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(LOZ). Weide- oder Heumilch, Alpenmilch oder pflanzlicher Ersatz aus Soja, Kokos, Reis, Mandeln und Hafer: Das Angebot an Milch und pflanzlichen Alternativen ist groß. Verbraucher stellen immer häufiger die Frage, welches Produkt für sie das Beste ist und was die Bezeichnungen bedeuten. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein verschafft Überblick im Milchregal.

Die Verwirrung um Milch beginnt schon bei der Herkunft: Bisher gibt es dazu keine Kennzeichnungspflicht. Wo die Milch im Kühlregal erzeugt und gemolken wurde, erfahren Verbraucher bestenfalls über freiwillige Angaben der Hersteller. Ob Weide-, Heu-, Alpenmilch, länger frisch oder traditionell ist den persönlichen Vorlieben überlassen. „Wo die Unterschiede liegen, ist vielen Menschen nicht klar. Sie sind verwirrt und fragen nach Orientierung“, sagt Selvihan Benda, Referatsleiterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Der Begriff Weidemilch ist in Deutschland lebensmittelrechtlich nicht geregelt, ein häufiger Streitpunkt ist die Aufenthaltsdauer der Tiere auf der Weide. Heumilch ist eine EU-weit geschützte Bezeichnung, die überwiegend Vorgaben zur Fütterung der Kühe macht. Anders sieht es bei Alpenmilch aus – das ist ein reiner Werbename. Hersteller entscheiden selbst, was sie unter Alpenmilch verstehen.

Pflanzliche Alternativen: Kokosmilch und vegane Drinks

Milch darf in der EU nur dann als Milch verkauft werden, wenn sie von einem Tier stammt. „Pflanzliche Alternativen kommen in der Regel als Drink oder Getränk auf den Markt, eine verbindliche Definition fehlt“, sagt Benda. Meistens handelt es sich um ein Wasser-Fett-Gemisch aus verschiedenen Pflanzenbestandteilen mit weiteren Zusätzen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Bindungsmitteln und Zucker. Je nach Vorliebe gibt es Produkte aus Soja, Hafer, Reis und Mandeln oder Mischungen. Eine Ausnahme ist Kokosmilch – laut Beschluss der EU-Kommission ist diese ein traditionelles Lebensmittel der asiatischen Küche.

Milchalternativen lassen sich wie das Original zur Zubereitung von Müsli, Desserts, Pfannkuchen oder als Backzutat verwenden. Für Kaffee eignet sich nicht jeder Milchersatz. Je nach Rohstoff und Kaffeesorte können einige Pflanzendrinks im Kaffee ausflocken. Der Grund dafür ist der jeweilige Säuregehalt. Einige Hersteller bieten eine Barista-Variante an, die sich aufgrund eines höheren Fett- und meist auch Proteingehaltes besser schäumen lässt und nicht so leicht ausflockt. In Kombination mit einem säurearmen Kaffee kann das Ergebnis meist überzeugen.

Welche Milch eignet sich für wen?

Wer sich aufgrund einer Laktoseintoleranz oder ethischen Gründen gegen Kuhmilch entscheidet, hat bei den pflanzlichen Alternativen eine gute Auswahl. Sie können aus Hülsenfrüchten, Getreide, Körnerfrüchten, Nüssen und Kernen bestehen. Geschmack und Nährwerte werden von der Ausgangspflanze bestimmt. Je nach Produkt können sich die Zusätze an Vitaminen, Mineralstoffen, Bindungsmitteln und Zucker deutlich unterscheiden. Ein Blick auf die Zutatenliste und Nährwerttabelle bietet Orientierung. In Kuhmilch sind von Natur aus viele Vitamine und Eiweiß enthalten, die leicht vom Körper aufgenommen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt den täglichen Verzehr von Milch und Milchprodukten. Bei letzteren lohnt sich der genaue Blick auf die Verpackung und weiteren Zutaten sowie Nährwerte. Wer regionale Produkte kaufen möchte, kann sich am Regionalfenster oder den Qualitätszeichen der Länder orientieren.

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