Einsatz gegen Altersarmut und Gewalt an Frauen
Geesthacht (LOZ). Der Frauenbeirat Geesthacht blickt auf ein bewegtes Jahr 2025 zurück. Mit einem klaren Fokus auf finanzielle Unabhängigkeit von Frauen sowie mit kraftvollen Aktionen zum Internationalen Frauentag sowie dem Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen hat das Gremium wichtige Impulse in der Stadt gesetzt, was auf große Resonanz in der Stadt stieß und die Bedeutung des Beirats in der kommunalen Gleichstellungsarbeit stärkte.
Der Schwerpunkt lag auf der finanziellen Unabhängigkeit von Frauen. In gut besuchten Online-Vorträgen machte die Finanzexpertin Helma Sick deutlich, wie traditionelle Rollenbilder immer noch in wirtschaftliche Abhängigkeit führen und warum eigene Vorsorge unverzichtbar ist. Die Rentenberaterin Sabine Virk erklärte, wie Rentenlücken entstehen – etwa durch Familienzeiten, Teilzeit oder Minijobs – und wie Frauen diese frühzeitig erkennen und ausgleichen können. Die Politologin und Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers vertiefte diesen Blick, indem sie die strukturellen Risiken von Minijob- und Teilzeitmodellen erläuterte und damit die Ursachen weiblicher Altersarmut klar benannte. Die große Beteiligung bestätigte, wie stark dieses Thema bewegt und wie wichtig verlässliche Informationen für Frauen aller Altersgruppen sind. Daran wird der Frauenbeirat anknüpfen und 2026 weitere Vorträge zur Vorsorge in unterschiedlichen Lebenssituationen anbieten.
Zum Internationalen Frauentag wurde der Film „Wunderschöner“ im kTS gezeigt. während Bürgermeister Olaf Schulze mit seiner Teilnahme an der Rosenaktion zusätzlich ein sichtbares Zeichen der Unterstützung setzte.
Die Einweihung einer orangefarbenen Bank in der Einkaufsstraße als dauerhaftes Mahnmal setzte am Tag gegen Gewalt an Frauen im November ein weithin sichtbares Signal und fand in der Lokalpolitik große Anerkennung. Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Anja Nowatzky verteilten Mitglieder des Beirats begleitend 300 mit Informationsmaterial versehene Brötchentüten, um möglichst viele Menschen direkt zu erreichen. Der Film „Oksana“ verlieh dem Aktionstag einen emotionalen, bewegenden Abschluss.
Der Frauenbeirat Geesthacht zieht nach diesem intensiven Jahr ein deutliches Fazit: Finanzielle Bildung und Gewaltschutz gehören untrennbar zusammen, denn ökonomische Abhängigkeit zählt zu den wichtigsten Ursachen dafür, dass Frauen in belastenden oder gefährlichen Lebenssituationen verbleiben. Das ist immer noch die größte Hürde für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen. Die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Netzwerkpartnerinnen erwies sich dabei als entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der zahlreichen Projekte. Der Frauenbeirat spricht der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Anja Nowatzky seinen herzlichen Dank aus – für ihre stets konstruktive Unterstützung, ihre vielen Initiativen und die hervorragende Zusammenarbeit.
2025 hat gezeigt: Aufklärung, Vernetzung und klare Signale wirken.
Der Frauenbeirat Geesthacht wird auch weiterhin hartnäckig, sichtbar und solidarisch für die Anliegen von Frauen eintreten – damit Gleichstellung, finanzielle Sicherheit und ein Leben frei von Gewalt keine Vision, sondern Realität werden, so die Vorsitzende des Frauenbeirat Geesthacht, Katrin Wiech.
