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Lauenburg (LOZ). Die SPD-Fraktion in der Lauenburger Stadtvertretung hat dem Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/27 ihre Zustimmung verweigert. Der Fraktionsvorsitzende Immo Braune begründete diesen Schritt mit massiven Bedenken bei der Personalplanung, dem Umgang mit dem Sondervermögen und einer sozialen Schieflage bei den Ganztagsbeiträgen. „Diese Entscheidung haben wir nicht leichtfertig getroffen“, betont Immo Braune. Man sehe die Verantwortung für eine handlungsfähige Verwaltung, habe jedoch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im vorliegenden Entwurf nicht ausreichend gewahrt gesehen.

Ein zentraler Kritikpunkt der Sozialdemokraten bleibt die Einstellung eines zweiten hauptamtlichen Gerätewarts für die Feuerwehr. Trotz dargelegter Notwendigkeit durch die Feuerwehr und der KGSt wurde die Stelle im Ausschuss abgelehnt. „Gleichzeitig soll ein technischer Angestellter mit drei Jahren Vorlauf bewilligt werden. Dem stimmen wir in der Sache zu, aber nicht dem zeitlichen Horizont”, so Braune.

Ebenfalls auf Unverständnis stößt die Stellenkürzung des Klimaschutzmanagements um 30 Prozent. „In unserer kommunalen Wärmeplanung haben wir unter anderem beschlossen, das Klimaschutzmanagement zu verstetigen - doch eine Stellenkürzung bewirkt das genaue Gegenteil“, kritisiert Braune. Er warnte davor, die Stelle durch die Kürzung so unattraktiv zu machen, dass sie langfristig gänzlich wegbricht.

Eine Absage erteilen die Genossen auch der geplanten Nutzung des Sondervermögens in Höhe von knapp 5,2 Millionen Euro. Laut Braune werde das Geld vom Bürgermeister lediglich dazu genutzt, „Haushaltslöcher zu stopfen“, anstatt echte Impulse zu setzen. Die SPD hatte stattdessen die Sanierung der Straßenbeleuchtung mit den Mitteln gefordert, was im Ausschuss abgelehnt wurde. Weitere Ideen der SPD wären die Instandsetzung der Treppen zwischen Ober- und Altstadt oder die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft gewesen. „Das Sondervermögen ist nicht unser persönliches Taschengeld, weder der Stadtvertretung, noch der Verwaltungsspitze. Den eigentlichen Sinn dieses Geldes so ad absurdum zu führen, tragen wir nicht mit“, stellt Braune klar.

Besonders emotional bewertet die SPD die Umstrukturierung der Ganztagsbeiträge an der Grundschule. Braune spricht von einer „Geburtsjahrgangslotterie“, bei der Eltern für die gleiche Dienstleistung an derselben Schule unterschiedlich hohe Beiträge zahlen müssten. „Hier werden durch die CDU unnötig Gräben der Ungerechtigkeit aufgerissen, statt den sozialen Frieden zu wahren“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende.

Abschließend rügte Braune die Argumentation der politischen Mitbewerber. Während bei Personal und sozialen Leistungen das Mantra der Haushaltsdisziplin beschworen werde, hätten sich dieselben Akteure im Dezember eine Erhöhung ihrer eigenen Entschädigungen um 75 Prozent gegönnt – ohne Gegenfinanzierung und gegen die Stimmen der SPD.

Trotz der Ablehnung dankte die SPD-Fraktion ausdrücklich der Verwaltung, insbesondere dem Kämmerer Herrn Steffens, für die Ausarbeitung eines ursprünglich zustimmungsfähigen Entwurfs, der jedoch durch spätere politische Entscheidungen der Mehrheit für die Sozialdemokraten untragbar geworden sei.

Kurznachrichten Lauenburg


Sperrung Straßenbrücke Basedow-Lanze über den Elbe-Lübeck-Kanal
Die Straßenbrücke von Basedow nach Lanze über den Elbe-Lübeck-Kanal wird abgerissen und anschließend neu gebaut. Die vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt beauftragten Arbeiten sollten am 5. Januar starten. Witterungsbedingt wurde der Beginn der Arbeiten auf den 13. Januar verschoben. Die Arbeiten dauern bis voraussichtlich Sommer 2027, so dass eine Überquerung des Kanals an dieser Stelle nicht möglich sein wird. Dieses gilt auch für Fußgänger und Radfahrer. Von der Sperrung betroffen ist auch der Geh- und Radweg entlang des Kanals. Eine Umleitung wird ausgeschildert.


Demenzberatung
Die Koordinierungsstelle Demenz bietet in Lauenburg einmal monatlich Demenzberatung an. Fragen rund um das Thema werden mit viel Zeit besprochen. An jedem 4. Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr können sich Angehörige und Menschen mit Gedächtnisproblemen im Fürstengarten 29 (Erdgeschoss) individuell, unabhängig und kostenfrei beraten lassen. Um Anmeldung wird gebeten, es gelten die aktuellen Regeln. Weitere Infos: Barbara Hergert, Koordinierungsstelle Demenz, Telefon 04542 / 83 84 670, info@koordinierungsstelle-demenz.de


Beratung des Pflegestützpunktes
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Haus der Begegnung, Fürstengarten 29, von 9-12 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege an. Der Zugang ist derzeit nur über die Schmiedestraße möglich. Nadine Fauck vom Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Aufgrund der aktuellen Lage sind persönliche Beratungen vor Ort nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab und unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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