Bürger konnten sich über das geplante Gewerbegebiet in Büchen informieren

Foto: W. Reichenbächer
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Büchen (wre). Heute hatten die Bürger die Möglichkeit, sich über das geplante Gewerbegebiet Steinkrüger Koppel in Büchen zu informieren. Die Gemeindevertreter hatten gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg mbH (WfL) und dem Gewässerverband zu dieser Veranstaltung eingeladen. Es schienen allerdings kaum unentschlossene Bürger vor Ort zu sein. Es mache den Anschein, dass die Mehrheit der Anwesenden Gäste Unterstützer des Bürgerbegehrens waren. Es entstand so eine angeregte Diskussion, obwohl die Meinungen sich wohl kaum geändert haben dürften.

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Die Begrüßung und Moderation übernahm der Vorsitzende des Bauausschusses, Markus Räth (ABB). Er bat Vorweg für eine rege Teilnahme an der Abstimmung am 13. November, um ein möglichst breites Abstimmungsergebnis zu erhalten. Er betonte, dass die Gemeindevertretung die Empfehlung ausspricht, in der kommenden Woche mit Nein zu stimmen, um so das Gewerbegebiet zu ermöglichen.

Die Geschäftsführerin der WfL, Michaela Bierschwall, zeigte sich froh, dass durch diese Veranstaltung ein direkter Austausch möglich ist. Sie betonte, dass das Gebiet für Gewerbe wichtig sei, da es in Büchen keine Alternativen gäbe und auch im Herzogtum Lauenburg der Platz knapp wird. „Wir liegen in der Hanse-Belt Region. Davon sollten wir profitieren. Es gibt derzeit viele Abwanderungen von Betrieben aus dem Kreis, weil der Platz fehlt, das würde ich gern vermeiden“, betonte Bierschwall. Sie erklärte, dass es in Büchen ebenso wie in Grabau nur in enger Abstimmung mit der Gemeinde zur Gewerbeentwicklung kommt. Die Gemeinde entscheidet, welche Betriebe sich dort ansiedeln dürfen und zu welchen Bedingungen. Sie machte ebenfalls noch einmal darauf aufmerksam, dass durch den Bürgerentscheid keine konkreten Planungen vorgenommen werden durften. Dies könne erst nach der Abstimmung geschehen.

Der ehemalige Bürgermeister und Vorsitzende des Gewässerunterhaltungsverbands Steinau/Büchen, Günter Mundt, erklärte, welche Maßnahmen geplant sind. Durch die Steinau wird viel Sand transportiert, der regelmäßig entfernt werden muss. Am geplanten Gewerbegebiet würde neben der Renaturierung die Möglichkeit bestehen, dort eine Entnahmestelle zu bauen, um den weiteren Verlauf der Steinau zu entlasten. Persönlich merkte er an, dass viele Befürworter der Bürgerinitiative zugereist sind und alles vorfinden, was man braucht. „Das wäre natürlich nicht der Fall, wenn wir in den letzten 30 bis 40 Jahren so gehandelt hätten und nichts getan hätten. Büchen ist kein Erholungsort, er war schon immer ein Ort zum Arbeiten“, so Mundt.

Bert Müller (CDU) betonte, dass Büchen ein großes Problem bekommen könnte, wenn Gewerbesteuereinnahmen nicht wachsen würden. Viele freiwillige Maßnahmen wären dann auf dem Prüfstand. Thomas Gladbach (SPD) ergänzte, dass es Risiken mit sich bringt, wenn nicht investiert wird. „Wir haben schon bewusst eine reduzierte Fläche ausgewiesen, aber die ist nötig“, so Gladbach.


Foto: W. Reichenbächer

Nach den einleitenden Worten und Erklärungen hatten die anwesenden Bürger und Gäste die Gelegenheit Fragen zu stellen oder auch ihre Sichtweise zu erläutern.
Wolfgang Pohle vom BUND Herzogtum Lauenburg merkte an, man solle mehr die globale Entwicklung berücksichtigen. Auch sei der Flächenverbrauch ein großes Problem. Markus Räth gab Pohle Recht, dass eine Flächenversiegelung stattfindet. Es wird aber entsprechende Ausgleichsmaßnahmen geben. Auch benötigen Betriebe, die etwa Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen installieren und somit zur Energiewende beitragen, Platz.

