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Hamburg (LOZ). Der Tourismus in Hamburg boomt - mit allen Vor- und Nachteilen für die Stadt und ihre Bewohner. Eine neue Initiative von Tourismusverantwortlichen soll Randbezirke touristisch besser erschließen und die Gästemassen besser über das Stadtgebiet verteilen. Neue Hotels sollen unter anderem auch in Harburg entstehen - kann das Konzept aufgehen und könnte auch Lauenburg und das restliche Umland profitieren?

Übernachtungszahlen haben sich innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt

Innerhalb von nur zehn Jahren haben sich die Übernachtungszahlen in Hamburg fast verdoppelt - das bleibt nicht ohne Folgen. Die Vorteile eines boomenden Tourismus liegen auf der Hand: Die Gäste spülen Geld in die Kassen lokaler Betriebe, schaffen Arbeitsplätze und sorgen für ausgebuchte Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Aus touristischer Sicht ist es ein riesiger Erfolg, dass sich von 2007 bis 2017 die Übernachtungen von 7,4 Millionen auf 13,8 Millionen erhöht haben. 100.000 Jobs hängen laut eines Artikels der Hamburger Morgenpost an der Branche und 2018 sollen 14 neue Hotels eröffnen, die ebenfalls neue Stellen schaffen. Doch auch beim Tourismus muss ein für Anwohner wie Gäste verträglicher Mittelweg gefunden werden. Beispiel Barcelona: Dort haben sich die Übernachtungszahlen seit 1990 verzehnfacht. Kritische Stimmen sagen, dass in Barcelona inzwischen ganze Stadtteile fast ausschließlich in der Hand von Touristen seien. Der Grund dafür ist, dass Hotels und Pensionen vorwiegend in innerstädtischen Bezirken und in der Nähe zu beliebten Sehenswürdigkeiten entstehen.

Touristen über die Stadt verteilen: Neue Hotels in Harburg und Bergedorf

Damit das in Hamburg nicht passiert, möchte der Hamburger Tourismus-Chef Michael Otremba die Ströme leiten und besser über das Stadtgebiet verteilen - das berichtet der NDR in einem aktuellen Beitrag. Gleich fünf neue Vollzeitkräfte sollen innerhalb Hamburgs neue Flächen aufstöbern. Als neue Hotspots für Hotels wird neben Harburg auch Bergedorf genannt. Kann der Plan aufgehen? Schließlich macht ein Hotel allein einen Ort noch nicht zu einem touristisch attraktiven Ziel. Ein Ausbau der Infrastruktur muss ebenfalls in diesen Prozess einbezogen werden: So müssten für ein Gelingen des Konzepts auch die Bahnanbindungen für die Gäste ausgebaut werden. Auch gilt es, Vorteile der anvisierten Stadtteile besser bekannt zu machen: So dürften selbst die schönsten Orte der äußeren Stadtteile - wie etwa der Harburger Binnenhafen - bei einem Gros der Touristen kaum bekannt sein.

Alternative Tourismuskonzepte könnten auch in Lauenburg für mehr Gäste sorgen

Auch gilt es, alternative Tourismuskonzepte zu finden. Wie das geht, kann sich Hamburg unter anderem im Harz anschauen: War der Tourismus dort bis vor Kurzem noch ein Saisongeschäft im Winter, wird inzwischen ein Großteil der Übernachtungen außerhalb der Wintermonate gezählt, berichtet der NDR. Zu den zahlreichen Hotels an den Pisten haben sich inzwischen familienfreundliche Ferienhäuser gesellt, die dank spezialisierter Webportale immer leichter gefunden werden können und neue Zielgruppen ansprechen. Der Erfolg liegt aber auch darin begründet, dass alle zehn Skigebiete im Harz inzwischen auf Ganzjahreskonzepte setzen und alternative Aktivitäten wie Mountainbiking oder Wandern bekannter gemacht haben.

In Hamburg dürfte es nicht schwerfallen, vergleichbare Argumente für weniger zentrale Bezirke zu finden: Natur und Naherholung abseits der großstädtischen Menschenmassen werden immerhin schon jetzt verstärkt gesucht. Hier könnte mit der richtigen Marketingstrategie auch Lauenburg punkten: Schon jetzt führen Minikreuzfahrten von Hamburg Bergedorf - einer jener Bezirke, die künftig mehr Hotels bekommen sollen - vorbei an Lauenburg nach Mölln. Ähnliche Fahrten werden direkt nach Lauenburg angeboten - allerdings nur mit Rückfahrt nach Hamburg. Würde man Städte wie Lauenburg, Ratzeburg oder Mölln und ihre umfassenden Freizeitangebote - von Radfahren über Wandern bis Wassersport - auch bei internationalen Gästen bekannter machen und zudem die Schifffahrtsverbindungen nach Hamburg ausbauen, könnte der Tourismus auch hier in der Region profitieren.

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