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Geesthacht (LOZ). Anlässlich des 1. Wirtschaftsforum der Stadt Geesthacht, den der Wirtschaftsbeirat der Stadt angeregt hat und mit dem Geesthachter Innovations- und Technologiezentrum GITZ durchgeführt wurde, war klar: die Klimaziele sind nur zu erreichen, wenn wir ab sofort beginnen weniger zu verbrauchen. Ab 2025 würden die weltweit verheerende Auswirkungen der weltweiten Erwärmung bereits nicht mehr umzukehren sein. Geesthacht wäre bei den dann drohenden Szenarien „buchstäblich Küstenstadt“ einer gewaltigen Ost/Nordsee unmittelbar vor der Haustür. Schleswig-Holstein gäbe es nur noch rudimentär.

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Foto: Jürgen Karsch

 

Damit es nicht so weit kommt, müsse auf allen Ebenen CO2 einspart werden. Markus Prang, Geschäftsführer der Stadtwerke Geesthacht, vor den 115 Teilnehmern: „Wir sollten beginnen den CO2 Verbrauch zu besteuern und nicht einfach den Strom oder andere fossile Träger“. Einer der Beiträge zum Sparen sei die kluge Nutzung von Wasserstoff. Für die zukünftige Wasserstoffwirtschaft sind die kostengünstige Produktion von Wasserstoff sowie seine energetisch effiziente und kostengünstige Speicherung bei möglichst niedrigen Drücken, moderaten Temperaturen und mit hoher Kapazität wesentliche Voraussetzungen.

Um Herausforderungen der Charakterisierung neuartiger Werkstoffe mit Röntgen- und Neutronenbeugungstechniken begegnen zu können, werden hochreflektive Optiken benötigt, die auf speziellen nanostrukturierten Beschichtungen beruhen. Moderne Leichtbauwerkstoffe wie Magnesium müssen durch Beschichtungen gegen Korrosion geschützt werden.

Mit diesem komplexen Thema befasst sich Prof. Thomas Klassen, Leiter des Geschäftsbereichs Werkstofftechnologie des Helmholtz-Zentrums (HHSZ), der darüber auch den spannenden Impulsvortrag hielt. Der Geschäftsführer der Geesthachter Unternehmung Stühff GmbH, Holger Stühff, schilderte wie er erfolgreich und in enger Kooperation mit dem Helmholzzentrum mit seinem Unternehmen die Drucktanks entwickelt und produziert hat. Alleine diese Arbeiten führten zu weiteren EU geförderten Aufträgen. Das Helmholtz Zentrum und sein Unternehmen hoffen auf internationale Fertigungsaufträge des weltweit einmaligen Wasserstoffbehälters. Diese werden für den PKW-Verkehr eine nicht zu unterschätzende Bedeutung haben. Hohe Reichweiten, CO2 Neutralität und effiziente Speichermöglichkeiten bei nur 100Grad den verdichteten Wasserstoff nutzbar machen, werden ganz entscheidend die Zukunft des PKW-Bauens mitbestimmen. Allerdings wird es noch ein wenig dauern, bis die ersten flächendeckenden Wasserstoff Tankstellen den Autofahrern zur Verfügung stünden.

Die deutschen Automobilhersteller zeigen bereits großes Interesse an den Forschungsergebnissen aus Geesthacht. Damit hat Geesthacht als Wissenschaftsstandort seit über 150 Jahren eine fortwährende Tradition, so der Bürgermeister Olaf Schulze in seinem Beitrag. Die Erfindung des Dynamits, die GKSS Forschungseinrichtung ab 1956 und das Kernkraftwerk ab 1984 bis zur beginnenden Stilllegung seit 2011 sind Hochtechnologie und wirken weit über die Elbestadt hinaus.

Die lebhafte Podiumsdiskussion wurde engagiert und lebendig vom Wirtschaftsförderer der Stadt Geesthacht, Andreas Dreyer, moderiert. Der Geschäftsführer des GITZ Dr. Rainer Döhl-Oelze verwies auf die Bedeutung des GITZ für den Wirtschaftsstandort. „Nicht wenige Forschungsergebnisse führten zu erfolgreichen Ausgründungen und auch Umzügen in die Umgebung“.

Es war denn auch die Vorsitzende des Wirtschaftsbeirates der Stadt Geesthacht, Dr Christina Bischof-Deichnik, die darauf hinwies, dass der erste Beirat seiner Art in Norddeutschland nach nur einem Jahr seine Bedeutung als kompetenter Ansprechpartner und Impulsgeber für die Bürger, die Verwaltung und die Politik beweisen konnte und eine wirkliche Empfehlung an alle anderen Städte des Landes ist. Eine Aussage, die die beiden MdL Kathrin Wagner-Bockey (SPD) und Andrea Tschacher gerne unterstützen und weitertragen werden.

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Von links: Markus Prang, Holger Stühff, Dr. Christina Bischof-Deichnik, Prof. Dr. Klassen, Olaf Schulze, Andreas Dreyer. Foto: Jürgen Karsch

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