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Geesthacht (LOZ). Die SPD-Fraktion sieht nach wie vor mehr Chancen als Risiken in der Ansiedlung einer auf radiologische Untersuchungen spezialisierten Praxis im Geesthachter Gewerbegebiet Nord an der Mercatorstraße. Es werden hochwertige Arbeitsplätze geschaffen, das Angebot für wichtige Untersuchungen wird verbessert und damit ein Beitrag zum Gesundheitsstandort Geesthacht geleistet. Und nicht zu vergessen: Es sind relevante Gewerbesteuerzahlungen zu erwarten.

„Mehr Klarheit erwarten wir noch zur Behandlung von Kassenpatienten – ist dies geplant? Wie sind die Schritte und welche Gespräche laufen hierzu bereits? Ich kann mir nicht vorstellen und dies wurde von den anwesenden Experten indirekt auch bestätigt, dass sich eine Praxis allein mit Privatpatienten rechnet. Deswegen haben wir vorgeschlagen, auch dem Investor die Gelegenheit zu geben, sein Projekt im Ausschuss in Gänze vorzustellen. Das gehört zum guten Stil einer Stadt, die professionell Wirtschaftsförderung betreibt“, so Petra Burmeister, SPD-Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Planungsausschuss.

„Die in der öffentlichen Ausschusssitzung vorgebrachte Kritikpunkte von Grünen, Linken und dem Wirtschaftsbeirat sowie den Experten Prof. Kramer und Geschäftsführer Schwab (Johanniter-Krankenhaus) überzeugten die SPD-Vertreter überwiegend nicht. Als mögliche Auswirkung wurde genannt, dass Patienten aus anderen Praxen abwandern und diese schwächen würden, insbesondere Privatpatienten oder gleichgestellte Selbstzahler. „Hier fehlt uns angesichts der extremen langen Wartezeiten von 6 Wochen bis zu sechs Monaten für MRT-, CT- und andere radiologischen Untersuchungen der Glaube daran. Da überzeugt uns auch nicht die Position der kassenärztlichen Vereinigung, die unsere Region für gut versorgt hält. Wenn man weit genug weg sitzt, mag das so sein. Wenn man in Geesthacht auf eine Untersuchung wartet, sieht das anders aus. Und bekannt ist, dass viele Untersuchungen z.B. in Bergedorf stattfinden. Das muss aus unserer Sicht nicht so bleiben - die können gerne zukünftig in Geesthacht stattfinden.“

Die von der SPD frühzeitig in die Diskussion gebrachte Ansiedlung in der Innenstadt lässt sich nicht in absehbarer Zeit realisieren. Es fehlt schlichtweg an geeigneten Flächen der Stadt oder Planrecht. Es kann keiner der privaten Grundstückseigentümer in der Innenstadt verpflichtet werden, jemanden anzusiedeln. Und die Stadt kann auch keinen Investor oder Immobilieneigentümer zwingen, bestehende Immobilien zu verkaufen oder teuer umzubauen. „Vor diesem Hintergrund fremdeln wir – ehrlich gesagt - auch mit der Position des Wirtschaftsbeirats und anderer, die durchblicken ließen, man könne die Ansiedlung positiv sehen, wenn eine Innenstadtlage möglich wäre. Da der Investor alternative Ansiedlungsmöglichkeiten in der Region hat, heißt es letztlich „hopp oder top“. Entweder WFL und Geesthachts Politik sagen ja oder die Ansiedlung findet in der Nähe statt – dann ohne die positiven Effekte für Geesthacht“, so das Fazit der SPD-Fraktionsvorsitzenden Petra Burmeister.

„Wer grundsätzliche Zweifel an dem gegenwärtigen Versicherungssystem in der Gesundheitspolitik mit Privat- und Kassenpatienten hat, kann bei der nächsten Bundestagswahl sein Kreuz an der richtigen Stelle machen. In Geesthacht wird dieses Grundproblem nicht zu lösen sein.“

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