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(LOZ). Viele Schleswig-Holsteiner sind unzufrieden mit der Deutschen Post. Bei der Verbraucherzentrale häufen sich Beschwerden über verspätete Briefe und Probleme mit Paketlieferungen. Die Verbraucherzentrale fordert, dass die Post im Zuge ihrer angekündigten Portoerhöhung Briefe künftig pünktlich innerhalb von drei Tagen zustellt.

Wenn die Post zu spät ankommt, kann das für Betroffene ärgerliche Folgen haben. So verpasste eine Familie aus Bordesholm die Anlieferung ihrer neuen Möbel. Zwar hatte die Spedition den Liefertermin rechtzeitig per Brief angekündigt, doch die Post kam zu spät an. In einem anderen Fall lag der Brief mit bestellten Eintrittskarten für ein Fußballspiel erst nach neun Tagen im Briefkasten der Empfänger – zu spät, denn das Spiel war bereits vorbei. Mehrere Verbraucher aus Melsdorf beschwerten sich, weil sie im Mai zum wiederholten Mal mehr als Woche lang überhaupt keine Post erhalten hatten.

Tausende Beschwerden bei der Bundesnetzagentur

Der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht der Bundesnetzagentur bestätigt das Bild der unzuverlässigen Post. Demnach hat sich die Zahl der Beschwerden von 2017 auf 2018 verdoppelt und bleibt im Jahr 2019 auf einem hohen Niveau. Bis Ende April 2019 sind bei der Bundesnetzagentur bereits 4.750 Beschwerden wegen ausbleibender und verspäteter Briefe eingegangen.

Einen Rechtsanspruch auf pünktliche Zustellung haben Verbraucher bisher nicht. In ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gibt die Deutsche Post keine verbindlichen Lieferzeiten für Standardbriefe an. „Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist das völlig unverständlich – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Post gerade drastische Preiserhöhungen angekündigt hat“, sagt Dr. Boris Wita, Referent für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Verbraucherzentrale fordert Zustellung innerhalb von drei Tagen

„Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein fordert, dass die Post im Zuge des erhöhten Portos Briefe in Deutschland künftig pünktlich innerhalb von drei Tagen zustellt. Falls sie ihre Zuverlässigkeit nicht deutlich verbessert, sollte dies vom Gesetzgeber festgeschrieben werden“, so Wita.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen betreibt zum Thema Post-Ärger ein Online-Portal (www.post-aerger.de). Dort veröffentlichen die Verbraucherschützer Beschwerden zur Zustellung von Briefen und Paketen sowie Umfrageergebnisse und Tipps für Verbraucher. Mit den dort eingehenden Beschwerden arbeitet die Verbraucherzentrale die Probleme auf dem Postmarkt systematisch auf.

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