Frauenberatungsstelle Herzogtum Lauenburg.

Viele Frauen und Mädchen sind zunächst sprachlos und verunsichert, wenn sie Gewalt erleben. Das Reden über das Erlebte fällt schwer, denn Scham- und Schuldgefühle sind groß. Die Frauenfachberatungsstellen und -notrufe in Schleswig-Holstein bieten Hilfe und Beratung. In der Corona-Pandemie wuchs der Wunsch von Betroffenen, die Beraterinnen einfach online kontaktieren zu können. Hierfür wurde text us entwickelt. text us ist ein Programm, in dem Nachrichten und Chats ausgetauscht werden, die sicher verschlüsselt und damit vor den Augen Dritter geschützt sind. Mittlerweile bieten 25 Frauenberatungsstellen und -notrufe in Schleswig-Holstein text us an.

Die Frauenberatungsstelle Herzogtum Lauenburg stellte das Angebot gemeinsam mit Filialdirektor Thies Dieckert von der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg vor und berichtete von den bisherigen Erfahrungen seit der Einführung des Programms im Herbst letzten Jahres. „Manche Frauen haben über die erlebte Gewalt noch nie mit jemandem gesprochen und sind sich zunächst unsicher, ob sie bei uns überhaupt richtig sind. Eine Nachricht zu schreiben, ist da oft leichter als der Griff zum Telefon. Wir freuen uns sehr, dass wir diesen zusätzlichen niedrigschwelligen Zugang zu Beratung und Unterstützung anbieten können“, so Beraterin Susanne Keller.

Auch die Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack begrüßt das neue Angebot: „Sicherheit umfasst mehr denn je auch den Schutz persönlicher Daten“, betont die Ministerin. „Je mehr die eigene digitale Identität an Bedeutung gewinnt, desto schützenswerter wird sie. Ich freue mich sehr, dass die Sparkassen Schleswig-Holsteins sich in der Digitalisierung der Frauenberatungsstellen engagieren.“

Warum hohe Sicherheitsstandards gerade im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt so wichtig sind, erklärte Sabine Wöhl. „Digitalisierung bedeutet auch, dass sich Gewalt gegen Frauen im digitalen Raum fortsetzt. Viele gewalttätige Männer überwachen zum Beispiel die Online-Kommunikation ihrer (Ex-)Partnerin. Ein Passwort, das einmal als vermeintlicher Liebesbeweis geteilt wurde, kann ihnen Zugang zum Smartphone und den E-Mails der Partnerin verschaffen. Deshalb wollen wir Frauen und Mädchen einen einfachen und sicheren Weg bieten, sich bei uns zu melden. Wir möchten alle Betroffenen ermutigen: Ihr seid nicht allein – text us.“

Die Anschaffung von text us wurde von den schleswig-holsteinischen Sparkassen finanziert. „text us ist ein wichtiges und zeitgemäßes Angebot für betroffene Frauen und Mädchen. Gerade in der aktuellen Situation, in der persönliche Beratung nach wie vor oft nur eingeschränkt möglich ist, kommt der digitalen Kontaktmöglichkeit eine besondere Bedeutung zu. Gerne ermöglichen wir mit unserer Unterstützung den Betroffenen diesen weiteren Zugang zu Beratung und Hilfe“, sagte Thies Dieckert, Filialdirektor in Schwarzenbek.

text us können Ratsuchende rund um die Uhr und über jedes Gerät nutzen – den eigenen Laptop, das Smartphone einer Freundin oder im Internetcafé. www.lfsh.de/textus oder direkt auf der Website der Beratungsstelle: https://frauen-in-not-schwarzenbek.de/frauenberatungsstelle/

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