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(LOZ). Am 14. November ist Weltdiabetestag. Von der Stoffwechselstörung sind in Deutschland derzeit rund sieben Millionen Menschen betroffen. Jedes Jahr kommen rund 500.000 Neuerkrankte hinzu.[1] Das zeigt, wie wichtig Prävention ist. Für den ernährungsbedingten Diabetes (Typ 2) sagen Wissenschaftler einen Anstieg auf weltweit 642 Millionen Erkrankte im Jahr 2040 voraus.[2]

Typ-2-Diabetes gehört zu den typischen Zivilisationskrankheiten, an denen in Deutschland immer mehr Menschen leiden. Dabei lässt sich das Risiko für diese Krankheit durch einen gesunden Lebensstil deutlich senken. Neben ausreichender Bewegung im Alltag zählt dazu eine vollwertige Ernährung. Während rotes und verarbeitetes Fleisch wie Wurstwaren sowie zuckerhaltige Getränke das Diabetes-Risiko anscheinend erhöhen, tragen Vollkorngetreide, Obst und Milchprodukte dazu bei, das Risiko zu senken.[3] Auch wenn die Diagnose Diabetes Typ 2 bereits feststeht, können reichlich Bewegung und eine auf den Kalorienbedarf abgestimmte Ernährung den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.[4] So lassen sich in vielen Fällen Folgekrankheiten vermeiden. Sogar der Bedarf an Medikamenten kann so verringert werden.[5]

Nutri-Score gibt Orientierung beim Einkauf

Der kürzlich eingeführte Nutri-Score kann als Orientierungshilfe zu einer gesünderen Ernährung verhelfen. Die 5-stufige farbige Ampelkennzeichnung ist in den Supermärkten bereits auf den Vorderseiten einiger Produkte zu finden. Sie macht es einfacher, Lebensmittel im Hinblick auf ihre Zutaten zu vergleichen und einzuschätzen, ob sie vorteilhaft für die Gesundheit sind. Berechnungsgrundlage für den Nutri-Score sind gesunde Zutaten wie Obst, Gemüse, Ballaststoffe und Nüsse sowie nachteilige Inhaltstoffe wie Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz. Wer gezielt auf eine fettreduzierte Ernährung achten möchte, ist allerdings weiterhin auf die Nährwerttabelle und Zutatenliste angewiesen.[6] Nicht in die Bewertung einbezogen werden Vitamine, Aromen, Mineral- und Zusatzstoffe. Auch hier hilft nur ein Blick in die Zutatenliste.

Anreiz für bessere Rezepte mit weniger Zucker

Der Nutri-Score kann für Lebensmittelhersteller als Anreiz dienen, Rezepturen zu verbessern, indem sie beispielsweise den Zucker- oder Kaloriengehalt senken. Nicht nur Diabetiker haben dadurch die Chance, gesünder einzukaufen. „Dabei halten wir es aber nicht für sinnvoll, Zucker durch Süßstoffe zu ersetzen“, sagt Saskia Vetter von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Süßstoffe enthalten zwar keine Kalorien, sind aber keine natürlichen Lebensmittel. Beim Umstieg auf eine vollwertige, natürliche Ernährung ist es wichtig, sich vom sehr süßen Geschmack zu entwöhnen. Sonst kommt das Verlangen nach Süßem immer wieder“, so die Ernährungsexpertin. Je mehr Produkte mit dem Nutri-Score gekennzeichnet werden, desto müheloser wird der Vergleich für Verbraucher. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ruft daher die Lebensmittelhersteller auf, die freiwillige Nährwertkennzeichnung für ihre Produkte zu nutzen.

[1] Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Diabetes Hilfe: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2020, Die Bestandsaufnahme

2 https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaetetik/diabetes-mellitus/lm-gruppen-risiko-dm/

3 https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaetetik/diabetes-mellitus/lm-gruppen-risiko-dm/

4 https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaetetik/diabetes-mellitus/

5 https://www.in-form.de/fileadmin/Dokumente/Materialien/Ernaehrung_bei_Diabetes_mellitus_im_Alter_web.pdf

6 https://www.bmel.de/SharedDocs/FAQs/DE/faq-nutri-score/FAQ-nutri-score_List.html#f83454

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