Offenes Seminar für Engagierte in Schulen und Bildungseinrichtungen, Interessierte und Betroffene
Ratzeburg (LOZ). Der Verein Miteinander leben plant im Rahmen seines Projektes 'LEHAVIN - להבין' - Antisemitismus erkennen und verstehen!' am Donnerstag, 6. November, von 9.30 bis 16 Uhr im Ratzeburger Rathaus ein offenes Seminar zur Fragestellung, wie Antisemitismus wirksam begegnet werden kann. Bislang erfolgreiche Methoden der Antisemitismusprävention, so die These des Seminars, stehen angesichts zunehmender Polarisierung im Kontext des immer weiter eskalierenden Nahost-Konfliktes, der auch ganz konkret auch in den Alltag hinwirkt, auf dem Prüfstand.
Viele Jugendliche, aber auch Erwachsene, positionieren sich in diesem Konflikt zunehmend gegen Israel und zeigen wenig Bereitschaft, sich mit Antisemitismus auseinanderzusetzen. Sie wollen vielmehr über den Nahost-Konflikt diskutieren, sehen dabei ganz überwiegend und undifferenziert Israel in der Rolle eines Aggressors. Sie wollen sich klar solidarisieren und übernehmen dabei immer wieder unreflektiert antisemitische Stereotype. Sie sehen dabei den deutlichen steigenden Antisemitismus im eigenen Land nicht als Problem, vor allem aber auch nicht als Teil ihrer Lebenswirklichkeit und sind auch mit dem Blick in die deutsche Vergangenheit nur noch wenig zu sensibilisieren. "Was hat das noch mit mir zu tun?" ist eine bekannte Frage. Sie ist berechtigt und muss schlüssig beantwortet werden können. Es steht aber auch immer häufiger die Frage im Raum: "Bist du für Israel oder für Palästina?" Diese Frage deutet auch auf ein zunehmendes Schwarz-Weiß-Denken, auf eine Zuordnung von Gut und Böse, die Stereotypen großen Raum öffnet, aber auch Chancen zur Diskussion bietet.
„Wie müssen Angebote der Antisemitismusprävention aussehen, um dieser Gemengelage gerecht werden? Wie kann Antisemitismusprävention gelingen? Darüber wollen wir in unserem Seminar ins Gespräch kommen und in unterschiedlichen Perspektiven diskutieren … aus Sicht einer Überlebenden des Holocausts, aus Sicht eines Mitgliedes der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf, aus Sicht einer pädagogischen Lehrkraft sowie aus Sicht eines Fachexperten und Publizisten“, so die Veranstalter.
Der Verein Miteinander leben möchte mit dem Seminar 'Antisemitismusprävention vor neuen Herausforderungen' Denkanstöße und Impulse setzen, sich mit dem wachsenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen, eine kritische und informierte Haltung zum Nahost-Konflikt zu entwickeln und die Lebenswirklichkeit jüdischer Menschen in Deutschland nachzuempfinden.
Das Seminar richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Schul- und Erwachsenenbildung sowie politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger im Erwachsenenalter. Es ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter
