Die Immobilienpreise sind in den letzten zwei Jahren in Schleswig-Holstein um stolze 50 Prozent gestiegen, in manchen Regionen fiel der Anstieg noch höher aus. Dementsprechend steigen auch die Mieten an, sodass vernünftig bezahlbare Wohnungen und Häuser mittlerweile Mangelware geworden sind. Der Traum von einer schönen Immobilie für eine niedrige Miete gehört somit längst der Vergangenheit an.

Soweit so gut. Mieter haben nun die Qual der Wahl, ob sie sich für eine teure Mietwohnung entscheiden möchten. Darüber hinaus können sie auf Nummer sicher gehen und eine Wohnflächenberechnung durchführen lassen. Denn häufig ist es der Fall, dass die tatsächliche Quadratmeterzahl von der im Mietvertrag abweicht. Mieter zahlen hier schlichtweg zu viel!

Auch Corona zwingt den Aufwärtstrend nicht in die Knie

Seitdem Corona das Land fest im Griff hat, ändert sich in puncto Mietsteigerungen dennoch nichts. Ganz im Gegenteil: Seitdem die Pandemie beständig ist, hat sich die Nachfrage nach Wohnimmobilien deutlich gesteigert. Gleiches gilt für Ferienimmobilien, um sie zukünftig als Ferienhaus oder Ferienwohnung weitervermieten zu können.

Zudem zeigt ein Blick auf die verschiedenen Regionen Schleswig-Holsteins, dass die Preise hier stark schwanken. Während in einer ruhigen Region ein Wohnhaus mit 100 Quadratmeter Fläche für etwa 140.000 Euro zu haben ist, kostet ein Haus gleicher Größe gut und gerne 2,3 Millionen Euro. Über das 16-fache!

Damit gehört Sylt nach wie vor zu den Spitzenreitern in Schleswig-Holstein. Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass die Preise seit 2018 um 25 Prozent angestiegen sind.

Andere Nordseeinseln ziehen nach

Doch nicht nur Sylt hat in den letzten zwei Jahren einen Sprung nach oben gemacht. Auch andere Nordseeinseln ziehen kräftig nach. So beispielsweise die Halbinsel Eiderstedt, die zum Kreis Nordfriesland gehört. Hier wird für den Quadratmeter ein Preis von durchschnittlich 3.300 Euro verlangt, Tendenz steigend.

Die Halbinsel Eiderstedt gehört teilweise zum Festland, hier sind die Preise in den letzten beiden Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Wo man hinschaut, steigen die Preise. Es bleibt abzuwarten, wann wieder Ruhe einkehrt und die Preissteigerungen so langsam aber sicher bremsen.

Preise könnten in günstigen Lagen noch weiter steigen

Weiter geht es mit einzelnen Stadtteilen von Kiel und Lübeck. Hier ist die Nachfrage vor allem bei Wohnungen deutlich gestiegen, wodurch die Preise regelrecht explodierten. Mieter müssen hier deutlich tiefer in die Tasche greifen, um sich eine schöne und bezahlbare Immobilie zu sichern.

Mittlerweile ziehen auch die umliegenden günstigen Regionen und Lagen an. Bleibt also abzuwarten, wie sich die Preise hier zukünftig entwickeln werden und wie viel Kaltmiete dann für einen Quadratmeter fällig ist.

Anders sieht es bei Neubauten aus

Nicht nur Mieter müssen tiefer in die Tasche greifen, um sich ein Haus oder eine Wohnung leisten zu können. Auch bei Neubauten geht der Trend deutlich nach oben. Doch ein Vergleich zeigt, dass die Anstiege nicht ganz so hoch sind wie bei der direkten Anmietung von Objekten.

Ende November 2019 befürchtete der Mieterbund noch höhere Kosten

Der Mieterbund schlug bereits Ende November 2019 Alarm, da zeitnah die Mietpreisbremse auslaufen und somit komplett wegfallen sollte. Man sprach von einem fatalen Fehler, da folglich mit noch höheren Kosten zu rechnen sei. Die Belastung steigt bei vielen Mieterinnen und Mieter ins unermessliche an, sodass eine normale Wohnung kaum noch finanzierbar sei.

