Mehr Reisekoffer rollen in das Herzogtum: 691.000 Übernachtungen

Foto: hfr
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Mehr Arbeit auf weniger Schultern: NGG fordert bessere Arbeitsbedingungen

 

(LOZ). Das Herzogtum liegt im Touri-Trend: Die Übernachtungszahlen steigen. Nach der Corona-Delle geht es mit dem Tourismus weiter bergauf: Vom Hotel über die Pension bis zur Ferienwohnung – im Kreis Herzogtum Lauenburg gab es im vergangenen Jahr rund 691.000 Übernachtungen. Das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt blieben die Gäste 3,4 Tage im Herzogtum. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Hamburg-Elmshorn beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Amtes für Schleswig-Holstein.

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„Diese Zahlen machen Mut. Vom Reisekoffer der Touristen bis zum Aktenkoffer der Geschäftsleute: Es kommen wieder mehr Gäste in das Herzogtum. Aber Gäste wollen Service. Und genau daran hapert es oft. Die Branche braucht Fachkräfte. Also Profis, die ihren Job gelernt haben – von der Hotel-Rezeption über die Bar bis zum Spa. Für das Housekeeping braucht die Branche genauso Know-how wie für die Haustechnik. Und ein Hotelfachmann oder eine Restaurantfachfrau lassen sich nicht durch angelernte Mini-Jobber ersetzen“, sagt Anne Widder von der NGG Hamburg-Elmshorn.

Während der Corona-Pandemie seien die Beschäftigtenzahlen im Gastgewerbe im Herzogtum deutlich zurückgegangen. Davon habe sich die Branche noch längst nicht erholt. Im Gegenteil: „Mehr Arbeit wird aktuell also von weniger Köchinnen, Kellnern und Rezeptionistinnen geschultert“, so NGG-Gewerkschaftssekretärin Widder. Das ginge nur, weil Abstriche im Angebot gemacht würden: „Entschlackte Speisekarten, weniger Zimmer, dafür mehr Ruhetage. Der Personalmangel macht vielen Hotels und Restaurants im Herzogtum zu schaffen“, so Anne Widder.

Dabei sei das Problem des Fachkräftemangels oft hausgemacht. So liege die Abbrecherquote bei Ausbildungen im Hotel- und Gaststättengewerbe bundesweit mit rund 52 Prozent deutlich über dem Durchschnitt anderer Branchen. Das stellte die Gewerkschaft NGG bei einer umfangreichen Mitgliederbefragung fest.

„Die Gründe dafür, die Ausbildung an den Nagel zu hängen, sind ganz unterschiedlich: Die Azubis begreifen schnell, dass sie noch arbeiten müssen, wenn andere längst frei haben. Es gibt immer wieder spontane Überstunden. Dazu kommt, dass das Klima zum Beispiel in den Küchen oft rau ist. Vor allem aber kommt zu wenig ins Portemonnaie“, sagt Anne Widder. Daran ändere auch das oft großzügige Trinkgeld der Gäste nichts. „Das Trinkgeld ist übrigens ein beliebtes Argument der Arbeitgeber, die sich immer noch gegen faire Löhne stemmen“, so die NGG-Gewerkschaftssekretärin.

Deswegen mache sich die NGG Hamburg-Elmshorn für ein höheres Einstiegsgehalt, für bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen stark. Denn eines sei klar: „Die Branche wird auch im Kreis Herzogtum Lauenburg weiter Konjunktur haben. Der Trend zum Reisen wird nicht abreißen“, so Anne Widder.

Kurznachrichten aus der Region


Sprechstunden der Behindertenbeauftragten entfällt
Die für den 3. Juni angekündigte Sprechstunde der Kreisbehindertenbeauftragten Kirsten Vidal entfällt. Ein Ausweichtermin steht derzeit noch nicht fest, wird aber möglichst rechtzeitig bekanntgegeben


Salemer Dialog
Am Sonntag, 2. Juni, findet der 33. Salemer Dialog statt. Zum Thema „Demokratie auf dem Prüfstand - sind wir im ländlichen Raum gut aufgestellt“ informiert Barbara Eggert, Bürgermeisterin aus Kittlitz, Elke Hagenah, Omas gegen Rechts und Mark Sauer, Partnerschaft für Demokratie, Ratzeburg. Besucher sind eingeladen mit zu diskutieren. Die Veranstaltung findet im Dorfgemeinschaftshaus Salem, Seestraße 44, Salem von 17 bis 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Das Organisationsteam Barbara Kliesch, Lara-Johanna Kroeg, Margaret Schlubach-Rüping, Silvia Tessmer sowie Herbert Schmidt, Bürgermeister von Salem freuen sich auf zahlreiche Besucher.


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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