forsa-Umfrage: Menschen möchten sich nachhaltiger ernähren

Klimaschutz fängt schon beim Einkauf an: Eine große Mehrheit der Befragten meint, dass sich die Politik für eine verpflichtende und verständliche Lebensmittelkennzeichnung zum Klimaschutz einsetzen sollte. Foto: Colourbox/AOK/hfr
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Mehrheit möchte Fleischkonsum stark reduzieren

 

(LOZ). Zwei Drittel (66 Prozent) der Bevölkerung in Schleswig-Holstein möchten sich gern nachhaltiger ernähren. Allerdings wissen nur 40 Prozent, was genau mit einer „klimaschonenden Ernährung“ gemeint ist. Und sogar 26 Prozent haben davon bislang noch gar nichts gehört. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen forsa-Bevölkerungsumfrage in Schleswig-Holstein zur klimaschonenden Ernährung im Auftrag der AOK NordWest hervor.

„Wenn wir wollen, dass auch die Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg sich nicht nur gesund, sondern auch klimaschonend ernähren, müssen wir gesamtgesellschaftlich die hierfür notwendigen Voraussetzungen schaffen. Denn Klima und Gesundheit hängen eng miteinander zusammen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

Verständliche Lebensmittelkennzeichnung

Das Bestreben, sich nachhaltiger zu ernähren, fängt bereits beim Einkauf an. Hier wünschen sich drei Viertel der Befragten (79 Prozent) in Schleswig-Holstein, dass sich die Politik für eine verpflichtende und verständliche Lebensmittelkennzeichnung zum Klimaschutz einsetzen sollte. „Ein Label wäre ein erster wichtiger Schritt, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher Lebensmittel ganz einfach nach klimafreundlich und klimaschädlich unterscheiden können“, so Wunsch.

Tierische Lebensmittel reduzieren

Aus der forsa-Umfrage geht weiter hervor, dass nur jeder Vierte (26 Prozent) in Schleswig-Holstein weiß, dass ein reduzierter Konsum tierischer Lebensmittel wie Fleisch oder Milchprodukte in punkto Ernährung die effektivste Maßnahme mit der größten positiven Auswirkung für das Klima ist. Auch wissen etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung (45 Prozent) im nördlichsten Bundesland nicht, dass Milchalternativen wie Hafermilch klimafreundlicher sind als Kuhmilch.

Weiterhin hoher Fleischkonsum

Schon länger bekannt ist, dass sich Fleisch und Fleischprodukte besonders negativ auf das Klima auswirken. 16 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein geben an, mehrmals täglich oder (fast) täglich Fleisch- oder Geflügelprodukte zu essen. Etwa die Hälfte (54 Prozent) der Befragten verzehrt zwischen zwei- und fünfmal in der Woche Fleisch oder Geflügel. Fünf Prozent geben an, komplett auf Fleisch zu verzichten.

Mehrheit möchte Fleischkonsum stark reduzieren

Insgesamt 66 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ihren Fleischkonsum künftig stark zu reduzieren. Hingegen kommt dies für mehr als ein Viertel nicht in Frage. Den am häufigsten genannten Grund: „Fleisch schmeckt und wird gerne gegessen“ geben 76 Prozent der Befragten an. 45 Prozent sind der Meinung, dass ihnen Fleischersatzprodukte nicht schmecken.

Politik soll steuerliche Anreize schaffen

Um den Verzehr von pflanzenbasierter und damit klimafreundlicher Ernährung zu fördern, sollten nach Meinung der von forsa befragten Personen auch steuerliche Anreize geschaffen werden: 78 Prozent finden, dass gesunde Lebensmittel niedriger besteuert werden sollten. Für eine höhere Besteuerung von klimaschädlichen Nahrungsmitteln sprechen sich etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) aus.

Bewussterer Umgang und Konsum von Lebensmitteln

81 Prozent in Schleswig-Holstein sind der Ansicht, dass jede oder jeder Einzelne durch die eigene Ernährung einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Und fast alle Befragten (94 Prozent) stimmen der Aussage ‚voll und ganz‘ oder ‚eher‘ zu, dass wir in der Gesellschaft einen bewussteren Umgang und Konsum von Lebensmitteln brauchen.



16 Prozent der Befragten im Norden geben an, mehrmals täglich oder (fast) täglich Fleisch- oder Geflügelprodukte zu essen. Etwa die Hälfte (54 Prozent) verzehrt zwischen zwei- und fünfmal in der Woche Fleisch oder Geflügel. Grafik: AOK/hfr

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