Bislang war es der Fall, dass nur 15 Prozent Steigerungen erlaubt waren. Ab Ende November bestand dann die Möglichkeit, dass in den kommenden drei Jahren mit Mieterhöhungen zu rechnen sei, die sich auf etwa 20 Prozent belaufen. Dementsprechend war mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass Vermieter die Gunst der Stunde nutzen und ansetzen.

An insgesamt zwölf Orten galt die Mietpreisbremse, wozu auch Kiel und Sylt gehören. Aber auch am Hamburger Rand wurde verhindert, dass die Mietpreise immer weiter ansteigen.

Wie werden sich die Preise zukünftig entwickeln?

Ob die Mietpreise in Schleswig Holstein weiter ansteigen werden, ist noch ungewiss. Gleichzeitig ist die Frage, um wie viel Prozent sie ansteigen. Immer mehr Mieterinnen und Mieter machen sich Sorgen, wie es weitergehen wird. Denn schon jetzt ist klar, dass ein normaler Wohnraum nur schwer bis gar nicht mehr finanzierbar ist.

Wer hier einen bestehenden Mietvertrag aus der Vergangenheit hat, kann aufatmen. Steht allerdings ein Umzug und eine damit verbundene Wohnungssuche an, könnte es schon wieder ganz anders aussehen. Denn dann war es das mit niedrigen Mietpreisen.

Nicht nur Schleswig-Holstein, sondern auch ganzer Norden und Deutschland sind betroffen

Doch nicht nur Schleswig-Holstein selbst, sondern auch andere Bundesländer lassen nicht locker. Mittlerweile sind im gesamten Norden leichte bis starke Preisanstiege zu verzeichnen. Das betrifft vor allem die Metropolen, die sich immer weiterentwickeln.

Doch auch in ganz Deutschland suchen Interessenten vielerorts nach bezahlbarem Wohnraum. Ein Grund, warum es viele Mieter mittlerweile an den Stadtrand zieht. Denn hier sind die Mieten weitaus günstiger, als es beispielsweise in den Stadtkernen der Fall ist.

Viele Menschen zieht es in größere Städte oder Großstädte wie Hamburg, Flensburg oder eben Kiel. Hier können Mieter von Kaltmieten wie beispielsweise 350 Euro nur träumen. Hierfür sind kalt 700 Euro oder noch mehr fällig.

Warum steigen die Mietpreise so stark an?

Es gibt vielerlei Gründe, warum deutschlandweit die Mietpreise leicht bis stark ansteigen. Dazu gehören:

  • Energetische Sanierungen: Immer mehr Vermieter lassen ihre Objekte energetisch sanieren und eine Modernisierung durchführen. Die Kosten dafür werden auf den Mieter umgelegt.
  • Profitstreben: Aber auch das Streben nach mehr Profit sorgt dafür, dass die Mieten immer weiter ansteigen.
  • Vorschriften und Bürokratie: Entscheiden sich Investoren und Bauherren dafür neuen Wohnraum zu schaffen, beginnt ein neuer Wohnungsbau. Daran sind teils schwierige bürokratische Schritte und Vorschriften geknüpft. Um derartige Vorgaben einzuhalten, entstehen zukünftig weitere Kosten.

Fazit

Bereits in der Vergangenheit haben vor allem in den größeren Städten Mieter darüber geklagt, dass die Preise deutlich anstiegen. Und auch heute ist das noch der Fall. Der Wegfall der Mietpreisbremse drückt zusätzlich und könnte dafür sorgen, dass bisher ohnehin schon hohe Mietpreise um weitere 20 Prozent anziehen könnten.

Und selbst Corona konnte den Preisanstieg nicht stoppen, im Gegenteil. Seitdem die Pandemie beständig ist, hat sich die Nachfrage nach mietbaren Wohnungen und Häusern deutlich erhöht. Die Folge: Die Preise sind nochmals angestiegen.

Sowohl Mieter, als auch Politiker schauen gespannt und hoffnungsvoll auf die Zukunft und wünschen sich, dass die Preisanstiege langsam aber sicher bremsen.

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