Ratzeburger Bildungsnetzwerk inspiriert mit Fortbildung zu 'Design Thinking'

Büchereileiterin Dajana Stolz (hinten links) begrüßt Referentin Julia Bergmann (hinten rechts) und alle Teilnehmer der Fortbildung "Design Thinking". Foto Stadt Ratzeburg
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Ratzeburg (LOZ). Das Ratzeburger Bildungsnetzwerk, ein Zusammenschluss von Bildungsinstitutionen und Einrichtungen mit Bildungsauftrag unter dem Dach der "Partnerschaft für Demokratie" Stadt Ratzeburg - Amt Lauenburgische Seen, hat sich in einer gemeinsamen Fortbildung mit der Frage befasst, wie sich demokratiestärkende Bildungsorte in Ratzeburg nachhaltig und zukunftsfähig entwickeln können.

Auf Anregung der Stadtbücherei, einer jener Bildungsorte, wurde das methodische Konzept des "Design Thinking" vorgestellt, das Institutionen in die Lage versetzt, aus dem Blickwickel der eigenen Nutzerschaft Bildungsangebote und Bildungsräume so zu gestalten, dass sie deren Wünsche und Bedürfnisse wirklich entsprechen. "Wir alle gestalten unsere Einrichtungen zumeist unter der Perspektive unseres fachlichen Wissens", sagte Büchereileiterin Dajana Stolz. "Wir entscheiden damit, wie unsere Nutzerinnen und Nutzer sich hier bewegen, verweilen und welche Angebote sie wie nutzen können. Dabei fragen wir eigentlich nie, wie sie es gerne hätten, wie sie sich ihre Bücherei eigentlich vorstellen, gerade auch, um sich dort wohlzufühlen und wirklich gerne zu kommen", so Dajana Stolz.

Eine Aussage, der auch die Leitungen der Volkshochschule, der BQG Personalentwicklung GmbH oder der Jugendzentren sofort zustimmen können. Alle diese Bildungseinrichtungen sind aus fachlichen Erwägungen oder aus baulichen Notwendigkeiten immer vorgeprägt und geben den Nutzern häufig nur wenig Raum zur Mitgestaltung dieser Orte. Dabei wird deren wirkliche Bedeutung, die sie für die Menschen einer Kommune haben, häufig verkannt. Die Soziologie beschreibt sie inzwischen selbstverständlich als "dritte Orte". Sie meint damit einen niederschwellig zugänglichen, öffentlichen und als sicher empfundenen Aufenthaltsbereich, den Menschen neben ihrem Zuhause und ihrer Arbeitsstätte bewusst für sich wählen, um auch dort ihre Zeit zu verbringen.

Dies sind vor allem Bildungs- oder Freizeiteinrichtungen, die gänzlich frei oder ohne wesentliche Zugangsvoraussetzungen genutzt werden können. Gerade unter dieser Betrachtung sollten solche Orte ihren Nutzern auch gefallen und ihnen das bieten, was sie dort für sich erwarten. Das ist zuallermeist die soziale Interaktion mit anderen, noch vor den eigentlichen Angeboten dieser Einrichtungen. Genau hier bietet das Konzept des "Design Thinking" methodische Zugänge, um im Dialog mit den eigenen Nutzern Verbesserungen in Ausstattung und Angeboten zu erreichen, die vor allem die Aufenthaltsqualität für alle erhöht.

"'Design Thinking' ist ein Prozess des Befragens, des Zuhörens, des Beobachtens, des Ausprobierens und kritischen Bewertens, der nicht geradlinig von einem Problem zu einer Lösung schreitet, sondern der viele Zwischenschritte und Schleifen durchläuft und dabei ganz unterschiedliche Expertisen einbindet", sagte Karl Schneider von der BQG-Personalentwicklung GmbH, der die ganztägige Fortbildung mit Fachreferentin Julia Bergmann für das Bildungsnetzwerk ermöglicht hatte.

Die insgesamt 15 Teilnehmer dieser Fortbildung, an der sich auch Stadtvertreterin Bärbel Kersten sowie Mitarbeiterinnen des Ratzeburger Stadtmarketing  beteiligten, verfolgten die Ausführungen zu den Gestaltungsmöglichkeiten des "Design Thinking" mit großem Interesse. Die Leistungsfähigkeit eines solchen Prozesses wurde vor allem an Beispielen von Büchereiumgestaltungen deutlich, die Julia Bergmann präsentierte und in ihren methodischen Entwicklungsschritten analysierte.