Oliver Müller von Blumencron merkte an, dass die Steinau ohnehin in das Gewässersanierungsprogramm gehört und daher unabhängig vom Gewerbegebiet aufzuwerten sein. Dies verneinte Günter Mund. Es seine lediglich eine Empfehlung, keine Vorgabe. „Wenn wir nur nach dem Recht handeln würden, würde nichts passieren“, so Mundt, und bemängelte, dass „es hier viel Halbwissen gibt.“ Martin Kolanus kritisierte, dass in Lanken auch Oberflächenwasser in die Steinau geleitet wird. Er kritisierte auch die nicht abgeschlossenen Pläne, da es so keine verbindlichen Vorgaben gibt. Auch würde die Haselmaus, falls es welche im bestehenden Knick gibt, keine Nahrung im Gewerbegebiet finden. Michaela Bierschwall entgegnete, dass das geplante Gebiet nicht mit Lanken vergleichbar sein wird. Der hintere Knick würde bestehen bleiben, weitere Grünflächen im Gewerbegebiet werden integriert. Es wird auch Vorgaben für die Unternehmen geben, welche Auflagen zu erfüllen sind, um ein nachhaltiges Gewerbegebiet zu erhalten. „Es wird ein Vorzeigegebiet werden“, so Bierschwall. Markus Räth betonte, dass Büchen eingebunden ist und entsprechende Vorgaben machen wird.
Ein weiterer Bürger kritisierte, dass er abstimmen soll, obwohl er noch nicht weiß, wie das Gebiet konkret aussehen soll, und wie die Gebäude gestaltet sind. Das es aber noch keinen verbindlichen Bebauungsplan gibt, liegt am Bürgerbegehren. Seit der Zulassung darf nicht mehr daran gearbeitet werden. Es wurde von Seiten der Befürworter aber auch noch einmal betont, dass es, sollten sich die Bürger für das Gewerbegebiet entscheiden, viele Beteiligte geben wird. So ist beispielsweise bei den Umweltbelangen die Untere Naturschutzbehörde eingebunden. Aber auch eine Bürgerbeteiligung wird es geben, so dass vor der Umsetzung Büchens Bürger zum Gebiet Eingaben machen können oder Ideen vortragen können.

Am 13. November können die Bürger nun über die Zukunft der Steinkrüger Koppel abstimmen. Der Bürgerentscheid ist erfolgreich, wenn sich die Mehrheit gegen das Gewerbegebiet entscheidet und mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten dem Bürgerbegehren zugestimmt haben. Wer für das Gewerbegebiet ist, muss das Bürgerbegehren ablehnen, also mit Nein stimmen. Wer gegen die Umwandlung ist, muss mit Ja abstimmen.

Weitere Infos gibt es hier:
https://buechen-buergerentscheid.de/

https://www.stopp-gewerbegebiet.de/

 

Kurznachrichten Büchen


Abendandacht mit Bachkantate
Am Samstag, 22. Juni, ist um 17 Uhr in der Marienkirche in Büchen-Dorf die Bachkantate BWV 185 "Barmherziges Herze der ewigen Liebe" zu hören. Johann Sebastian Bach komponierte sie 1715 in Weimar für den 4. Sonntag nach Trinitatis, der in diesem Jahr auf den 23. Juni fällt. Der Text der Kantate basiert auf der Bibelstelle Lukas 6,36–42, die Ermahnung aus der Bergpredigt, barmherzig zu sein und nicht zu richten. Vier Solisten - Emma Berglund (Sopran), Julia Hallmann (Alt), Tim Karweick (Tenor) und Christoph Westphal (Bass) - singen mit der Kantorei der Kirchengemeinde Büchen zusammen und das Lüneburger Kammerorchester wird begleiten.


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