Der Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“ feiert Jubiläum

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(LOZ). Die Schaalsee-Landschaft ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr für naturbegeisterte Menschen - die grüne Oase im ehemaligen Grenzgebiet begeistert mit ihren artenreichen Seen, Mooren, Wäldern und offenen Kulturflächen Touristen und Einwohner zugleich.

Doch das war nicht immer so: Die Grenzsituation war für die Natur Segen und Fluch. Während sie sich in einigen Teil unberührt entwickeln konnte, führten in anderen Teilen Grenzanlagen, vegetationsfreie „Todesstreifen“ und ständige Patrouillen durch Hubschrauber und Schnellboote zu erheblichen Störungen. Mit der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung Deutsch-lands war dann die Chance gegeben die gesamte Schaalsee-Landschaft langfristig zu sichern und zu entwickeln.

Aus diesem Grund gründeten die Landkreise Herzogtum Lauenburg, Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg sowie die Umweltstiftung WWF Deutschland den Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“ als ersten länderübergreifenden Naturschutzzweckverband in Deutschland. Der Zweckverband übernahm die Betreuung des Naturschutzgroßprojektes.

„Alljährlich findet eine Zweckverbandsversammlung statt, in der Vertreter der Landkreise und des WWFs die Arbeitsschwerpunkte festlegen, ein kleines Naturschutzparlament, das sich sichtbar bewährt hat", freut sich Thomas Neumann, der das Projekt für den WWF begründete.

In dem knapp 15.000 Hektar großen Projektkerngebiet befindet sich eines der bedeutendsten Teilstücke des von Nord nach Süd durch Deutschland verlaufenden „Grünen Bandes“. Seit 30 Jahren setzt sich der Zweckverband nun bereits für den Schutz der Natur dieser Landschaft ein, mit Erfolg. Mit Fördermitteln des Bundesamtes für Naturschutz und aus Landesmitteln sowie auch durch den Flächentausch mit Landwirten konnten bereits knapp 4.800 Hektar dieses Gebietes durch Eigentum gesichert werden und bilden die Kernstücke von Naturschutzgebieten und dem Biosphärenreservat.

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Wieder über 100 Kranichpaare brüten in der Schaalsee-Landschaft. Foto: T.Neumann/WWF

 

Neben großen Wildniswäldern mit Buchen und Eichen, die nicht mehr genutzt werden, wurden Moore renaturiert, und anstelle von Maisfeldern alte Kulturlandschaften restauriert. So werden über 1.300 Hektar von 15 Ökobetrieben mit angepassten Rinderrassen für die Artenvielfalt des Offenlandes erhalten. Diesen Maßnahmen ist es zu verdanken, dass die ehemals stark gefährdeten Kraniche und Seeadler mittlerweile mit über 100 bzw. sieben Paaren in der Region leben und sich die Fischotterpopulation stabilisiert hat. Auch der Nährstoffzufluss in dem Schaalsee konnte so erheblich verringert werden.

Das Projekt „Schaalsee-Landschaft“ wurde im Zeitraum von 1992 bis 2009 mit insgesamt rund 26 Millionen Euro gefördert. Dieses entspricht 75 Prozent der Investitionskosten (Flächenankauf, Biotopmaßnahmen, Pflege- und Entwicklungsplanung). 15 Prozent der Kosten übernahmen die Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, die restlichen 10 Prozent der WWF.

Partner des Projektes sind die staatlichen Naturschutzinstitutionen, das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe und der Naturpark Lauenburgische Seen. Diese bringen zusätzliche Flächen ein. „Die Erfolge im Naturschutz in der Schaalsee-Region in den letzten 30 Jahren zeigen, wie viel man erreichen kann, wenn man sich gemeinsam für ein Ziel einsetzt. Die Kooperation der Landkreise und des WWFs sowie die Unterstützung durch die Partner, waren dabei ausschlaggebend. Wir freuen uns auf die nächsten 30 Jahre“, betont Dr. Christoph Mager, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes.

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