Geesthacht (LOZ). Es ist eine der größten Wanderungen Geesthachts – und nur wenige Personen nehmen von ihr Notiz. Bei milder werdenden Temperaturen erwachen Kröten, Frösche und weitere Amphibien wieder aus ihrer Winterstarre und machen sich auf den Weg in ihre Laichgebiete. Wo die Tiere auf diesem Weg stark befahrene Straßen queren, bauen städtische Mitarbeitende auf mehreren hundert Metern Länge Schutzzäune auf. Diese sollen die Amphibien davon abhalten, auf die Straßen zu kriechen, wo sie überfahren werden könnten.
Dass zu Hochzeiten bis zu 100 Tiere täglich den Worther Weg, die Mercatorstraße, die Westerheese und die Wilhelm-Holert-Straße überqueren, bleibt den meisten Verkehrsteilnehmenden darum verborgen. Und damit die Amphibienwanderung auch dieses Jahr wieder möglichst komplikationslos für Kröten, Molche und Co, abläuft, benötigt die Stadtverwaltung Geesthacht noch freiwillige Helferinnen und Helfer.
„Die Amphibien müssen für einen Zeitraum von etwa sechs Wochen bis etwa 10 Uhr aus den Fangeimern am Schutzzaun gesammelt, mithilfe von Bildtafeln bestimmt, in einer Liste erfasst und dann zu ihrem Laichgewässer gebracht werden“, erklärt Maria Müller vom Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung die Aufgaben der Freiwilligen. „Aber keine Sorge: Sie müssen keine Experten für Amphibien sein und die Tiere sind auch nicht besonders empfindlich. Jede Person, die freiwillig einen Tag in der Woche an einem Amphibienzaun übernimmt, hilft uns für das Projekt enorm.“ Vor allem für den Zaun an der Westerheese im Geesthachter Stadtteil Grünhof-Tesperhude sind aktuell noch einige Wochentage unbesetzt. „Ich bin mir sicher, dass wir auch die Amphibien, die die Westerheese überqueren möchten, sicher über die Straße bekommen – immerhin hat sogar schon eine Kita für diesen Zaun zugesagt, die Wanderung zu unterstützen. Wenn unsere Jüngsten sich so toll einbringen, werden wir doch auch noch einige engagierte Erwachsene finden“, ist Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze zuversichtlich.
Den Schutzzaun an der Westerheese stellt die Stadt seit 2023 auf, nachdem in dem Bereich zuvor zahlreiche Frösche und Kröten auf ihrem Weg zum Laichgewässer überfahren wurden. Durch Fangeimer und Co. konnten in den letzten drei Jahren bereits fast 1.000 Tiere vorm Überfahren gerettet werden. „Sobald die Temperaturen mehrere Tage und Nächte hintereinander über 5 Grad liegen und das Wetter feucht ist, beenden Frösche und Kröten ihre Winterruhe und wandern zu ihren Laichgründen, um dort dann ihre Eier abzulegen“, erklärt Maria Müller. „Die Wetterprognose für die kommenden Wochen sind noch sehr schwankend. Nach aktuellen Prognosen soll es nun aber sehr schnell milder werden, so dass wir im Laufe der nächsten Woche die Schutzzäune aufstellen werden“, sagt Maria Müller. „Aktuell gehe ich davon aus, dass die Amphibien Ende Februar/Anfang März ihre Wanderung beginnen.“
Wer Interesse hat, die Amphibienwanderung zu unterstützen, oder Rückfragen hat, melde sich bei Maria Müller unter 04152 / 132 34 oder per E-Mail (
