Foto: Amt Büchen / Frauennetzwerk Büchen
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Büchen (LOZ). Gewalt gegen Mädchen und Frauen zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten und ist unabhängig der Religion und Herkunft ein ernstzunehmendes Problem - auch im ländlichen Bereich.

Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen wie z. B. Terre des Femmes jedes Jahr zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird.

Die Büchener Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Meyer hat zusammen mit Frauen des Frauennetzwerks Büchen an vier Aktionstagen die Gewalt gegen Frauen durch Verschenken von rund 550 Brötchen und Informationsmaterial zu Hilfemöglichkeiten erstmals auch im Amt Büchen sichtbar gemacht.

Die Organisatorinnen haben sehr gute, eindrucksvolle und auch traurige und bewegende Gespräche geführt. Jeder Austausch macht den Unterschied und zeigt, wie wichtig es ist, das Schweigen zu brechen.

Manche Frauen berichteten unter Tränen von ihren eigenen Geschichten von körperlicher und seelischer Gewalt sowie sexuellem Missbrauch und bedauerten, dass es diese Aktion erst jetzt im Amt Büchen gibt.

Viele Gesprächspartner hatten die aktuelle ZDF-Doku gesehen und ihre Hochachtung und Mitgefühl für die hinterbliebenen Kinder von Claudia K., die Ende September 2024 von ihrem Ex-Mann erschossen wurde, ausgedrückt.

Auf das Schicksal der letzten 112 getöteten Frauen haben Gabriele Meyer und das Frauennetzwerk am 25. November, dem „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, mit einer eindrucksvollen Präsentation auf dem Platz vor der Kreissparkasse Büchen aufmerksam gemacht.

Orange Tafeln mit den Namen der Getöteten und knappen Informationen zu den Tathergängen wurden flankiert von roten Schuhen und Trauerkerzen. Der Einbruch der Dunkelheit machten diese Aktion umso wirkungsvoller und berührte viele Menschen auf der viel befahrenen Kreuzung auch aus der Ferne.

„Wir sind bewegt und – zugegeben - auch erschöpft von all den Gesprächen über seelische und körperliche Gewalt. Aber es bekräftigt uns darin, wie wichtig es ist, das Schweigen zu brechen“, betonten die Organisatorinnen.

Die Amtsdirektorin Tanja Volkening, Büchens Bürgermeister Dennis Gabriel, die Pastoren Dr. Jan Jackisch und Thorsten Nasse sowie die Frauenberatung Schwarzenbek und die „Omas gegen rechts“ bereicherten durch ihre Anwesenheit die Aktionstage und setzten damit ein klares Statement gegen Gewalt.

Besonderer Dank gilt allen Schuhspenderinnen, die es möglich machten, dass die Organisatorinnen mit den rot angesprühten Schuhen auf jede einzelne in Deutschland durch ehemalige Partner getötete Frau seit dem Mord an Claudia K. aufmerksam machen konnten – 112 Schicksale, die alle sehr bewegen und sich nicht wiederholen dürfen.

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