Kostenbewusstes Heizen ohne zu frieren

Foto: W. Reichenbächer
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Tipps vom Immobilienprofi

 

(LOZ). Rund um Haus- und Grundeigentum gibt es eine Vielzahl komplizierter Sachverhalte, Regelungen und Entwicklungen, die es dem Laien nicht gerade einfach machen, immer die richtige Entscheidung zu treffen. In loser Folge geben die Fachleute von Otto Stöben unter der Rubrik „Infos vom Immobilienprofi“ Hinweise, die umfassend zu einem bestimmten Immobilienthema informieren.

Aktuell steigen die Energiepreise drastisch. Da das Heizen rund dreiviertel des Energieverbrauchs eines Haushaltes ausmacht, befürchten die Verbraucher zu Recht explodierende Heizkosten. Infolgedessen steht zu befürchten, dass sich das Heizverhalten vieler Menschen ändert und die Heizung auch im Winter nur noch im Minimalbetrieb läuft. Genau das wiederum bedeutet die Gefahr einer vermehrten Schimmelbildung, was Kosten nach sich zieht und zudem auch gesundheitsgefährdend sein kann.

„Wer richtig heizt und lüftet, spart nachweislich viel Energie“, erklärt Jana Pallack, Immobilienfachwirtin (IHK) und stellvertretende Leiterin der Otto Stöben-Hausverwaltung. „Die Verringerung der Raumtemperatur um nur 1 Grad spart im Gegenzug bis zu sechs Prozent Energie. Nun könnten im Zuge des Energiekostenanstiegs viele dazu übergehen, sehr viel weniger oder auch gar nicht mehr zu heizen. Leider wird dabei vergessen, dass sich die Luftfeuchtigkeit diametral zur Temperatur verhält: Mit jedem Grad weniger steigt die Luftfeuchtigkeit um ein Vielfaches!“

Selbstverständlich unterliegt die Wohlfühltemperatur in einem Raum immer dem persönlichen Empfinden. ‚Bewusst heizen’ ist hier das Zauberwort. Es gibt gewisse Richtwerte, welche Temperatur in den jeweiligen Räumen zu empfehlen ist: Wohnräume circa 19 – 21 Grad, Schlafzimmer ab 16 Grad, Bad rund 22 Grad. Die Küche muss nicht zwingend geheizt werden, da hier Herd bzw. Backofen und Kühlschrank in der Regel genug Wärme abgeben. Beim bewussten Heizen helfen die Angaben auf den Heizkörpersthermostaten. Mit welcher Einstellung welche Temperatur erreicht wird, zeigen die folgenden Angaben:

Ziffer 1: Erwärmung auf 12 Grad Celsius
Ziffer 2: Erwärmung auf 16 Grad Celsius
Ziffer 3: Erwärmung auf 20 Grad Celsius
Ziffer 4: Erwärmung auf 24 Grad Celsius
Ziffer 5: Erwärmung auf 28 Grad Celsius

Achtung: Eine Einstellung auf die Ziffern 4 und 5 bedeutet nicht, dass das Zimmer schneller warm wird!

Immens wichtig für ein gutes, gesundes Raumklima ist ein regelmäßiger und vor allem kontrollierter Luftaustausch, um Schimmel zu vermeiden und gleichzeitig den Wärmeverlust möglichst gering zu halten. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen nur die Fensterlaibungen aus und Kältebrücken entstehen. Richtig ist daher das Stoßlüften und zwar mehrmals am Tag und mit an die Jahreszeit angepasster Zeitdauer. Die Thermostate sollten während des Lüftens heruntergedreht werden. Optimal ist das sogenannte Querlüften. Hierbei werden gegenüberliegende Fenster in der Wohnung gleichzeitig geöffnet und somit ein Durchzug erzeugt, der einen schnellen Luftaustausch ermöglicht. Wer richtig lüftet, verliert keine Energie, sondern nur feuchte Luft. Wirkungsvoll kann man das mit einem kombinierten Thermometer/Hygrometer kontrollieren. Sobald beim Lüften die Raumtemperatur auch nur um 0,5 Grad Celsius herunter geht, ist die gesamte Raumluft ausgetauscht.

Jana Pallack: „Wir raten den Verbrauchern, trotz der zu erwartenden Mehrkosten durch die hohen Energiepreise, beim Heizen und Lüften mit Augenmaß zu handeln. Leider müssen immer wieder teure Gutachter bemüht werden, um falsches Lüftungsverhalten nachzuweisen. Schlimmstenfalls müssen Handwerker beauftragt werden, um Schäden am Gebäude zu reparieren. Die Kosten trägt der Verursacher.“

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