Internationaler Museumstag: Mitmachaktionen lockten ins GeesthachtMuseum!

Helmut Knust (rechts) erklärt beim Internationalen Museumstag wie ein Weidestock in drei Bänder gerissen werden kann. Foto: Stadt Geesthacht - Katharina Richter
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Geesthacht (LOZ). Am Internationalen Museumstag stellte vor wenigen Tagen der Heimatbund und Geschichtsverein Bezirksgruppe Geesthacht im GeesthachtMuseum! vor allem das selber Mitmachen in den Mittelpunkt. So war unter anderem die historische Druckwerkstatt geöffnet. Aber auch alte Handwerkstechniken standen im Mittelpunkt des Tages.

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Wie wird Wolle gesponnen und was macht eine Spindel? Die Besucherinnen und Besucher konnten sich beim Museumstag im GeesthachtMuseum! selber einmal an einem echten Spinnrad ausprobieren. Dabei ist vor allem Rhythmusgefühl gefragt, denn das Spinnrad und damit auch die Spindel, auf die das Garn aufgerollt wird, muss mit Hilfe eines Fußpedals in Bewegung gesetzt und gehalten werden. Der Spinnprozess beginnt, indem die vorbereiteten Fasern an der Spule des Spinnrads befestigt werden. Eine kleine Menge der Fasern wird zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten und zur Spitze der Spindel geführt. Dann heißt es gleichmäßig Treten um die Spindel zu drehen. Dabei wird das Garn um die Spindel gewickelt. „Für viele der Interessierten ist es am Anfang gar nicht so einfach, aber man kommt doch relativ schnell in den passenden Rhythmus“, erklärt Thea Knust, die selbst seit Jahren das Spinnen für sich als Hobby entdeckt hat.

Auch die alte Handwerkstechnik des Bandreißens konnte beim Internationalen Museumstag im GeesthachtMuseum! ausprobiert werden. Das Bandreißen ist ein traditionelles Handwerk, bei dem aus Weidengehölz Reifen für die Ummantelung von Holzfässern hergestellt wurden. Dies war auch in Geesthachts früheren Fabriken ein wichtiger Berufszweig. Dies konnten häufig als „Heimarbeit“ - auch durch Kinder und Frauen - ausgeübt werden, so dass sie der ganzen Familie wirtschaftliche Möglichkeiten eröffneten. Im Jahre 1758 waren von 42 Geesthachter Gewerbetreibenden 13 Bandreißer. 1840 waren es bereits 36 von 81 Handwerkern. Im Laufe des 19. Jahrhunderts zählten die Bandreißer und Korbmacher zur „Obersicht“ und Geesthacht erhielt den Beinamen „Bandreißerdorf“. Ab 1900 ging die Zahl der Bandreißer deutlich zurück. Sie fanden meist eine besser bezahlte Arbeit in den Pulver- und Sprengstofffabriken Düneberg und Krümmel. 1914 schloss die Glasfabrik und die selbständigen Bandreißer stellten ihre Produktion ein, als das Bandholz für Kriegszwecke beschlagnahmt wurde.

Doch wie funktioniert das Bandreißen? Nach dem Abschlagen der Weiden und dem „Weißen“ der Ruten (Schalung und Waschung) verarbeiteten die Bandreißer die Weiden zum fertigen Produkt (dem Weidenreifen). Der Weidestock wurde dabei in drei Bänder gerissen, daher auch der Name - Bandreißer. Diese Bänder wurden anschließend so lange mit einem „Tochtmesser“ bearbeitet - bis sie sich gleichmäßig biegen ließen. Für länger Zeit in Wasser eingeweicht konnten sie dann am Ende in einer Biegemaschine oder von Hand zu Reifen gebogen werden. Dies konnten Besucherinnen und Besucher unter Anleitung von Mitgliedern des Heimatbund und Geschichtsvereins selbst auch einmal ausprobieren.

Kurznachrichten Geesthacht


Tanztee mit der AWO
Tanzfreunde aufgepasst: Frisch und fröhlich geht es wieder zu beim Tanztee am Sonntag, 14.Juli, um 15 Uhr. Einlass ab 14.30 Uhr. Alle Gäste werden vom DJ Achim eingeladen das Tanzbein zu schwingen. Angeboten werden frischgebackener Kuchen mit Kaffee oder Tee. Der Eintritt beträgt 6 Euro pro Person. Alle Interessierten sind eingeladen. Der Tanztee findet diesmal im Forsthaus Glüsing, Berliner Straße 7 in Schnackenbek statt.


Bauarbeiten Hafenterrassen
Verkehrsteilnehmende müssen sich am 2. und am 3. Juli auf Verkehrsbehinderungen an der Geesthachter Straße Hafenterrassen einstellen. Für Kranarbeiten wird die Straße auf Höhe der Hausnummern 8 bis 10 voll gesperrt.


Vortrag „Lebensraum Wald“
Im Lebensraum Wald gibt es einen ewigen Kreislauf, an den alle Tiere und Pflanzen des Waldes angepasst sind. Die Klimakrise hat jedoch rasante Veränderungen für unsere Wälder zur Folge. Deren Anpassungsfähigkeit ist in besonderem Maß abhängig von der biologischen Vielfalt. Wälder mit einer hohen Biodiversität zeichnen sich durch eine höhere Stabilität gegenüber Störungen sowie eine größere Flexibilität gegenüber veränderten Umweltbedingungen aus. Eckhard Kropla, Revierförster aus dem Lübecker Stadtwald, gibt am Dienstag, 25. Juni, 19.30 Uhr im OberstadtTreff, Dialogweg 1, Geesthacht einen Einblick in das Ökosystem alter Laubwälder als Schatzkammern der Biodiversität. Für Mitglieder des NABU und Kinder ist der Eintritt frei, Gäste werden um eine Spende von 5 Euro gebeten.


