Miriam Arndt vom FSC überreicht Marcus Deinert, Fachdienstleiter der Kreisforsten, eine Plakette als Anerkennung. Foto: hfr
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Kreis Herzogtum Lauenburg feiert ein Vierteljahrhundert zertifiziert nachhaltige Waldbewirtschaftung

(LOZ). Die Kreisforsten Herzogtum Lauenburg feiern in diesem Jahr das 25-jährige Jubiläum ihrer FSC-Zertifizierung – ein bedeutender Meilenstein für die nachhaltige, naturnahe und sozial verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Wälder im Kreisgebiet.

Mit einer Baumpflanzaktion im Revier Ratzeburg würdigte der Kreis Herzogtum Lauenburg, als größter kommunaler Waldbesitzer Deutschlands, Anfang November dieses besondere Jubiläum und setzt zugleich ein Zeichen für gelebten Klimaschutz und Zukunftsverantwortung.

„Vor 25 Jahren war die FSC-Zertifizierung ein wichtiger Schritt in eine neue Zeit“, betont Marcus Deinert, Fachdienstleiter der Kreisforsten Herzogtum Lauenburg. „Die Entscheidung, unsere Wälder nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung zu bewirtschaften, ist heute aktueller denn je. Sie zeigt, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele erfolgreich miteinander vereinbar sind. Durch die FSC-Zertifizierung können die Kreisforsten dies seit 2000 auch nachweisen.“

FSC-Zertifizierung – mehr als ein Gütesiegel

FSC steht für „Forest Stewardship Council“ und ist ein internationales Zertifizierungssystem für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Produkte mit dem FSC-Siegel stammen aus Wäldern, die ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltig bewirtschaftet werden, um den Wald langfristig zu erhalten. Das Siegel hilft Verbrauchern dabei, nachhaltigere Produkte zu erkennen. Die FSC-Zertifizierung steht nicht nur für ökologische Waldbewirtschaftung, sondern auch für faire Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit und soziale Verantwortung – Werte, die im Kreis Herzogtum Lauenburg seit jeher fest verankert sind.

Naturnahe Waldwirtschaft im Herzogtum Lauenburg – seit mehr als 100 Jahren

Bereits 1923 beschlossen die Abgeordneten des Kreistages Herzogtum Lauenburg, die Wälder im Kreisgebiet nach naturnahen Grundsätzen zu bewirtschaften. Eine Entscheidung mit Weitblick, die bis heute das Fundament des forstlichen Handelns bildet.

Zu einer Zeit, als solche Methoden noch keineswegs selbstverständlich waren, setzte der Kreis Herzogtum Lauenburg auf die natürliche Verjüngung der Wälder und verzichtete auf Kahlschläge oder großflächige Räumungen. Dieser Beschluss markierte den Beginn einer über 100-jährigen Tradition nachhaltiger Forstwirtschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg. Heute werden rund 11.000 Hektar Kreiswald – unterteilt in sieben Reviere – nach den FSC-Prinzipien bewirtschaftet.

Waldwirtschaft mit Verantwortung

Die Kreisforsten verfolgen einen Ansatz, der auf die Pflege und den langfristigen Erhalt von Wäldern ausgerichtet ist. Dazu zählt:

  • Verzicht auf Kahlschläge, Flächenräumungen und Mulchen, um das empfindliche Bodengefüge zu schützen.
  • Förderung der Naturverjüngung und Erhalt abgestorbener Bäume als Biotopholz für mehr Artenvielfalt.
  • Bewahrung klimastabiler, vitaler Mischwälder, die Wasser speichern, kühlen und Lebensraum bieten.
  • Verantwortungsvolle Jagd, um die natürliche Waldverjüngung zu sichern.

Für seine Projekte zur Wiedervernässung und zum Wasserrückhalt im Wald wurde der Kreis Herzogtum Lauenburg 2025 mit dem Blunck-Umweltpreis ausgezeichnet – eine Anerkennung für konsequent gelebten Natur- und Klimaschutz.

Zukunft gestalten – Verantwortung leben

„Unsere Wälder sind mehr als Holzlieferanten – sie sind Klimaschützer, Wasserspeicher, Lebensraum und Ort der Erholung“, so Landrat Dr. Christoph Mager. „Die FSC-Zertifizierung ist für uns Ausdruck einer Haltung, die auf langfristigen Erhalt und gemeinschaftliche Verantwortung setzt. Nur so können wir die Wälder für kommende Generationen bewahren.“

Kurznachrichten aus der Region


Gefährliche Schneelast auf den Bäumen - Kreisverwaltung gibt Entwarnung
Die Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg hatte in der vergangenen Woche nach den heftigen Schneefällen zum Jahreswechsel vor dem Betreten der Wälder gewarnt und ein teilweises Betretungsverbot für die Kreiswälder ausgesprochen. Mit Blick auf die aktuelle Witterung konnten Warnung und Verbot am Dienstag, 13. Januar, wieder aufgehoben werden. Tauwetter und Wind haben die Schneelasten von den Baumwipfeln genommen, Mitarbeitende der Kreisforsten haben die Waldwege bereits überwiegend von Hindernissen befreien können. Die Wege können wieder mit der gebotenen Vorsicht auf eigene Gefahr genutzt werden. Brennholzselbstwerber und die gewerbliche Holzabfuhr können die Wege nach Rücksprache mit den zuständigen Revierförstern ebenfalls wieder nutzen.


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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