Ein wichtiges Thema in gut leserlichem Gewandt – diese Kombination verspricht die Lesung von Claudia Schuhmacher in der Stadtbücherei. Geesthachts Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky und Büchereimitarbeiterin Kira Sindermann (links) freuen sich auf viele Interessierte an diesem Abend. Foto: hfr
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Geesthacht (LOZ). „Liebe ist gewaltig“ – so vielschichtig, wie der Titel des Buches, mit dem Autorin Claudia Schuhmacher am 25. November in der Geesthachter Stadtbücherei zu Gast sein wird, ist auch der Anlass der Lesung: Denn die Autorin kommt auf Einladung des Frauenbeirats und der Gleichstellungsbeauftragten nach Geesthacht, die am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ auf die Facetten von Gewalt in persönlichen Beziehungen aufmerksam machen wollen.

„Es ist schwere Kost, die aber gut leserlich geschrieben ist. Ich habe das spannende Buch ‚verschlungen‘ und finde es überaus empfehlenswert“, sagt Geesthachts Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky, die jedes Jahr innerhalb unterschiedlicher Kooperationen am Aktionstag auf die unterschiedlichen Ebenen aufmerksam macht, auf denen Gewalt gegen Frauen ausgeübt wird.

Zum Inhalt des Buches: Hauptfigur des Romans, der von Gewalt, von Zärtlichkeit und von der Macht der Befreiung erzählt, ist Juli. Sie wächst in einer Vorzeigefamilie auf: Die Eltern sind Rechtsanwälte, sie ist Klassenbeste. Doch in der Kleinstadtvilla herrscht das Grauen. Der Vater drillt die Kinder auf Leistung, prügelt sie und seine Frau. Juli wird älter, fordert ein Ende der Gewalt, deren Realität von der Mutter vehement abgestritten wird. Einzig ihre Geschwister und eine Maus geben Halt. Doch wie kann man sich befreien, wenn man weder den Eltern noch den eigenen Erinnerungen traut? Die Befreiung gerät zum Feldzug – gegen die Eltern und das eigene Ich. Die Lesenden folgen Juli in dem Roman über drei Jahrzehnte lang, wie sie mit aller Macht versucht, die Deutungshoheit über ihr Leben zu erlangen. „Ein eindringlicher Roman über Verletzungen und eine mögliche Heilung, voller Originalität und Wärme“, fasst die dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG zusammen, bei der der Debütroman von Claudia Schumacher erschienen ist. Claudia Schumacher, 1986 in Tübingen geboren, wuchs im Stuttgarter Speckgürtel auf, studierte in Berlin und lebte einige Jahre in Zürich. Bevor mit „Liebe ist gewaltig“ ihr erster Roman veröffentlicht wurde, arbeitete sie als Journalistin, unter anderem für die „NZZ am Sonntag“ und für „Die Zeit“.

Heute lebt sie als Schriftstellerin in Hamburg. Ihr Debütroman wurde für den aspekte-Literaturpreis sowie den Newcomer-Preis des Harbour Front Literaturfestivals nominiert. Im Rahmen der Hamburger Literaturpreise wurde „Liebe ist gewaltig“ als „Buch des Jahres“ 2022 ausgezeichnet und Claudia Schumacher mit dem Literaturstipendium 2023 des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

„Der 25. November ist ein wichtiger Tag, um auf die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für dieses drängende gesellschaftliche Problem zu schärfen. Durch Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel diese Lesung, möchten Frauenbeirat, Stadtbücherei und ich für das Thema sensibilisieren. Opfer können dadurch eine bessere Unterstützung erfahren, die so dringend benötigt wird“, betont Anja Nowatzky, warum ihr Veranstaltungen im Rahmen des Aktionstages so wichtig sind. Sie zitiert in diesem Zusammenhang zudem die Fernsehmoderatorin Marlene Lufen, die gesagt hat: „Das größte Problem bei der sexuellen Gewalt und bei häuslicher Gewalt ist die Scham, die die Opfer empfinden. Nicht die Täter, sondern die Opfer. Deshalb ist es so wichtig, dass wir darüber sprechen, dass wir keine Tabus haben. Wir müssen hinschauen – und helfen.“

Genau diese Scham, sagt Anja Nowatzky, erfahre sie auch in ihren Beratungen. Was vielen noch immer nicht bewusst ist: Neben körperlicher und sexueller Gewalt haben auch psychische und emotionale Gewalt gravierende Folgen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt Gewalt als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Viele Frauen, die Gewalt erleben, haben danach Schwierigkeiten, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Sie leiden unter Depressionen, vereinsamen, verarmen – emotional und materiell. Häufig hat die Gewalt generationenübergreifende Auswirkungen auf die ganze Familie. In Deutschland, das sich bei der Anzahl von gewalttätigen Übergriffen auf Frauen im europäischen Vergleich im Mittelfeld befindet, werden rund 35 Prozent der Frauen nach ihrem 15. Lebensjahr irgendwann Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt. Am 25. November machen die Vereinten Nationen mit dem "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" weltweit darauf aufmerksam, dass Gewalterfahrungen für viele Frauen zu ihrem Alltag gehören.

