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(LOZ). Für viele Verbraucher haben Eier einen bitteren Beigeschmack. Denn jedes Jahr werden in Deutschland bei der Zucht von Legehennen etwa 50 Millionen männliche Küken getötet.

Da die Brüder der Legehennen wenig Fleisch ansetzen, lohnt sich ihre Aufzucht aus Sicht vieler Landwirte wirtschaftlich nicht. Die männlichen Eintagsküken werden gesetzlich legal direkt nach dem Schlüpfen getötet. Dagegen können Verbraucher beim Eierkauf ein Zeichen setzen.

Bei der modernen Hühnerzucht ist hoher Ertrag das Ziel: Hühner sollen schnell viel Fleisch ansetzen oder viele Eier legen. Für männliche Küken bedeutet das den Tod direkt nach dem Schlüpfen. Dass es auch anders geht, zeigen Initiativen für die Aufzucht von Bruderhähnen. Da die Mast der Hähne vergleichsweise aufwendig und teuer ist, kosten die Eier von solchen Initiativen etwas mehr als vergleichbare Eier.

Bioläden verkaufen beispielsweise Eier der „Bruderhahn Initiative Deutschland (BID)“ oder „Haehnlein“. In Supermärkten gibt es Eier aus dem Programm „SPITZ & BUBE“. Dutzende weitere Marken mit ähnlichen Namen sind im Handel zu finden. Einen Überblick bietet die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite.

Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sucht nach anderen Lösungen, um das Kükentöten zu beenden. Eine Möglichkeit bietet die Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei. Dafür wird eine Flüssigkeitsprobe aus dem Ei untersucht oder das Ei wird durchleuchtet. Beide Verfahren schaden dem Küken nicht. Nach der Unterscheidung der Eier werden die Legehennen ausgebrütet. Die übrigen Eier dienen zum Beispiel als Futtermittel. Die Genauigkeit der Analyse liegt heute bei etwa 98 Prozent. Eier aus diesem Verfahren gibt es unter dem Namen „Seleggt“ bereits in einigen Supermärkten zu kaufen.

Rückkehr zu Zweinutzungshühnern

Die tierfreundlichste Lösung aus Sicht der Verbraucherzentrale wäre eine Rückkehr zu Zweinutzungshühnern, wie sie bis in die 50er Jahre in der Landwirtschaft üblich waren. Diese Hühner setzen Fleisch an und eignen sich auch als Legehennen. Verglichen mit der Ei- und Fleischproduktion von Hochleistungshühnern ist die Ausbeute bei solchen Rassen geringer. „Immer mehr Verbraucher erwarten ein Umdenken in der Tierhaltung“, sagt Selvihan Koç von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Im Hinblick auf das Tierwohl wären Zweinutzungsrassen der beste Weg.“

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