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(LOZ). Fleischersatz liegt im Trend. Schnitzel, Wurst, Frikadellen und vieles mehr gibt es in Supermärkten auch als fleischlose Varianten zu kaufen. Immer mehr Deutsche greifen zu, weil sie weniger Fleisch essen und damit etwas für das Klima und ihre Gesundheit tun wollen. Doch nicht jeder Fleischersatz ist gesund oder nachhaltig.

Obwohl nur etwa sieben Prozent der Deutschen Vegetarier sind[1], steigt die Nachfrage nach Fleischersatz seit Jahren. Beliebt sind die Produkte, weil viele Deutsche ihren Fleischverzehr einschränken und sich für vegetarische Alternativen entscheiden. Diese Flexitarier (Teilzeitvegetarier) stehen für einen gemäßigten, nachhaltigen Verzehr von Fleisch und legen oft Wert auf Qualität. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind etwa zwölf Prozent der Deutschen Flexitarier. Weitere neun Prozent wollen laut Statistik künftig weniger Fleisch essen.[2]

Grünes Design und würziger Geschmack verkaufen sich gut

Die Gründe für diesen Ernährungsstil liegen im zunehmenden Bewusstsein für Tierwohl, Klima- und Umweltschutz sowie für die eigene Gesundheit. Hersteller von Fleischersatz haben den Trend erfolgreich aufgegriffen und bringen eine stetig wachsende Auswahl fleischloser Schnitzel, Würstchen und anderer Produkte auf den Markt. Ansprechende Namen, Verpackungen mit grünem Design und ein würziger Geschmack tragen zum Erfolg der Produkte bei. Allein im ersten Halbjahr 2019 ist der Umsatz mit Fleischersatzprodukten in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen.[3]

Schadstoffe und Geschmacksverstärker im Fleischersatz

Gesund sind nicht alle Fleischersatzprodukte: Tests haben ergeben, dass einige Produkte mit Bestandteilen aus Mineralöl belastet sind.[4] Diese Schadstoffe können sich im Körper ansammeln. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft sie als besorgniserregend ein. Zudem enthalten Ersatzprodukte diverse Zusatzstoffe. „Damit ein veganes Schnitzel so deftig wie Fleisch schmeckt und aussieht, setzen Hersteller Aromen, Geschmacksverstärker und Farbstoffe ein“, erklärt Selvihan Koç, Referatsleiterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Hinzu kommt: Diese Produkte enthalten oft besonders viel Fett, Zucker und Salz. Im Kampf gegen ernährungsbedingte Krankheiten und für gesündere Fertigprodukte unterstützt die Verbraucherzentrale die nationale Reduktions- und Innovationsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Mithilfe einer freiwilligen Selbstverpflichtung soll die Lebensmittelindustrie den Gehalt von Fett, Zucker und Salz in Fertigprodukten verringern. „Wir setzen uns dafür ein, dass Verbraucher künftig gesündere Alternativen im Handel finden“, so Selvihan Koç.

Tipps für den Einkauf und die Küche

Nicht alle Ersatzprodukte sind schlecht – es kommt auf die Zusammensetzung an. „Die Zutatenliste sagt deutlich mehr aus als eine Verpackung mit Öko-Touch. Je kürzer die Zutatenliste, desto besser“, sagt die Expertin für Lebensmittel. Der beste Weg: Fertiglebensmittel durch Selbstgemachtes aus natürlichen Zutaten ersetzen. Ein Bratling aus Linsen, Kichererbsen oder Gemüse eignet sich genauso für Pfanne und Burger wie ein fertig gekaufter Fleischersatz.

Mehr Informationen bietet die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite: https://www.verbraucherzentrale.sh/aktuelle-meldungen/lebensmittel/vegetarische-alternativen-oft-schlecht-gekennzeichnet-teils-ungesund-19742

1Quelle: forsa Ernährungsreport 2019: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Forsa_Ernaehrungsreport2019-Tabellen.pdf?__blob=publicationFile

2 Quelle: DGE, https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/flexitarier-die-flexiblen-vegetarier/

3 Quelle: GfK Consumer Index: https://www.gfk.com/fileadmin/user_upload/dyna_content/DE/documents/News/Consumer_Index/Consumer_Index_06_2019.pdf

4 Quelle: Ökotest, https://www.oekotest.de/essen-trinken/Vegane-Burger-im-Test-Jeder-zweite-Patty-verunreinigt-mit-Mineraloel_10922_1.html

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