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(LOZ). Neues Jahr, neues Steuerglück: Der Fiskus zeigt sich 2019 von seiner spendableren Seite. Vorteile entstehen für Steuerzahler unter anderem bei Kindergeld, Kinderfreibetrag und Grundfreibetrag. Jobtickets werden steuerfrei gestellt. Es gibt eine Entlastung bei Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Streng wird der Fiskus in 2019 mit der Steuererklärung 2018 verfahren: Wer die neue Abgabefrist Frist bis 31. Juli 2019 überzieht, der muss mit Verspätungszuschlägen rechnen.

„Viele Steuerzahler dürften diese Änderungen spüren, zumindest ein wenig“, sagt Kirsten Otte von der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer, Lohnsteuerhilfeverein, Beratungsstelle Ritzerau.

Mehr Geld

Das Kindergeld wird pro Monat um 10 Euro erhöht. Die Änderung gilt ab dem 1. Juli 2019. Bereits ab 1. Januar 2019 steigt der Kinderfreibetrag um 192 Euro von 7.428 Euro auf 7.620 Euro. Die weitere Erhöhung ist bereits beschlossene Sache: Ab 1. Januar 2020 wird der Kinderfreibetrag noch einmal um 192 Euro angehoben und zwar auf 7.812 Euro.

Auch der sogenannte Grundfreibetrag wird angehoben. Dieser steigt ab 1.1.2019 um 168 Euro von 9.000 Euro auf 9.168 Euro, und zum 1.1.2020 um weitere 240 Euro auf 9.408 Euro.

Neue Abgabefrist und Zuschläge für „Steuertrödler“

Zuerst die gute Nachricht: Ab dem Jahr 2019 verlängert sich die Abgabefrist für die Steuererklärung um zwei Monate. „Deadline“ ist jetzt der 31. Juli. Für Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberater wird die Abgabefrist ebenfalls um zwei Monate verlängert. Das heißt: Die Steuererklärung 2018 muss spätestens Ende Februar 2020 eingereicht werden.

Wer ab dem Steuerjahr 2018 seine Einkommensteuererklärung verspätet abgibt, der muss mit Verspätungszuschlägen rechnen. Bisher hatte das Finanzamt einen Ermessensspielraum. Doch das „Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens“ vom 1. Januar 2017 setzt diesen jetzt wesentlich enger. Das bedeutet: Wer zu spät seine Steuererklärung abgibt, der muss mit einem Verspätungszuschlag für jeden angefangenen Monat von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuernachzahlungen rechnen. Mindestens liegt dieser jedoch bei 25 Euro pro Verspätungsmonat. Hinzukommen wie bisher noch gegebenenfalls Zinsen von 0,5 Prozent pro Monat bezogen auf die festgesetzte Steuernachzahlung.

Steuerliche Förderung der Mobilität

Jobticket: Stellt der Arbeitgeber das Ticket für die Fahrt zur Arbeit, dann ist die künftig steuerfrei. Das gilt auch für die private Nutzung des Jobtickets. Bislang hatte das Finanzamt das Ticket als steuerpflichtigen Arbeitslohn gewertet. Die Steuerfreiheit gilt allerdings nur für die „Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr“, nicht für Flugtickets oder Taxi-Fahrten.

„Allerdings wird im Gegenzug das Jobticket auf die Entfernungspauschale angerechnet“, sagt Kirsten Otte.

Elektro-Dienstwagen: Wer ein Elektro- oder extern aufladbares Hybridelektrofahrzeug als Dienstwagen fährt, und dieses Fahrzeug auch privat nutzt, der wird steuerlich deutlicher entlastet. Bislang gab es einen Steuervorteil nur für die kostspielige Batterie. Nunmehr wird der Vorteil aus der privaten Nutzung des E-Dienstwagens zwar nach der 1-Prozent-Methode berechnet, allerdings wird davon nur die Hälfte besteuert. Die Einschränkung: Den Steuervorteil genießt nur derjenige, dessen Fahrzeug nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschafft oder geleast wird.

Dienstrad: Die private Nutzung eines Dienstrads bzw. eines Elektrofahrrads ist künftig steuerfrei. Der geldwerte Vorteil muss also nicht versteuert werden. Die Einschränkung: Das gilt nicht für Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeuge einzuordnen sind, weil sie zum Beispiel für Geschwindigkeiten über 25 km/h zugelassen sind. Die private Nutzung eines „schnellen“ E-Bikes muss weiterhin nach der 1-Prozent-Methode versteuert werden.

„Immerhin konnte sich die Bundesregierung zu Steuererleichterungen im Detail durchringen“, sagt Kirsten Otte: „Insgesamt wird aber dennoch beim Thema Mobilität die große Unentschlossenheit sichtbar.“

Rentenerhöhung 2019

Für den Sommer 2019 ist wieder eine Rentenerhöhung angekündigt, die voraussichtlich über drei Prozent liegen soll. Die Schattenseite der Rentenerhöhung: Rund 48.000 Rentnerinnen und Rentner werden dabei erstmals steuerpflichtig, so das Bundesfinanzministerium. Nach Angaben des Fiskus müssten dann 2019 insgesamt etwa 4,98 Millionen Ruheständler Steuern zahlen.

Kirsten Otte: „Bei all diesen zum Teil komplizierten Detailregelungen zeigt sich: Wer alle in Frage kommenden Steuervorteile ausschöpfen möchte, der sollte sich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater wenden.“