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Grambek (wre). Bereits der zweiten Mal besucht der Landtagsabgeordnete der Grünen, Burkhard Peters, die Grambeker Fischteiche. Wurden bei seinem ersten Besuch 2014 die Teiche noch bewirtschaftet, liegen sie derzeit brach. Neben Pächter Michael Bothstede kümmert sich der vor rund einem Jahr gegründete Landschaftspflegeverein Grambeker Teiche und Umgebung derzeit um die Anlage.

Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Heinz Klöser, konnte Burkhard Peters über den derzeitigen Stand informieren und welche Pläne es für die Zukunft gibt. Unterstützt wurde er von Kora Kiepe, LLUR Int. Station Lauenburgische Landschaften.

Ende der 1940er Jahre wurde auf den Ackerflächen durch die hanseatischen Kieswerke Kies abgebaut. Die Knicks und Solitärbäume, meist Eichen, blieben erhalten. Nach Beendigung des Kiesabbaus Anfang der 1960er Jahre entstanden die Teichflächen, die durch Quellwasser und die Delvenau gespeist wurden.

Ende 2016 wurde die Fischzucht eingestellt. Pächter Michael Bothstede gab den Kampf gegen Kormorane und Fischotter auf. Zu hoch waren die Verluste. Es gibt aber bereits Pläne, die Fischzucht wieder aufzunehmen.

Aber ob die Teiche nun bewirtschaftet werden, oder nicht, es hat sich dort ein vielfältiges Biotop entwickelt, das in der Region einzigartig ist. „Es tummeln sich hier viele Amphibien. Auch das braune Zypergras breitet sich als Pionierpflanze aus, sogar den Waldwasserläufer konnten wir beobachten“, so Dr. Klöser. Noch sind dort auch Kormorane, Reiher und manchmal auch der Seeadler anzutreffen. Da dort aber derzeit keine Fische mehr gezüchtet werden, wird auch das Nahrungsangebot knapp. „Unser Schwerpunkt liegt derzeit auch bei den Amphibien“, so Kiepke. Viele Frösche und Kröten finden dort ideale Bedingungen vor. Durch das Trockenlegen einiger Teiche im Winter können sie dort im Frühjahr ungestört laichen. Denn wo es keine Fische mehr gibt, fehlen auch die Fressfeinde. „Spätestens alle drei Jahre sollten die Teiche aber wieder geflutete werden damit sie nicht zu wuchern“, ergänzt Dr. Klöser.

Die Artenvielfallt war aber bereits schon während der Bewirtschaftung vorhanden. „Es ist ein gutes Beispiel, das sich ein intaktes Ökosystem und Bewirtschaftung nicht ausschließen“, so Burkhard Peters. In dem Fall sogar eher im Gegenteil, denn erst durch die Bewirtschaftung entstand dieses einzigartige Biotop, das es jetzt gilt zu erhalten.

Es soll aber noch ein Versuch unternommen werden dort erfolgreiche Fischzucht zu betreiben ohne das Kormoran und Fischotter alles leer fressen. Es sollen dort künftig Quappen gezüchtet werden. Der Dorschartige Knochenfisch hält sich am Boden auf und ist schwer zu finden für die Fischräuber am Teich. „Man muss ohnehin überlegen welche Möglichkeiten es noch gibt. In Asien zum Beispiel werden die Teiche im Sommer immer stark Grün gehalten, da ist dann ebenfalls kein Fisch zu sehen, und den Fischen geht es gut“, sagt Dr. Klöser.

Der Verein plant in diesem noch eine Führung durch das Gebiet zu machen, wo es dann sicherlich für Besucher viel zu entdecken gibt.

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