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(LOZ). Tausende Schleswig-Holsteiner erhalten zurzeit falsche SMS-Nachrichten, die scheinbar von Paketdiensten oder Onlineshops stammen. Dahinter steckt eine kriminelle Masche. Wer Links anklickt, fängt sich leicht Schadsoftware ein.

„Ihr Paket wird heute von DHL Express ausgeliefert“, oder „Ihr Paket wird heute zum Absender zurückgesendet“ – solche Phishing-SMS landen zu Tausenden auf den Smartphones, viele sogar mit persönlicher Anrede. In den Nachrichten gibt es immer einen Link. Mit verschiedenen Tricks versuchen die Absender, Verbraucher zu täuschen und zum Klicken zu animieren: „Verfolgen Sie Ihr Paket hier“ oder „letzte Möglichkeit, das Paket abzuholen“ heißt es in den Kurztexten. Doch der Klick ist gefährlich. Dahinter steckt der Versuch, an persönliche Daten der Nutzer zu gelangen und Schadsoftware in das Smartphone zu einzuschleusen. Falls Virenschutzprogramm, Browser oder Betriebssystem nicht auf dem neuesten Stand sind, kann es passieren, dass sich ein Virus oder Trojaner einnistet.

Bösartige Betrugsmasche in der Welle der Onlinebestellungen

„Diese Masche ist besonders perfide, da viele Menschen im Corona-Lockdown online bestellen und tatsächlich Lieferungen erwarten“, sagt Kerstin Heidt, Juristin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Die sicherste Lösung ist, den Link nicht anzuklicken, nicht zu antworten und die SMS direkt zu löschen. Wer den Link öffnet, landet in der Regel auf einer Internetseite und bekommt die Aufforderung, Daten einzugeben oder eine Software zu installieren. „Seriöse Unternehmen nutzen solche Methoden nicht. Für Verbraucher ist es riskant, auf unbekannten Seiten Daten zu hinterlassen, etwas herunterzuladen oder zu installieren“, warnt Heidt.

Was tun, wenn man hereingefallen ist?

  • Mit einem Virenschutzprogramm prüfen, ob Schadsoftware eingeschleust wurde.
  • Installierte Schadsoftware löschen. Falls nötig, das Smartphone auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
  • Sicherheitshalber persönliche Daten wie PIN, Passwörter und Sicherheitsfragen für Online-Konten ändern.
  • Bei Nutzung von Online-Banking mit dem Smartphone die Bank über den Zwischenfall informieren.
  • Wer sensible Daten wie PIN, Passwort, Kontonummer oder Kreditkartennummer preisgegeben hat, sollte sofort Bank und Zahlungsdienstleister kontaktieren, wenn nötig Konten und Karten sperren lassen.

So kann man sich schützen

Bei Smartphones und anderen internetfähigen Geräten ist es wichtig, Betriebssystem und Software regelmäßig mit Updates auf dem neuesten Stand zu halten. Das gilt auch für Sicherheits- und Virenschutzprogramme. Wer das Internet nutzt, hinterlässt an diversen Stellen Daten wie Name, Adresse, Handy- oder Kreditkartennummern. Durch Datenhandel und Ausspähen werden diese weitergegeben und geraten leicht in Verteiler von Kriminellen. Je sparsamer Nutzer im Netz mit ihren Daten umgehen, desto besser können sie sich schützen. Absolute Sicherheit gibt es nicht, deshalb ist bei Emails, Messenger- oder SMS-Nachrichten immer Vorsicht geboten. Nützlich ist auch die Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter. Diese lässt sich in der Regel im Kundenportal oder per Email beim Vertragspartner einrichten und blockiert den Abrechnungsweg über die Handyrechnung. So kann man sich vor Abofallen im Internet schützen. Oft lassen sich Kategorien wie Abo, Erotik oder Software auch einzeln sperren.

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