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Mehr Verkehrsunfälle - deutlich weniger Tote - weniger Verletzte

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Kiel (LOZ). Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote hat heute den Verkehrssicherheitsbericht 2019 vorgestellt.

„Insgesamt war die Entwicklung positiv. Die Zahl der zu beklagenden Verkehrstoten ist von 122 im Vorjahr wieder auf 100 zurückgegangen. Das ist wie schon 2018 der niedrigste Wert seit Einführung der Statistik. Auch die Zahl der Verletzten (13.590 (-1,4%) Unfallbeteiligte leicht und 2.248 (+5,6%) schwer verletzt) ist um 0,5 Prozent gesunken“, betonte der Minister.

Allerdings hätten sich leider vier negative Trends des Vorjahres bestätigt: „Die Zahlen der Unfälle mit Radfahrern und mit Senioren wachsen. Der am stärksten steigende Risikofaktor ist die Ablenkung durch elektronische Geräte. Und die Beanstandungen der Güterfahrzeuge auf unseren Straßen nimmt weiter zu. Verkehrsüberwachung und die damit verbundene Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger sind und bleiben deshalb ein Schwerpunkt unserer Arbeit“, so Grote

Ein weiteres wichtiges Thema sei – wie insgesamt in der Gesellschaft – auch im Straßenverkehr Aggression. „Verkehrsstraftaten, bei denen andere Menschen gefährdet werden, nehmen seit Jahren zu. Auch hier gilt, was wir mit unserer Kampagne für mehr Respekt gegenüber Rettungskräften in diesem Jahr thematisiert haben: wir alle müssen wieder rücksichtsvoller und achtsamer miteinander umgehen“, forderte Grote.

Fehlerhaftes Überholen und ungenügender Sicherheitsabstand seien Aggressionsdelikte im Straßenverkehr, die besonders schwere Unfallfolgen haben. Nahezu ein Viertel aller Verkehrsunfälle auf den Autobahnen seien auf die Unfallursachen Fehler beim Überholen und ungenügender Sicherheitsabstand zurückzuführen. Die Landespolizei verfolge diese Verstöße mit Videomessanlagen von Autobahnbrücken und durch den Einsatz von Videowagen im ganzen Land.

Wichtig sei dies vor allem auch gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern, wie Radfahrern. Mehr als jeder vierte Verunglückte (4370 - 27,4%) im Straßenverkehr war 2019 ein Radfahrer, Eine erfreuliche Ausnahme bildeten die Kinder, radfahrende Kinder verunglückten 38 (-5,8%) weniger als noch im Jahr davor. Mit 24,6 % stieg die Zahl der Pedelec-Unfälle (730) besonders deutlich. Diese machen mittlerweile einen Anteil von 15,9 % aller Radfahrunfälle aus, wogegen die Anzahl der Verkehrsunfälle mit konventionellen Fahrrädern um -1,6% gesunken ist. Zwar seien trotz des prozentualen Anstiegs dieser Bevölkerungsgruppe weniger Senioren an Unfällen beteiligt gewesen. Die Zahl sank um 2,5% auf 5.139. Die ältere Generation ab 65 Jahren sei jedoch besonders verletzungsgefährdet. Die Zahl der tödlich verunglückten Senioren stieg darüber hinaus um 9 (+23,1%) auf 48. „Damit zählt diese Gruppe mittlerweile zu den am stärksten gefährdeten Verkehrsteilnehmern““, so Grote. 2020 werde die Verkehrssicherheit des Radverkehrs deshalb ein Schwerpunkt der Landespolizei sein. „Die bundesweite Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben“ wird am 6. Mai unter dem Titel „Radfahrende im Blick“ durchgeführt“, betonte Grote.

Erfreulicherweise sei die Zahl der im vergangenen Jahr aufgenommenen Verkehrsunfälle mit Kindern auf 1.253 und damit um -4,4% gesunken. Insgesamt gibt es auch bei der Anzahl der verunglückten Kinder einen Rückgang auf 1.353 (-2,2%). „Natürlich ist unsere Polizei gerade bei Kindern im Bereich der Verkehrserziehung besonders präsent. Ich erinnere an die „Kantsteinhelden“ unserer Handpuppenbühne, die in diesem Jahr ca. 600 Auftritte hatten und landesweit ca. 20.000 Kinder besucht haben. Und selbstverständlich unterstützt die Landespolizei die Schulen bei der Vorbereitung auf die selbständige Teilnahme am Straßenverkehr in allen ersten Schulklassen sowie im Rahmen der Radfahrausbildung in allen 4. Klassenstufen“, so der Minister.

Beim Güterverkehr gebe es gute und schlechte Nachrichten. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen sei im Jahr 2019 erneut zurückgegangen (-6,8). Auch die Zahl der bei diesen Unfällen Verunglückten sank deutlich um -7,5%. „Was uns allerdings weiterhin als Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung beschäftigen wird, ist der Zustand der Güterfahrzeuge auf unseren Straßen. Bei 2302 Kontrollen gab es 1308 Beanstandungen. Und die Zahl der Beanstandungen steigt kontinuierlich. Es war richtig, dass unsere Polizei im Jahr 2019 unter dem Titel `Brummis im Blick` den Schwerpunkt der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion sicher.mobil.leben gesetzt hat.“

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