Print Friendly, PDF & Email

Lesezeit: 3 Minuten

(LOZ). Schnelligkeit, Beweglichkeit, und Anpassungsfähigkeit an die Märkte haben zu Beginn der vierten industriellen Revolution traditionelle Wettbewerbsmerkmale wie Marktbeherrschung, Unternehmensgröße und Markenstärke abgelöst. Daher steigt der Druck auf Unternehmen, sich organisatorisch zu wandeln. Um die Mitarbeiter in diesem Veränderungsprozess mitzunehmen, bedarf es einer besonderen sozialen Kompetenz in der Führung der Betriebe. Das Bewusstsein für die „menschliche Komponente“ der digitalen Transformation muss wachsen. Digitale Transformation gelingt nur, wenn Ängste und Emotionen der Mitarbeiter ernst genommen werden. Das sind wesentliche Erkenntnisse der Arbeitskonferenz „Stadt-Land-Fluss – Neue Arbeitswelten im HanseBelt“ der HanseBelt Unternehmerinitiative.

„Wesentlicher Motor erfolgreicher Veränderungsprozesse sind die Mitarbeiter. Genau dort begegnet man allerdings auch Hindernissen. Wir haben den Teilnehmern unseres Workshops Wege aufgezeigt, wie man Wiederstände aufspürt, versteht und ernst nimmt sowie seine Mitarbeiter auf dem Veränderungsweg begeistert mitnehmen kann. Veränderungen lösen nicht bei allen Mitarbeitern das gleiche Gefühl aus. Einige haben Angst davor“, sagte Cathleen Vogel, Leiterin Marketing & Kommunikation der Bockholdt KG. Sie hat gemeinsam mit Torsten Hecker, bei Bockholdt für Organisations-Entwicklung verantwortlich, einen Workshop zum Thema „Neophobie“ ausgerichtet.

In einem Impulsreferat von Oliver Rößling und Frank Eilers konnten sich die Teilnehmer ein Bild der zukünftigen Arbeitswelt machen. Das Duo ist derzeit in der Podcast-Welt unterwegs (zum Beispiel mit dem XING-Talk – Arbeit. Zukunft. Digital.). Sie beleuchteten als Unternehmer-Künstler-Gespann die Zukunft von Arbeit, Gesellschaft und Technologien aus verschiedenen Blickwinkeln. „Die Arbeitswelt verändert sich täglich. Kaum jemand arbeitet heute noch in festen Arbeitszeitmodellen“, betonte Frank Eilers. „Durch die Digitalisierung gibt es heute die Möglichkeit, im Homeoffice oder anderswo auf der Welt zu arbeiten. Eine Anwesenheit beim Arbeitgeber ist nicht mehr zwingend erforderlich. Starre Strukturen werden aufgebrochen und verändern sich zunehmend“, so Eilers.

„In diesen Veränderungsprozessen müssen die Mitarbeiter mitgenommen werden. Die Einstellung zur Arbeit spielt eine wichtige Rolle“, ergänzte Oliver Rößling. „Wenn ein Mitarbeiter mehr Freiraum von mir als Führungskraft erhält, arbeitet er wesentlich effektiver und meistens sogar mehr als eigentlich erforderlich“, so Rößling abschließend.

Durch die Digitalisierung haben sich Prozesse enorm beschleunigt. Anforderungen werden komplexer und damit weniger vorhersehbar. Eine Antwort darauf ist die eine agile Arbeitsweise wie die im zweiten Workshop präsentierte Methode Kanban. „Ziel ist es, immer auf der Suche danach zu bleiben, was verbessert werden kann. Daher ist es viel mehr als eine Methode, es ist eine Haltung. Ob analog oder digital, Kanban ist in sehr vielen Formen des Business anwendbar und eignet sich als ‚Personal Kanban‘ auch zum Selbstmanagement“, sagte Workshopleiterin Jeanette Rouvel von der SPI GmbH. Die Teilnehmer haben in einer Simulation mit Legosteinen die Effekte der agilen Methode live erlebt: Mit den Bausteinen stellen sie ein Projekt dar. Bei diesem spielerischen Konzept dürfen die Beteiligten Neues ausprobieren und können auch noch mal von vorn anfangen. „Eine großartige Vorgehensweise, um meine Mitarbeiter für die Chancen der Agilität zu interessieren“, so ein begeisterter Teilnehmer.

Im dritten Workshop konnten die Führungskräfte mit der „Hot-Pen“-Methode ihre eigenen Erfolgsbilder erstellen. Bei dieser Methode werden ambitionierte aber erfüllbare Ziele gesetzt. Die Belegschaft wird von Beginn an in die Prozesse mit eingebunden und kann ihr Feedback geben. „Bei den Mitarbeitern entsteht eine Identität mit dem Team und mit dem Unternehmen. So wächst über die Jahre eine ganz eigene Führungs- und Unternehmenskultur, die in erster Linie durch die Mitarbeiter selbst geschaffen wird“, betonte Workshopleiter Stephan Kowalski von der s-consit GmbH.

„Der rege Zuspruch an der Veranstaltung hat gezeigt, dass das Thema viele Unternehmer beschäftigt. Unsere Mitglieder möchten ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere Unternehmen weitergeben. Das macht unsere HanseBelt Initiative so einzigartig. Wir haben einen sehr vertraulichen Umgang miteinander und verfügen in unserem Netzwerk über ein Wissen von knapp 90 Mitgliedsunternehmen. So wurden alle Inhalte und Workshops aus den eigenen Reihen gestellt“, sagte Jan-Willem Roes, Leiter der Arbeitsgruppe Unternehmenskultur.

Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen