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Sich im Dschungel der Fördermöglichkeiten für Selbständige und Gründer zurechtzufinden ist nicht einfach

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Geesthacht (wre). Wer sich selbständig machen will oder in seinen bereits bestehenden Betrieb investieren möchte, hat viele Möglichkeiten um an Förderungen zu kommen. Es gibt diverse Programme die vor allem von der EU und dem Bund finanziert werden. Aber auch das Land bietet einige Möglichkeiten an. Doch für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) ist es fast unmöglich die passende Förderung herauszufinden. Die LOZ sprach daher mit dem Unternehmensberater und Vorsitzenden der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht (WVG), Jürgen Wirobski, dem Geesthachter Wirtschaftsförderer Andreas Dreyer und Dr. Rainer Döhl-Oelze vom Gitz, um zu erfahren, wie sich Unternehmer im „Förderdschungel“ zurechtfinden können.

„Vorweg, Zuschüsse sind eine feine Sache, aber ich warne zum Beispiel Existenzgründer davor zu sagen, wir bekommen ja Förderung, dann klappt das schon“, eröffnet Dr. Rainer Döhl-Oelze, der im Gitz auch Beratungen für Gründer anbietet. „Ich bin manchmal auch ein Exitenzgründerverhinderer“, ergänzt Döhl-Oelze. Denn manchmal sei es einfach besser die Finger von einer Gründung zu lassen, wenn die Basis nicht stimmt. Eine Förderung ist immer nur eine gute Sache, wenn die Hausaufgaben im Vorwege gemacht wurden und Aussicht auf Erfolg besteht.

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie Gelder ausgezahlt werden“, so Jürgen Wirobski. Meist liegt als Voraussetzung eine Gründung, ein geplantes Wachstum oder eine Krise vor. „Wobei es bei einer Krise die höchste Förderung, bis zu 90 Prozent, gibt“, ergänzt Wirobski. Die Gelder werden dann als rückzahlbares Darlehn zu meist sehr günstigen Konditionen oder auch als Zuschüsse gezahlt. „Es ist aber ganz wichtig, dass vor der Beantragung von Fördermitteln nicht mit dem Projekt begonnen wurde und kein Cent dafür ausgegeben wurde“, erklärt Andreas Dreyer. „Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn ist meist das Ende für eine Förderung“, ergänzt Dreyer. Es gibt zwar Ausnahmen, aber die müssen im Vorwege genau geprüft werden. „Auch Verträge sollten noch nicht unterschrieben sein“, ergänzt Dr. Rainer Döhl-Oelze.

„Ich bin bereits seit 20 Jahren in der Förderung tätig, das ist ein sehr komplexes Thema“, sagt Dreyer und ergänzt, dass dies mit dem eigenen Betrieb kaum zu bewältigen sei, zu vielfältig sind die Programme und die nötigen Voraussetzungen. Einig sind sich daher alle drei Wirtschaftsexperten, dass es ohne Beratung nicht geht. Einen ersten Überblick können Unternehmer aber auf der Webseite http://www.foerderdatenbank.de/ bekommen. Dort kann man mit ein paar Angaben schon einmal die möglichen Fördertöpfe abgrenzen.

„Man sollte sich aber immer beraten lassen. Bei uns im Gitz ist das zum Beispiel kostenlos. Das gilt auch für Betriebe die nicht aus dem Technologiebereich kommen“, sagt Dr. Rainer Döhl-Oelze. Auf der Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gibt es ebenfalls Informationen über Zuschüsse und Bedingungen (hier gibt es weitere Informationen). Die Berater müssen aber beim BAFA gelistet sein und einen Qualitätsnachweis erbringen, damit die Beratungsleistungen auch gefördert werden“, sagt Jürgen Wirobski. „Bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) lassen sich ebenfalls gut Förderprogramme abfragen“, ergänzt Andreas Dreyer. So wurden zum Beispiel einige Fördersummen gerade erst angehoben. Eine Übersicht der Förderungen durch die IB.SH gibt es hier: https://www.ib-sh.de/ibsh-ihre-foerderbank/

„Kaum einer kennt das Programm ‚unternehmenswert:Mensch plus‘, das extra für kleine und mittlere Unternehmen angelegt wurde“, so Wirobski. Dort besteht die Möglichkeit bis zu 12 Beratertage durch einen Unternehmensberater mit bis zu 80 Prozent bezuschusst zu bekommen. Gefördert wird das Programm durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Weitere Informationen zum Programm gibt es hier: https://www.unternehmens-wert-mensch.de/uwm-plus/uebersicht/

„Die Förderung muss ja aber auch nicht immer unbedingt in Euro erfolgen“, sagt Jürgen Wirobski, „wir bieten mit der WVG zum Beispiel eine Gründerberatung an. Auch wollen wir an Schulen für Unternehmensgründungen werben“. Das Gitz steht ebenfalls allen Unternehmern oder Gründern aus der Region offen. „Und falls wir nicht weiterhelfen können, wissen wir aber zumeist immer, wer dann der richtige Ansprechpartner wäre “, ergänzt Dr. Rainer Döhl-Oelze. Auch Andreas Dreyer betont, dass die Stadt Geesthacht auf eine gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft Wert legt und ebenfalls als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Auch wenn Dr. Rainer Döhl-Oelze, Andreas Dreyer und Jürgen Wirobski in ihrer Arbeit teilweise unterschiedliche Schwerpunkte sehen, raten alle drei dazu sich ausführlich beraten zu lassen. Denn gerade für kleinere und mittlere Unternehmen ist die Vielfalt an Fördermöglichkeiten einfach zu unübersichtlich. Für eine erste Information sind aber die oben genannten Anlaufstellen im Internet eine gute Möglichkeit um sich eine Übersicht zu verschaffen welche Chancen man auf eine Förderung hat.

Wer sich für Förderungen seines Unternehmens interessiert kann sich auch direkt an
Jürgen Wirobski https://wirobski-rathje.de/
Dr. Rainer Döhl-Oelze http://www.gitz-online.de/ oder
Andreas Dreyer https://www.geesthacht.de/ wenden.

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