Hilfe finden Betroffene in Geesthacht unter anderem bei Anja Nowatzky, die an weitere Kontakte vermitteln kann. „Eine sehr gute Anlaufstelle für Betroffene ist die Frauenberatungsstelle in Schwarzenbek ‚Hilfe für Frauen in Not e.V.‘, Pröschstraße 1, 21493 Schwarzenbek, 04151 81306, welche rund um die Uhr erreichbar ist“, sagt Geesthachts Gleichstellungsbeauftragte.

Beginn der Lesung ist um 18.30 Uhr in den Räumen der Stadtbücherei an der Rathausstraße 58. Einlass ist bereits um 18 Uhr. Das Team der Buchhandlung Thalia wird einen Büchertisch aufbauen und Claudia Schumacher wird im Anschluss an die Lesung Bücher signieren. Zudem werden Getränke angeboten und kostenfrei Laugenbrezel an die Teilnehmenden verteilt.

Tickets gibt es ab dem 25. Oktober zum Preis von 2 Euro vor Ort in der Stadtbücherei (Rathausstraße 58, 04152 8469611 und  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.). Diese ist wie folgt geöffnet:

  • Montag 10 - 13.00 Uhr
  • Dienstag 10 - 13.00 Uhr und 14.00 - 18.00 Uhr
  • Mittwoch geschlossen
  • Donnerstag 10 - 13.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
  • Freitag 10 - 13.00 Uhr und 14.00 - 16.00 Uhr
  • Samstag 10 - 13.00 Uhr

Kurznachrichten Geesthacht

 


Verkehrsbehinderungen an der Norderstraße
Verkehrsteilnehmende müssen sich auf Behinderungen an der Geesthachter Norderstraße einstellen. Für Arbeiten an einem Stromanschluss werden in der Zeit vom 15. Dezember bis voraussichtlich 24. Dezember auf Höhe der Hausnummer 10 zeitweise Absperrungen im Bereich des Gehwegs und der Fahrbahn notwendig.


Sprechstunde der Geesthachter Behindertenbeauftragten
Heike Lehmann, Geesthachts Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, geht in die Weihnachtsferien. Vom 22. Dezember bis zum 2. Januar finden darum keine Sprechstunden statt. Die nächste Sprechstunde ist dann für Donnerstag, 8. Januar 2026, vorgesehen. Heike Lehmann bietet regelmäßig an jedem 1. Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr und an jedem letzten Dienstag im Monat von 11 bis 13 Uhr in den Räumen am Markt 5 bis 7 ihre offene Sprechstunde an. Menschen mit Handicap können sich in dieser Zeit mit Fragen und Anliegen bei ihr melden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Beratungsräume sind barrierefrei, die Beratung ist kostenfrei. Grundsätzlich ist Heike Lehmann telefonisch unter 0151-252 628 98 sowie per Email unter kontakt@geesthacht-beauftragter.de erreichbar.


Verkehrsbehinderungen in Geesthacht
Verkehrsteilnehmende müssen sich auf Behinderungen an der Berliner Straße in Geesthacht einstellen. Aufgrund von Pflege- und Fällarbeiten an mehreren Bäumen werden in der Zeit vom 15. bis zum 18. Dezember jeweils zwischen 9.30 Uhr und 15 Uhr im Rahmen von Tagesbaustellen temporär der Gehweg und die Fahrbahn gesperrt.


 Alkohol- und Drogenberatung
Die Alkohol- und Drogenberatung teilt mit, dass ab sofort die offenen Sprechstunden wieder stattfinden. Diese finden statt: dienstags von 16 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 11 Uhr, Markt 3 in Geesthacht und montags von 15 bis 17 Uhr, Mühlenweg 17 in Lauenburg. Zur Vermeidung von Wartezeiten wird um eine kurze telefonische Anmeldung unter 04152 / 791 48 gebeten.


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