Wenig Bewegung am Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote unverändert bei 5,1 Prozent

Foto: W. Reichenbächer
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Appell der Chefin der Arbeitsagentur: Menschen mit Behinderung bei der Personalsuche einbeziehen

 

(LOZ). Im November hat die Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg zum vorangegangen Oktobermonat um 25 arbeitslose Menschen abgenommen. Damit sind aktuell insgesamt 5.441 Menschen bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe und dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg arbeitslos gemeldet. Der Rückgang bleibt ohne Auswirkung auf die Arbeitslosenquote, die weiterhin bei 5,1 Prozent liegt.

Im Vorjahresmonat waren 5.050 Menschen und damit 391 weniger arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 4,7 Prozent.

„Im November haben wir eine geringere Dynamik am Arbeitsmarkt registriert. Es sind zum Vormonat weniger Menschen neu in der Arbeitslosenstatistik erfasst worden, auf der anderen Seite haben sich auch etwas weniger in eine Beschäftigung abgemeldet. In der Summe aller Bewegungen hat die Arbeitslosigkeit in diesem Monat leicht um 25 arbeitslose Menschen abgenommen. Die Arbeitslosenquote bleibt hiervon unbeeinflusst und liegt jetzt den dritten Monat in Folge bei 5,1 Prozent. Mit der konstanten und für das Herzogtum weiterhin recht niedrigen Quote sehe ich den Arbeitsmarkt weiterhin robust“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den Arbeitsmarktdaten für den Kreis Herzogtum Lauenburg und erklärt weiter: „Der Stellenbestand wie auch die Stellenmeldungen sind konstant auf einem weiterhin hohen Niveau. Mit sechs neuen Anzeigen aus den Lauenburgischen Unternehmen bleibt auch der Bereich der Kurzarbeit unauffällig.“

Appell zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember: Menschen mit Behinderung bei der Personalsuche einbeziehen

Aktuell sind im Kreis Herzogtum Lauenburg 364 Menschen mit einer Schwerbehinderung ohne Beschäftigung. „Ihre Zahl hat zum Vorjahr nur leicht abgenommen. Im Jahr 2021 waren durchschnittlich 369 schwerbehinderte Menschen auf Jobsuche. Deutlich niedriger war ihre Zahl vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Mit 332 im Jahresdurchschnitt waren es neun Prozent weniger. Unsere Erfahrung bleibt, dass Menschen mit Behinderung – einmal arbeitslos geworden – trotz des Arbeits- und Fachkräftebedarfes immer noch schwerer in den Arbeitsmarkt zurückfinden“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur und appelliert im Hinblick auf den anstehenden internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember: „Unternehmen verpassen hier Chancen bei der Personalplanung und -rekrutierung. Arbeitslose Menschen mit Behinderung sind häufig gut qualifiziert und besonders motiviert und sollten bei der Personalsuche einbezogen werden. Über die Hälfte der jobsuchenden Menschen mit einer Schwerbehinderung haben einen Ausbildungs- oder akademischen Abschluss. Auch angesichts der demografischen Entwicklung ist es wichtig, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben zu fördern und zu verbessern.“

Per Gesetz wären im Jahr 2020 (die aktuellsten Daten zur Beschäftigungspflicht stammen aus dem Jahr 2020) 331 Unternehmen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg mit mindestens 20 Arbeitsplätzen dazu verpflichtet gewesen, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. 143 der Lauenburger Unternehmen hatten 2020 ihre Beschäftigungspflicht soweit erfüllt, dass bei ihnen keine Ausgleichsabgabe fällig wurde. „188 und damit rund 56 Prozent waren ihrer Beschäftigungspflicht jedoch nicht vollständig nachgekommen und haben eine Ausgleichsabgabe gezahlt. Davon hatten 84 und damit fast jedes vierte beschäftigungspflichtige Unternehmen keinen schwerbehinderten Menschen beschäftigt“, berichtet Wieczorek. Zur Unterstützung der Unternehmen stünden der Agentur für Arbeit verschiedene individuelle Förderinstrumente zur Verfügung. Neben der Beratung können dies Zuschüsse zu Lohnkosten, Probebeschäftigungen oder Zuschüsse für die behindertengerechte Ausstattung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen sein.

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Im November sind dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg 239 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Damit liegt die Zahl der zu besetzenden sozialversicherungspflichtigen Stellen im Kreis bei 1.740. Das sind 16 oder 0,9 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum November 2021 sind dies 150 vakante Stellen mehr, ein Plus von 9,4 Prozent.

„Leichte Rückgänge im Stellenbestand finden sich bei den Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung, Baugewerbe sowie der Arbeitnehmerüberlassung. Hierbei handelt es sich aber um Schwankungen, die unterjährig immer wieder auftreten. In der Summe bleibt der Personalbedarf unverändert hoch“, so Wieczorek.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Im Kreis Herzogtum Lauenburg beträgt die Zahl der Unterbeschäftigten aktuell 7.007. Die Unterbeschäftigungsquote liegt unverändert zum Vormonat weiterhin bei 6,5 Prozent. Im November des Vorjahres lag sie bei 6,1 Prozent“, sagt Wieczorek.

Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.

Kurznachrichten aus der Region


Sprechstunden der Behindertenbeauftragten
Die nächsten Sprechstunden der Kreisbehindertenbeauftragten Kirsten Vidal finden an folgenden Terminen statt:
Donnerstag, 26. Januar, von 14 bis 15.30 Uhr im Rathaus in Wentorf bei Hamburg, Hauptstraße 16.
Montag, 6. Februar, von 12 bis 16 Uhr im Raum 176 des Kreishauses, Barlachstraße 2, in Ratzeburg. Dort ist sie auch unter der Nummer 04541 / 888-493 telefonisch erreichbar.


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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