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(LOZ). Aus der „Höhle der Löwen“ in die IHK-Talkrunde „FOKUS Wirtschaft“: Ralf Dümmel, Geschäftsführer der DS Produkte GmbH in Stapelfeld und Investor bei der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“, stellte sich den Fragen des Moderatorenpaars Professor Dr. Thomas Straubhaar und Dr. Arno Probst, Vicepräses der IHK zu Lübeck. Das Thema des Abends lautete: „Wie viel Mut braucht Selbstständigkeit?“.

Im Schulungszentrum der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) in Braak brachten es die Talkgäste Ralf Dümmel, Dr. Inez Linke, Managing Director der oceanBASIS GmbH in Kiel, und Dr. Anke Rasmus, Vorsitzende des Vereins StartUp Schleswig-Holstein vor rund 100 Gästen aus der Wirtschaft und Verwaltung auf den Punkt: Strategische Partner und für seine Sache zu brennen sind Basis des Erfolges.

Das sei aber nicht einfach so zu erlernen, betonte Dümmel: „Ich war schon Unternehmer, bevor ich es überhaupt gemerkt habe.“ Auch Inez Linke hat sich zunächst für das Experimentieren mit Algen begeistert, ohne dabei ständig daran gedacht zu haben, eines Tages Unternehmerin zu werden. Um die Begeisterung für die eigene Idee schon früh zu wecken, sei es wichtig, Unternehmertum mehr in die Schulen einzubinden, sagte Anke Rasmus. Sie sei dankbar dafür, dass es Formate wie „Die Höhle der Löwen“ gibt. Diese würden mehr Menschen Mut machen, ein Unternehmen zu gründen.

Ist es auch eine Frage der Bildung und des Alters, Unternehmer zu werden, wollten die Moderatoren von den Talkgästen wissen. „Für etwas zu brennen ist keine Frage des Alters oder der Bildung: Der erste ‚Höhle der Löwen‘-Millionär ist älter als 60. Wenn du eine gute Idee hast und es dir bewusst ist, dass Kraft, Zeitaufwand und Risiko damit verbunden sind, ist es bei der Gründung egal, woher man kommt“, so Dümmel.

Anke Rasmus ergänzte, dass es „eine gewisse ‚Pfadabhängigkeit‘ schon gibt“. Jedoch zeichne unternehmerisches Denken aus, eine Chance zu sehen und sie zu ergreifen. Zudem sei das Thema Weiterbildung ein wichtiger Faktor für die Selbstständigkeit, betonte Dümmel, „mit Weiterbildung hat heute jeder, der für eine Sache brennt, eine Chance.“

Inez Linke unterstrich die Bedeutung von guten Partnern und Netzwerken während der Startphase: „Die Herausforderungen kommen mit der Zeit. Wichtig ist, während der Gründung ein Team aufzubauen und sich gut zu strukturieren und zu vernetzen. Während unserer Gründung gab es viele Flaschenhälse zu überwinden, aber wir haben nie aufgehört, für unsere Sachen zu brennen und authentisch zu bleiben“, so Linke.

„Finanzielle Förderung ist ein ‚süßes Gift‘ – es beruhigt zunächst“, sagte Anke Rasmus. Neben der Finanzierung seien andere Dinge bei der Gründung ebenso wichtig, wie zum Beispiel gute Ratgeber, die einem Tipps geben, wenn es mal nicht so gut läuft. Als wichtigen Partner sahen die Talkgäste auch die Industrie- und Handelskammern, „die beraten super, insbesondere wenn es auch mal kritisch wird“, so Rasmus, die im Zentrum für Entrepreneurship an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bereits viele Gründer begleitet hat. Drei von ihnen haben sich auch erfolgreich der „Höhle der Löwen“ gestellt: die Macher der „Fischbar“ in Kiel, die Erfinder des E-Rollers „Scuddy“ und die Gründerin von „Schnexagon“, einem Schutzanstrich gegen Schnecken. Bei „Scuddy“ und „Schnexagon“ half Talkgast Dümmel.

Zum Schluss brachten die Moderatoren noch einen weiteren Aspekt in die lebendige Diskussion ein: Darf man als Unternehmer auch Geld verdienen? „Ehrlich gesagt, irritiert es mich, wenn Gründer sagen, dass sie kein Geld verdienen wollen. Wer soll denn sonst für ihre Rechnungen aufkommen und ihren Lebensunterhalt finanzieren?“, fragte Rasmus.

Ralf Dümmel ergänzte: „Geld zu verdienen ist ein guter Motivator, aber nicht der eigentliche Grund, um gründen zu wollen. Ich bin heute nicht Unternehmer, weil ich Unternehmer werden wollte.“ Dies sei der verkehrte Ansatz. „Mir hat meine Idee Spaß gemacht. Ich habe dafür gebrannt!“

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