Lauenburg (LOZ). Die Befreiung der Bürger in der DDR vom kommunistischen Totalitarismus stellt in der Weltgeschichte einen historisch einmaligen Vorgang dar. Noch heute - 35 Jahre nach der Deutschen Einheit – mutet es wie ein Wunder an, dass diese Revolution erfolgreich war und dass keine Toten zu beklagen waren. Entgegen allen Hoffnungen auf eine weitere Annäherung und Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten hatte der damalige SED-Generalsekretär Erich Honecker noch wenige Monate zuvor verkündet, dass die Berliner Mauer mit den Grenzsperranlagen auch noch in fünfzig oder hundert Jahre bestehen bleibe.
Der Ratzeburger Historiker Hartwig Fischer erläutert in seinem Vortrag am Dienstag, 4. November, 19 Uhr im Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg, aus welchen Gründen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 mit der Konferenz von Potsdam zwei deutsche Staaten entstanden. Der Referent gibt einen Überblick zur deutschen Geschichte vom Volksaufstand des 17. Juni 1953 in der DDR, zum Mauerbau am 13. August 1961 sowie zur legendären Pressekonferenz des SED-Staatssekretärs Günter Schabowski am 9. November 1989 in Berlin und zu der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990.
Das Zeitfenster zur Deutschen Einheit war nur sehr kurze Zeit geöffnet und es ist ein Geschenk der Geschichte, dass damals Michail Gorbatschow als Generalsekretär der KPdSU mit seiner Politik von Glasnost und Perestroika im Amt war. Unter dem heutigen Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin wäre eine Wiedervereinigung eine Illusion gewesen.