Verkehrsbehinderungen Besenhorst
Verkehrsteilnehmende müssen sich vom 1. bis voraussichtlich 3. Juli auf Verkehrsbehinderungen an der Geesthachter Straße einstellen. Für Arbeiten an Kabelschächten werden zeitweise im Bereich Besenhorst/Einmündung Bauernvogtsweg der Gehweg vollgesperrt und die Fahrbahn halbseitig gesperrt.


Stromnetzsanierung in der Krümmelstraße
Ab dem 3. Juni werden umfangreiche Arbeiten zur Sanierung und Erneuerung der Stromleitungen in der Krümmelstraße durchgeführt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich sechs Wochen dauern. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Zuverlässigkeit und Effizienz der Stromversorgung in diesem Bereich nachhaltig zu verbessern und das Stromnetz für die Zukunft zu stärken. Die Arbeiten finden im Gehweg und in der Straße statt. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die entsprechenden Verkehrs- und Hinweisschilder zu beachten. Parkplätze stehen in diesem Zeitraum nur eingeschränkt zur Verfügung. Bei Einschränkungen der Zuwegung zu Grundstücken oder eventuellen Stromabschaltungen werden betroffene Anwohner rechtzeitig gesondert informiert.


Krümmelstraße in Teilen gesperrt
Verkehrsteilnehmende müssen sich vom 3. Juni bis voraussichtlich 19. Juli auf Verkehrsbehinderungen im Geesthachter Stadtteil Krümmel einstellen. Je nach Baufortschritt werden in dem Zeitraum phasenweise an der Krümmelstraße der Gehweg voll und die Fahrbahn halbseitig gesperrt. Der Grund: Es werden Kabel verlegt.


Alkohol- und Drogenberatung
Die Alkohol- und Drogenberatung teilt mit, dass ab sofort die offenen Sprechstunden wieder stattfinden. Diese finden statt: dienstags von 16 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 11 Uhr, Markt 3 in Geesthacht und montags von 15 bis 17 Uhr, Mühlenweg 17 in Lauenburg. Zur Vermeidung von Wartezeiten wird um eine kurze telefonische Anmeldung unter 04152 / 791 48 gebeten.


Die VHS Geesthacht informiert

„Gleichberechtigung im Grundgesetz“ (Onlinevortrag)
Am 8. Mai 1949, also vor 75 Jahren, wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vom Parlamentarischen Rat verabschiedet. Darin befindet sich Art. 3, Abs. 2 der bis heute bestimmt: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Wie dieser so selbstverständlich klingende Satz seinen Weg in das Grundgesetz fand und ob es dafür tatsächlich den Kampf "der Frauen" gegen "die Männer" brauchte, wird in diesem Vortrag ebenso beleuchtet wie die Frage, welche Rolle die Kasseler Anwältin und SPD-Mitglied Elisabeth Selbert hier spielte. Und es wird gefragt, woher die Formulierung kam, denn in der Verfassung der DDR gibt es eine ähnliche Formulierung. Hier wird in Art. 7, Abs.1 formuliert: "Mann und Frau sind gleichberechtigt." Ein Zufall?
Die Referentin Frau Dr. Kerstin Wolff ist Lehrbeauftragte im Fachgebiet der Neueren und Neuesten Geschichte an der Universität Kassel und im Leitungsteam des AddF - Archiv der deutschen Frauenbewegung tätig.

Die kostenfreie Online-Veranstaltung findet am Mittwoch, 22. Mai von 18.30 bis 20 Uhr statt.
"Provisorische Dauerlösung" - 75 Jahre Grundgesetz (Onlinevortrag)
Das Grundgesetz, einst als vorübergehendes Dokument konzipiert und bei seiner Verkündung 1949 von den meisten prominent ignoriert, feiert sein 75-jähriges Jubiläum. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, wie aus diesem vermeintlichen Provisorium ein politisch identitätsstiftendes Dokument und eine verfassungspolitische Dauerlösung werden konnte. Die Veranstaltung richtet ein besonderes Augenmerk auf vier Themenfelder: Wie hat sich die Wahrnehmung des Grundgesetzes verändert? Welche Bedeutung haben die Grundrechte? Was sagt uns das Grundgesetz über den Zustand des Föderalismus? Und was macht die europäische Integration mit unserer Verfassung?
Der Referent Dr. Martin Florack ist Politikwissenschaftler und bietet Ihnen nach einem Einführungsvortrag eine differenzierte Diskussion zu diesem wichtigen Dokument an.
Die kostenfreie Online-Veranstaltung findet am Mittwoch, 05. Juni von 18.30 bis 20 Uhr statt.

 


Interessierte wenden sich Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 11.30 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr an die Volkshochschule Geesthacht, die auch unter 04152/4622 sowie info@vhs-geesthacht.de erreichbar ist. Weitere Informationen sind zudem auf der Homepage unter www.vhs-geesthacht.de abrufbar, dort ist auch eine Onlineanmeldung möglich.

Text: VHS Geesthacht

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