Nachhaltige Landwirtschaft stärken – im Austausch mit der Bauerngemeinschaft Hamfelder Hof

Anika Pahlke, Janosch Raymann und Delara Burkhardt vor der Bauernmeierei in Mühlenrade. Foto: hfr
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(LOZ). Im Herbst 2020 hat die Bauerngemeinschaft „Hamfelder Hof“ ihren Milchpreis um 20-Cent pro Tüte erhöht. Auf den Milchtüten war damals zu lesen: „Es ist riskant. Wir wagen es trotzdem.“ Nun wollte die SPD-Landtagskandidatin Anika Pahlke gerne wissen, wie die Resonanz auf diese Aktion war und welche Zukunftspläne die Bauerngemeinschaft hat. Gemeinsam mit der SPD-Europaabgeordneten Delara Burkhardt besuchte sie die Bauernmeierei in Mühlenrade und kam mit dem Geschäftsführer Janosch Raymann über nachhaltige Landwirtschaft ins Gespräch.

Ihm war besonders wichtig, den Sozialdemokratinnen deutlich zu machen: „Wir sind bereit, den Weg im Sinne einer artgerechten Tierhaltung im Einklang mit vielfältigen und intakten Ökosystemen zu gehen. Oft hakt es aber an den politischen Rahmenbedingungen. Diese passen zum Teil nicht zu den Lebenswirklichkeiten auf den Höfen.“ Als Beispiel nannte Raymann, dass Pioniere häufig das Nachsehen hätten, wenn freiwillige Leistungen schon erbracht und damit vor Förderbeginn umgesetzt würden. Oder auch dann, wenn beispielsweise freiwillig ein Knick geschaffen wurde, was später bedeuten könne: „Es muss für den freiwillig und auf eigene Kosten erstellten Knick ein Ausgleich angelegt werden, sollte doch mal eine Durchfahrt notwendig sein.“

Delara Burkhardt, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten dazu: „Wir müssen Höfe, die freiwillig mehr tun als sie müssten, besser unterstützen. Landwirte wie Herr Raymann nehmen zeitlichen Aufwand und höhere Kosten in Kauf, weil sie überzeugt sind, das Richtige zu tun. Dabei profitieren wir alle von ihrer Arbeit. Die nächste Landesregierung muss die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Umwelt- und Naturschutz sowie soziale Standards sich wieder lohnen für die Landwirte. Auch auf europäischer Ebene müssen wir hierfür endlich die notwendigen Mehrheiten organisieren.“

Anika Pahlke ergänzt: „Wir entlasten die Umwelt, wenn wir mehr auf regionale und saisonale Lebensmittel setzen. Zudem fallen kürzere Transportwege und oft auch weniger Verpackungen und Müll an. Hierfür gilt es die politischen Weichen zu stellen. Wenn ich höre, dass Landwirte fast vier Jahre auf eine Genehmigung warten, um Ställe zu bauen, in denen eine kuhgebundene Kälberaufzucht möglich ist, sehe ich ganz dringend Handlungsbedarf. Der freiwillige Einsatz für unsere Umwelt und den Artenschutz braucht eine bessere Anerkennung.“

Und wie waren nun die Reaktionen auf den erhöhten Milchpreis? „Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten, auch von denjenigen, die dies beim Einkaufen richtig im Geldbeutel merken. Das Bewusstsein für Lebensmittelqualität und Regionalität ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen“, so Raymann, der mit Blick auf die Corona-Zahlen froh ist, seine Türen zum „Gläsernen Besuchergang“ wieder öffnen und Führungen anbieten zu können. Hier können alle Interessierten einen Blick darauf werfen, wie Milch in Sauerrahmbutter verarbeitet wird oder ihren Weg in die Tüte findet.

Kurznachrichten aus der Region


Weihnachtsmarkt bei der Tagespflege Berkenthin
Die Tagespflege Berkenthin der Vorwerker Diakonie veranstaltet am Freitag, 9. Dezember, von 14 bis 17 Uhr einen kleinen Weihnachtsmarkt. Auf dem gemütlichen Markt im festlich geschmückten Garten der Tagespflege gibt es für die Besucherinnen und Besucher Verkaufsstände, Punsch Gebäck und Unterhaltungsprogramm. Die Veranstaltung findet bei der Tagespflege, Kirchenstraße 4, 23919 Berkenthin statt.


Sprechstunden der Behindertenbeauftragten
Die nächsten Sprechstunden der Kreisbehindertenbeauftragten Kirsten Vidal finden an folgenden Terminen statt: Donnerstag, 24. November, von 14 bis 15.30 Uhr im Rathaus in Wentorf bei Hamburg, Hauptstraße 16.
Montag, 5. Dezember, von 12 bis 16 Uhr im Raum 176 des Kreishauses, Barlachstraße 2, in 23909 Ratzeburg. Dort ist sie auch unter der Nummer 04541 / 888-493 telefonisch erreichbar.


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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