Schüler warten auf Räume: Wie langsam darf Politik sein?

Foto: hfr
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Wentorf (LOZ). Wieder einmal kamen die Politiker in Wentorf zusammen, um über einen neuen Kita-Standort zu entscheiden. Die neue Kita ist dringend erforderlich, da seit Jahren Plätze fehlen. Und da auch die Grundschule mit der OGS um einen Zug erweitert wird, fehlen auch hier die Klassenräume und Unterbringungsmöglichkeiten. Doch wieder einmal wurde nicht entschieden, vielmehr haben CDU und Bündnis 90/Grüne den zur Entscheidung anstehenden Tagesordnungspunkt über einen Neubau von der Liste gestrichen.

Doch der Reihe nach. Was ist passiert? Die Grundschule wird ab dem nächsten Schuljahr von 5- auf 6-Zügigkeit erweitert, der damit einhergehende zusätzliche Raumbedarf von einer Klasse pro Schuljahr muss gedeckt werden. Damit einher geht auch der erhöhte Raumbedarf der OGS (offene Ganztagsschule), denn es nehmen schon jetzt immer mehr Schüler das erstklassige Angebot der nachmittäglichen Betreuung wahr. Und ab nächstem Jahr kommen zusätzlich noch die Kinder des sechsten Zuges dazu. Spätestens dann platzt das für wesentlich weniger Schüler geplante Gebäude aus allen Nähten. Um weiterhin die hervorragende Qualität der OGS mit ihren engagierten Erziehern aufrecht erhalten zu können, soll die sich am Standort befindende Kita „Lütte Lüüd“ ein neues Zuhause bekommen und umziehen. Das bestehende Gebäude wird dann um zwei Etagen aufgestockt und von OGS und Schule genutzt – eine elegante Lösung für alle.

Für den Neubau hat die Verwaltung drei Standortvorschläge erarbeitet. „Am Petersilienberg“ könnte der bestehende Spielplatz sofort bebaut werden, da er im Eigentum der Gemeinde steht und Planungsrecht besteht. Die Spielgeräte können auf die umliegenden Spielplätze verteilt und gegenüber ein zusätzlicher Spielplatz errichtet werden.

Das Grundstück „Amandas Garten“ ist ebenfalls in Gemeindeeigentum, allerdings müsste noch der B-Plan geändert werden.

Beide Standorte kommen in Frage, und die Nutzung des Grundstückes „Am Petersilienberg“ stellt eine optimale Lösung dar, denn dort besteht sofortiges Baurecht.

Doch wurde in der Sitzung des Liegenschaftsausschusses vom 19. Oktober auf Betreiben des Grünen Vorsitzenden dieser Punkt von der Tagesordnung genommen, mit Zustimmung der CDU. Es konnte also nicht im Sinne der Kinder in Wentorf für eine neue Kita, für eine Erweiterung von Schulklassen und der anschließenden Betreuung in der OGS abgestimmt werden. Lediglich die FDP-Fraktion und die Fraktion von Zukunft Wentorf haben sich dem entgegen gestellt und wollten eine Entscheidung für Bildung, Schule und Kita in Wentorf herbeiführen, sind aber an der Ablehnung von CDU und Grünen gescheitert. „Zeit ist ein kostbares Gut, und davon haben wir keine mehr“, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP, Günter Weblus.

Die Konsequenzen zeigen sich unmittelbar: ab dem nächsten Jahr müssen teure und eigentlich unnötige provisorische Container aufgestellt werden. Die geschätzten Kosten betragen rund 100.000 Euro pro Jahr und belasten die Gemeindefinanzen. Sie könnten gespart werden, wenn alle Politiker in Wentorf rechtzeitig entscheiden würden und nicht nur die der FDP und von Zukunft Wentorf. Kristof Jahn, Vertreter der FDP im Liegenschaftsausschuss, hierzu: „Die FDP bedauert diesen Stillstand in der Kommunalpolitik sehr und fordert CDU und Grüne auf, wieder konstruktiv und rechtzeitig die notwendigen Entscheidungen für unsere Kinder und Schüler in Wentorf zu treffen“.

Kurznachrichten aus der Region


KSK spendet Mobiliar
Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (KSK) spendet nicht mehr benötigtes Mobiliar aus ihrem ehemaligen Hauptgebäude an gemeinnützige Vereine und Institutionen. Zu vergeben hat die KSK hauptsächlich Büroausstattung wie Stühle, Schreibtische, Rollcontainer und Sideboards. Ab sofort können sich Organisationen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg unter der Mail-Adresse verwaltung@ksk-ratzeburg.de zur Ausgabe anmelden. „Nachdem wir mit unserem Mobiliar bereits den Kreis bei der Geflüchtetenhilfe unterstützt haben, wollen wir jetzt unseren Vereinen ermöglichen, kostenfrei an Ausstattung zu kommen“, erklärt Dr. Kram, Vorstandsvorsitzender der KSK. Es gelte das Motto „Wer zuerst kommt…“. Anmeldeschluss für die Abholung ist der 15. Juli.


Kreisverwaltung am 29. Juni nur eingeschränkt erreichbar
Die Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg ist am 29. Juni aufgrund von zwei Teilpersonalversammlungen zum Teil nur eingeschränkt erreichbar. Die Telefonzentrale unter der Nummer 04541 / 888-0 steht weiterhin zur Verfügung. Die regulären Öffnungszeiten des Fachdienstes Straßenverkehr in Lanken sind hiervon nicht betroffen.


Sprechstunden der Behindertenbeauftragten
Die nächsten Sprechstunden der Kreisbehindertenbeauftragten Kirsten Vidal finden an folgenden Terminen statt:
Donnerstag, 23. Juni, von 14 bis 15.30 Uhr im Rathaus in Wentorf bei Hamburg, Hauptstraße 16.
Montag, 4. Juli, von 12 bis 16 Uhr im Raum 176 des Kreishauses, Barlachstraße 2, in 23909 Ratzeburg. Dort ist sie auch unter der Nummer 04541 888-493 telefonisch erreichbar.


Deutsche Rentenversicherung Nord telefonisch nicht erreichbar
Wegen einer innerbetrieblichen Veranstaltung stehen die Mitarbeitenden der Deutschen Rentenversicherung Nord am Freitag, 17. Juni, für telefonische Anfragen nicht zur Verfügung. Darauf weist der Rentenversicherungsträger mit Sitz in Lübeck hin. Alle Ratsuchenden können sich jedoch weiterhin an das kostenlose, bundesweite Servicetelefon unter der Rufnummer 0800 1000 4800 wenden. Ab Montag, 20. Juni, sind wieder wie gewohnt alle telefonischen Services der Deutsche Rentenversicherung Nord erreichbar.  


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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