Ratzeburger Ärzte setzen Zeichen für bundesweit bessere Arbeitsbedingungen

Ärzte des DRK-Krankenhauses Mölln-Ratzeburg setzten ein Zeichen der Solidarität mit ihren bundesweit streikenden Kollegen. Foto: Dr. Hellal Mohsen
Pin It

 

Ratzeburg (LOZ). Die Arbeitsbelastungen für Ärzte sind hoch und in Folge der Pandemie noch höher geworden. Der Marburger Bund, die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und verbeamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, hat für den 31. März zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Anlass sind bislang gescheiterte Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).

Während die zentrale Kundgebung des Bundesverbandes in Frankfurt am Main sowie ein bundesweiter Warnstreik geplant ist, setzen auch Ärzte des DRK-Krankenhauses Mölln-Ratzeburg ein Zeichen der Solidarität. „Der aktuelle gültige Tarifvertrag hat eine gewisse Arbeitserleichterung gebracht, welche jedoch noch nicht ausreichend ist. Und selbst diese Fortschritte sollen rückgängig gemacht werden. Uns ist es wichtig, dass es uns nicht um die Verhältnisse im DRK-Krankenhaus geht. Denn die politischen Rahmenbedingungen werden hier arbeitnehmergerecht umgesetzt und die Verwaltung versucht die Arbeitsbelastung gering zu halten. Trotzdem sind unsere Tarifregelungen weit entfernt von einem normalen Arbeitsleben. So ist es tariflich generell möglich lediglich viermal 24 Stunden pro Monat frei zu haben. Dies sind zu geringe Erholungsphasen für den hohen Anspruch dieses Jobs. Uns geht es daher heute darum, unsere Solidarität zu bekunden mit anderen Kollegen, die unter wesentlich schwierigeren Bedingungen arbeiten“, erklärt Ärztin Janine Dekarski den Hintergrund der Ratzeburger Protestaktion, die bewusst nicht zu Lasten der Patienten geht.

Verlässliche Ruhezeiten, weniger Belastung und 5,5 Prozent mehr Gehalt - das sind in aller Kürze die offiziellen Forderungen des Marburger Bundes in der Tarifrunde für Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA). „Man fühlt sich von den Arbeitgeberverbänden auf den Fuß getreten. Deren Forderungen sind ein Rückschritt von dem, was bereits erkämpft wurde“, so Janine Dekarski weiter. „Unverständlicherweise fordern die Arbeitgeberverbände bei noch bestehender erhöhter Arbeitsbelastung durch die Corona-Pandemie ein Rückschritt im Bereich der Arbeitsbedingungen“, ergänzt ihre Kollegin Dr. Frauke Grottke. Man brauche Arbeitsbedingungen, die auch eine planbare Freizeitgestaltung und Familienleben gewährleisten. „Wir fordern kein großes Geld, sondern normale Arbeitsbedingungen wie zwei verlässlich planbare freie Wochenenden pro Monat und Arbeitszeiterfassung“, beschreibt Dr. Frauke Grottke die bundesweiten Forderungen. In Ratzeburg würde zum Beispiel die Arbeitszeiterfassung „penibel“ eingehalten. „Aber das sollte deutschlandweit der Normalzustand sein. Und wir wollen hier in Ratzeburg erhalten, was wir haben. Daher uns ist es wichtig eine hohe Qualität für die Menschen in der Region liefern zu können“, so die beiden Medizinerinnen abschließend.

Auch Dr. Andreas Schmid, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg solidarisiert sich mit den grundsätzlichen Forderungen seiner Mitarbeiter nach bundesweit fairen Rahmenbedingungen: „Um die Situation der Assistenzärzte und die Patientenversorgung zukunftssicher zu gestalten, muss die Anzahl der Studienplätze in der Medizin von derzeit rund 11.000 auf mindestens 13.000 im Jahr erhöht und die Finanzierung der Assistenzarztstellen in den Kliniken außerhalb der Fallpauschalen in Analogie zum 2020 eingeführten Pflegepersonalbudget organisiert werden. Zudem werden 50 Prozent der ärztlichen Arbeitszeit durch Dokumentationsaufgaben missbraucht. Würden diese Aufgaben, wie vorrübergehend in der Pandemie geschehen, um 50 Prozent reduziert, würde der Arztanteil am Patientenbett alleine durch diese Maßnahme um 25 Prozent steigen.“

Kurznachrichten Ratzeburg


 

Mach mit! Lese-Regatta der der Stadtbücherei Ratzeburg
Alle Kinder ab der dritten Klasse sind wieder herzlich eingeladen bei der kostenfreien Sommerferienaktion der Ratzeburger Stadtbücherei mitzumachen. Und so funktioniert die Lese-Regatta: Buch ausleihen und lesen, einen Fragebogen dazu ausfüllen und so an der Verlosung an Buchgutscheinen teilnehmen. Nach den Ferien am Samstag, 20. August, um 10 Uhr, gibt es dann für alle Regattateilnehmer eine Abschlussparty mit Schnitzeljagd und Eis essen. Die Stadtbücherei ist geöffnet am Montag, Dienstag und Donnerstag von 9.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 9.30 bis 18 Uhr und Sonnabend am Vormittag.


Unterstützen Sie mit einer freiwilligen Spende den Journalismus vor Ort, der ohne Konzernvorgaben aus der Region für die Region berichtet. Mit der Spende helfen Sie uns, Sie weiterhin kostenlos mit Nachrichten zu versorgen. Der freiwillige Betrag ist ab einem Euro in ganzen Eurobeträgen frei wählbar. Eine Spendenquittung kann leider nicht ausgestellt werden. Für die Spende ist ein PayPal-Konto notwendig. Vielen Dank! Ihre LOZ-News

Betrag
 EUR
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.