Traditionelle Rezepte neu entdecken und die lokale Landwirtschaft unterstützen

(LOZ). Der Trend geht zur Regionalität! Deutschlandweit entdecken Gastronomen die lokalen kulinarischen Vermächtnisse neu und bieten ihren Gästen traditionelle Gerichte in modernen Variationen. Auch der Lauenburger Kreis muss sich dabei nicht verstecken: Die südlichste Region Schleswig-Holsteins beeindruckt mit spannenden kulinarischen Kreationen, die Einflüsse der niedersächsischen, dänischen und friesischen Küche geschmacklich vereinen.

Gutes aus dem Land zwischen den Meeren

Unsere Regionalküche liebt die Gegensätze: Süße Speisen werden mit sauren oder salzigen Geschmackskontrasten kombiniert – man kennt diese spannende Ambivalenz als Broken sööt. Ein traditioneller Klassiker ist die Geschmackskombination söötsuur (also süßsauer), die man in der traditionellen süßsauren Gänsekeule oder süßlichem Rübenmalheur deutlich herausschmeckt. Der hohe Waldanteil des Herzogtums Lauenburg bereichert die regionale Küche außerdem mit Kreationen aus heimischem Wild: Die stark gesalzenen Fleisch-Gerichte entfalten mit süßen Beilagen ihren wunderbar regionaltypischen Geschmack. Auch das Fleisch von Robustrindern, die zu Lebzeiten als „Landschaftspfleger“ auf den nordischen Weiden unterwegs waren, kommt je nach Saison mit süßen Backpflaumen, Rosinen oder fruchtigen Saucen auf den Tisch.

Ganz oben auf der regionaltypischen Speisekarte steht auch der fangfrische Fisch – insbesondere der Stint. Zum Frühjahr wandert er zum Laichen die Elbe hinab und wird als Gourmet-Gericht in Lauenburg serviert. Zum Sommer löst die große Maräne vom Ratzeburger- oder Schaalsee den Stint ab: Sie ist gebraten, gedünstet oder geräuchert ein Genuss für alle traditionsbewussten Gourmets. Backpflaumen oder Rosinen ergänzen mit ihrer zarten Süße den herzhaft gebratenen Fisch und sorgen damit für das beliebte Broken-sööt-Aroma.

Tradition mit Tradition

Seit 1994 pflegen sich die lauenburgischen Gastronomen die Tradition, jährlich ein besonderes Gericht zu kreieren, das sich ausschließlich regionaler Zutaten bedient. So wird mit dem „Lauenburg’schen Teller“ die traditionelle Küche immer wieder neu entdeckt und kreativ ausgelegt. Die Ergebnisse der Aktion stehen dabei auch verlässlich für Qualität und Regionalität.

Übrigens: Wer sich ganzjährig auf regionale kulinarische Qualität verlassen will, der achtet beim Retaurant-, Café- und Hotelbesuch einfach auf das Gütesiegel „Feinheimisch“.

Selbst regional kochen und kaufen

Der Kauf von regionalen Produkten ist nicht nur für den „Lauenburg’schen Teller“ eine gute Idee: Der Besuch im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt stärkt die lokale und ökologische Landwirtschaft und ist außerdem besonders umweltverträglich. Frisch vom Biobauern gekaufte Obst- und Gemüsesorten wie Gurken oder Äpfel sind meist pestizidfrei und können daher unbedenklich mit Schale gegessen werden. Dennoch sollte man vor dem Verzehr Obst und Gemüse waschen, um mögliche Verunreinigungen und Keime zu entfernen. Auch kulinarisch liegt saisonales Gemüse ganz weit vorne: Schließlich wissen die Norddeutschen am allerbesten, dass Grünkohl – klassisch mit Pinkel und karamellisierten Röstkartoffeln serviert – nur saisonal zum Beginn der kalten Jahreszeit richtig gut schmeckt.

Regionalität steht nicht nur beim Kauf von Gemüse hoch im Kurs: Auch beim Konsum tierischer Produkte lohnt der Besuch in den Hofläden. Sie überzeugen mit nachvollziehbaren Haltungsbedingungen, einer guten Ökobilanz und herausragender Lebensmittelqualität. Wer sich selbst von den Tierhaltungsbedingungen vor Ort überzeugt hat, dem schmeckt der traditionelle Gröne Heini, das Buddenbrook-Menü, der Holsteiner Katenrauchschinken oder das Schwarzsauer gleich doppelt so gut. Ein nachhaltiger Kauf muss allerdings gar nicht aufwendig sein: Fleisch aus guten Haltungsbedingung gibt es auch auf dem Wochenmarkt. An diversen Milchtankstellen kann Milch einfach und direkt am Hof abgezapft werden. Wer keinen Hof in der Nähe hat, kann beim Eier-Automaten Bio-Eier direkt vom regionalen Erzeuger beziehen.

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