"Dieser Einblick in die nutzerzentrierte Methodik des "Design Thinking" und dessen Anwendungsbreite für nahezu alle Aspekte von Organisation und Gestaltung einer Einrichtung hat mich persönlich sehr beeindruckt", sagte Silvia Tessmer, Geschäftsführerin der Ratzeburger Volkshochschule. Sie kann sich sehr gut vorstellen, die Ratzeburger Volkhochschule wirklich einmal in dieser Weise im Dialog mit ihren Nutzern zu betrachten und dabei zu erfahren, was man für sie besser oder angenehmer gestalten könnte. "Das kann uns gerade im anstehenden Prozess der Neugestaltung der Ernst-Barlach-Schule sehr helfen", so Silvia Tessmer.

Ähnlich äußerte sich auch Steffi Petersen mit Blick auf die Ratzeburger Jugendzentren und lobte die praxisorientierte Fortbildung als inspirierenden Beitrag des Bildungsnetzwerkes für alle Bildungseinrichtungen vor Ort, die ganz im Sinne des fördernden Bundesprogramms "Demokratie leben!" demokratiestärkend wirken. "Mit diesem Werkzeugkasten des 'Design Thinking' können wir strukturstärkend in all unseren Häusern wirken und so vielleicht noch mehr Menschen für unsere Angebote erreichen. Ich bin begeistert", sagte Steffi Petersen.

Kurznachrichten Ratzeburg


Sehvermögensberatung in Ratzeburg
Das Beratungsmobil des Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSVSH) öffnet am 3. Dezember zwischen 10 und 15 Uhr vor dem Rathaus in Ratzeburg seine Tür. Anlässlich des Aktionstages „Barrierefrei gewinnen alle“ können sich hier diejenigen beraten lassen, die ein Leben mit Sehverlust bewältigen müssen. "Unsere Berater stehen für Augenpatienten und Menschen mit Sehverlust für alle Fragen rund um dieses Thema zur Verfügung. Wir sind Experten in eigener Sache und bieten individuelle, kompetente und unabhängige Beratungen an. Diese Beratungen erfolgen selbstverständlich kostenlos und vertraulich", sagt Dr. Jürgen Trinkus, Vorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein. Anmeldung für individuelle Termine bis spätestens am Freitag, 2. Dezember, 14.30 Uhr in der BSVSH-Geschäftsstelle: Tel. 0451 / 408 508-0 oder per Mail: info@bsvsh.org


36. öffentliche Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses der Stadt Ratzeburg
Am Montag, 5. Dezember, um 18.30 Uhr tritt der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Ratzeburg zu seiner 36. öffentlichen Sitzung in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule, Bahnhofsallee 22 zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Statusbericht zum Umbau und zur Erweiterung der Ruderakademie, der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. 85 "Freie Schule Ratzeburg" für den Bereich "nordöstlich Salemer Weg", der Erlass einer Stellplatzsatzung, Beschluss über die Aufnahme einer kommunalen Wärme- und Kälteplanung für die Stadt Ratzeburg nach § 7 des Energiewende- und Klimaschutzgesetzes Schleswig-Holstein (EWKG) sowie Planungen von Nachbargemeinden.


20. Sitzung des Ratzeburger Jugendbeirates
Am, 30. November, um 18.30 Uhr, trifft sich der Jugendbeirat der Stadt Ratzeburg zu seiner 12. öffentlichen Sitzung im Jugendzentrum „Stellwerk“, Schweriner Straße 39. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Bekanntgabe der Wahlergebnisse zu Jugendbeiratswahl 2022, ein Bericht zum Besuch von Jugendbeiratsvertretern in der dänischen Partnerstadt Ribe sowie ein Sachstand zum gemeinsamen Klimaprojekt mit der belgischen Partnerstadt Esneux.
Im Anschluss an die Sitzung tritt das Jugendforum der "Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen" zusammen. Es verwaltet auch das Jugendbudget des Förderprogramms "Demokratie leben!" für demokratiestärkende Kinder- und Jugendprojekte. Informationen hierzu sind unter www.partnerschaftdemokratie.de einzusehen.


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