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(LOZ). Bauherren erhalten künftig mehr Sicherheit und Transparenz. Ab Januar 2018 gilt ein Widerrufsrecht beim Abschluss von Bauverträgen, das vor übereilten Entscheidungen schützt. Darüber hinaus müssen Unternehmen einen verbindlichen Fertigstellungstermin angeben und eine umfassende Baubeschreibung übergeben.

Nach der gesetzlichen Definition im neuen § 650i BGB ist ein Verbraucherbauvertrag ein Vertrag, bei dem ein Verbraucher einen Unternehmer zum Bau eines neuen Gebäudes oder zu erheblichen Umbaumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude verpflichtet. Damit unterliegen nur größere Baumaßnahmen den neuen Vorschriften. So werden Bauherren geschützt:

Gesetzliches Widerrufsrecht bei Verbraucherbauverträgen
Künftig müssen Baufirmen ihren Kunden die Möglichkeit zum Widerruf einräumen und sie vor Vertragsunterzeichnung über ihre Rechte informieren.

Ausführliche Bau- und Leistungsbeschreibung als Pflichtbestandteil
Die Baubeschreibung muss künftig Angaben zu den Baukonstruktionen aller wesentlichen Gewerke beinhalten. Art und Umfang der angebotenen Leistung sind detailliert darzulegen. Auch Qualitätsmerkmale des Bauvorhabens, Pläne mit Raum- und Flächenangaben, Grundrisse und Schnitte sind aufzuführen und dem Verbraucher zu übergeben.

Festlegung der Bauzeit
Mit dem neuen Bauvertragsrecht muss die Baubeschreibung nun verbindliche Angaben zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Werks enthalten. Wenn der Beginn noch nicht fest steht, ist die Dauer der gesamten Baumaßnahmen anzugeben.

Neuregelung für Abschlagszahlungen
Die neue Schutzvorschrift sieht nun vor, dass die Baufirma maximal 90 Prozent der vereinbarten Gesamtvergütung als Abschlagszahlung fordern darf. Der Restbetrag wird frühestens nach der Abnahme fällig.

Erstellung und Herausgabe von Unterlagen
Das neue Recht verpflichtet Unternehmer, den Bauherren alle Unterlagen zum Nachweis der Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften zu übergeben, bevor das Bauvorhaben beginnt oder sobald sie erbracht werden können. Hierzu gehören etwa die Genehmigungsplanung, EnEV-Nachweise sowie Nachweise für die KfW-Förderung.

Bereits 2014 hat die Verbraucherzentrale ein Produktinformationsblatt für Bauverträge gefordert, um endlich Vergleichbarkeit und Rechtssicherheit für private Bauherren zu schaffen. Mit der Reform des Verbraucherbaurechts ab dem Jahreswechsel ist aus Sicht von Michael Herte, Jurist und Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, ein großer Beitrag für den Verbraucherschutz gelungen.

Verbraucher sollten sich in den letzten Monaten vor Jahreswechsel nicht dazu überreden lassen, noch einen Vertrag nach altem Recht zu schließen. Wenn Bauunternehmer mit Preiserhöhungen ab 2018 drohen, sollte man erst recht skeptisch werden.

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