Oliver Brandt informiert sich über alternative Form der Bestattung „Reeerdigung“ in Mölln

Oliver Brandt und Pablo Metz, Co-Gründer von Meine Erde (rechts) im Gespräch. Foto: hfr
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Mölln (LOZ). Bei einem Besuch auf dem Neuen Friedhof in Mölln ließ sich der Landtagsabgeordnete Oliver Brandt (Bündnis 90/Die Grünen) von Pablo Metz, Co-Gründer des Unternehmens „Meine Erde“ erläutern, wie eine „Reerdigung“ abläuft. Die Reerdigung ist eine alternative Bestattungsform, die seit 2022 in Schleswig-Holstein im Rahmen einer Erprobungsklausel zugelassen war. Vor wenigen Wochen hat der Landtag das Bestattungsgesetz geändert und die Erprobung um weitere zwei Jahre verlängert. Einer der zwei bislang einzigen Standorte – und der erste in Deutschland –, ist das Alvarium von „Meine Erde“ in Mölln.

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Pablo Metz erläuterte das Verfahren, bei dem der Körper eines verstorbenen Menschen in Erde umgewandelt, also reerdigt wird. Der Leichnam wird dazu in einem eigens dafür entwickelten Kokon auf Heu, Stroh, Schnittgut sowie Blumen eingeschlossen. Innerhalb von 40 Tagen verwandeln natürliche Mikroorganismen den Körper zu Humus. Abschließend erfolgt eine Erdbestattung auf dem Friedhof. Allerdings ist dies gegenwärtig nur in den drei Nordländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erlaubt.

Diese neue Form der Bestattung wird von der Universität Leipzig wissenschaftlich begleitet. Pablo Metz betonte in diesem Kontext die gewissenhaften Prüfungen der Behörden, um eine transparente und rechtlich vollkommen gesicherte Bestattung anzubieten. Am Standort in Mölln in der Kapelle des Neuen Friedhofs, die Meine Erde von der Nordkirche pachtet, befinden sich aktuell vier Kokons. Die Nachfrage sowohl von Interessenten aus Deutschland als auch aus Ländern wie Dänemark oder Schweden ist nach Angaben von Pablo Metz hoch.

Das Gespräch von Oliver Brandt und Pablo Metz berührte außerdem ethische und kulturelle Aspekte einer Bestattung. Vor hundert Jahren war es völlig normal, dass Menschen zu Hause gestorben sind und sich die Angehörigen auch dort verabschieden konnten, merkte Pablo Metz an. Doch inzwischen sind Sterben und Tod ein Randthema in unserer Gesellschaft geworden. Meine Erde möchte daher den Menschen mit der Reerdigung Mut beim Abschiednehmen machen.

Oliver Brandt freute sich, dass mit der Reerdigung die Bestattungskultur in Schleswig-Holstein um eine weitere Facette erweitert wird: „Die Gewohnheiten ändern sich, dass betrifft auch die Bestattung. Im Land hat die Politik den Weg frei gemacht für eine neue, andere Form der Bestattung und schnell die Voraussetzungen geschaffen, um hiermit Erfahrungen zu sammeln.“

Kurznachrichten Mölln


Bürgersprechstunde
Die nächste Bürgersprechstunde bietet die Bürgervorsteherin Katharina Hess am Donnerstag, 11. Juli, in der Zeit von 16.30 bis 17.30 Uhr im Baustellenbüro am Bauhof an. Anmeldungen zum Termin oder nach Vereinbarung, nimmt Anja Scharbau unter der Telefonnummer 04542 / 80 31 52 oder per E-Mail anja.scharbau@moelln.de entgegen.


Eingeschränkte Öffnungszeit des Luisenbades
Am Samstag, 29. Juni, findet im Luisenbad die 75. Jubiläumsfeier der DLRG statt. Das Luisenbad ist an diesem Tag nur bis 17 Uhr für den Badebetrieb zugänglich. Ab 17 Uhr ist das Gelände des Luisenbades nur für die Gäste der geschlossenen Gesellschaft der DLRG zugänglich. Die Stadt Mölln bittet hierfür um Verständnis.


Vollsperrung der Möllner Hauptstraße im Altstadtbereich
Für die Umgestaltung des „Zentralen Einkaufsbereiches / Grubenstraße“ im Zusammenhang mit der Städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Altstadt“ ist ab dem 16. Juni die Hauptstraße im Altstadtbereich zwischen Jähnenstraße und Wasserkrüger Weg am Bauhof für den gesamten Fahrzeugverkehr voraussichtlich bis Ende Juni 2024 komplett gesperrt. Anlieger können über die Seestraße und den Kurparkparkplatz in die Wallstraße gelangen.


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