Große Resonanz bei Speed-Datings

Jobcenter und Agentur für Arbeit arbeiten beim „Job-Turbo“ eng zusammen: Andreas Kirberger (links) aus dem Arbeitgeber-Service und Simon Ridder aus der Arbeitsvermittlung Foto: hfr
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(LOZ). Viele Unternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg suchen Arbeitskräfte, auf der anderen Seite stehen Geflüchtete dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Um beide Seiten zusammenzubringen, hat das Jobcenter Herzogtum Lauenburg mit der Agentur für Arbeit am Mittwoch im Rahmen der bundesweiten Aktion „Job-Turbo“ Speed-Datings in Geesthacht und Schwarzenbek veranstaltet. Eingeladen waren überwiegend Geflüchtete aus der Ukraine wie auch aus den acht weiteren Haupt-Asylherkunftsländern. Die Resonanz war groß, knapp 90 Prozent der Eingeladenen kamen und tauschten sich mit insgesamt sieben Unternehmen aus.

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Im Jobcenter Herzogtum Lauenburg sind 1.019 geflüchtete Menschen arbeitslos gemeldet, davon 410 aus der Ukraine und 609 aus acht anderen Ländern. Weitere 490 besuchen aktuell einen Sprach- oder Integrationskurs. Für sie suchen die Arbeitsvermittlerinnen und -vermittler im Jobcenter und im Arbeitgeber-Service im Rahmen des „Job-Turbos“ gemeinsam Arbeit und hatten zwei Speed-Datings organisiert. Unterstützt wurden sie von Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern, die bei Verständigungsschwierigkeiten geholfen haben.

In Geesthacht waren es drei Unternehmen aus dem Bereich Arbeitnehmerüberlassung, die Mitarbeitende für die verschiedensten Bereiche suchen. Jennifer Kobs und Anne Dietrich-Frisch von der Unique Personalservice GmbH aus Geesthacht führten über den Tag knapp 80 Gespräche, um Stellen im Lager oder in der Produktion, in der Zerspanung oder Maschinenbedienung zu besetzen. „Mit 20 Bewerberinnen und Bewerbern haben wir für die nächsten Tage Folgetermine vereinbart“, so Kobs. Bei anderen waren die Sprachkenntnisse aktuell nicht ausreichend, auch weil sie sich zum Teil noch in Sprachkursen befanden. Sie behalten Kobs und Dietrich-Frisch jedoch im Fokus, um zum Ende der Kurse erneut Kontakt aufzunehmen. „Wir haben interessante Kandidatinnen und Kandidaten kennengelernt, wie zum Beispiel Lehrerinnen, die eine Anerkennung als Erzieherin erhalten haben oder aus dem IT-Bereich. Sobald sie eine Anerkennung ihrer Qualifikation haben, werden wir unsere Spezialisten in Hamburg für diesen Bereich einschalten.“

Vier Unternehmen waren bei dem Speed-Dating im Jobcenter in Schwarzenbek vor Ort. Die Firma Carl Wilhelm Clasen GmbH aus Elmenhorst sucht Mitarbeitende für den Verpackungsbereich, im Lager oder als Maschinenführer, die Deutsche Bahn für den Service im gastronomischen Bereich, CEBONA Mithelfende in der Küche und für den Reinigungsbereich sowie die Senioren-Residenz Alloheim Hilfs- und Fachkräfte in der Pflege.

Bereits nach den ersten beiden Gruppen, die Angelina Münch im Gespräch hatte, konnte die Personalverantwortliche der Firma Carl Wilhelm Clasen ein positives Zwischenfazit ziehen. Das Unternehmen vertreibt und produziert Nüsse, Trockenfrüchte, Saaten und Hülsenfrüchte. „Mit der Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber habe ich konkret Praktika vereinbaren können. Viele haben auch gleich Bewerbungsunterlagen mitgebracht“, so Münch. Sie nahm die Menschen als sehr freundlich wahr, jedoch mit etwas Hemmungen. „Viele fühlen sich noch unsicher in der Sprache. Für uns ist das aber kein Problem. Wir sind ein multikulturelles Unternehmen mit 90 Beschäftigten, davon die Hälfte mit einem Migrationshintergrund und mindestens zehn Nationalitäten.“ Andreas Kirberger und Katrin Grosse aus dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter bleiben mit allen Unternehmen im engen Austausch, um nachzuhalten, wann und wo Arbeitsverträge abgeschlossen werden.

Nach den aktuellsten Beschäftigungsdaten auf Ebene der Kreise mit Stand 30. September 2023 waren 174 Menschen aus der Ukraine im Kreis Herzogtum sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ein Plus von 33 oder 23 Prozent zum September 2022 bzw. plus 120 oder 222 Prozent zum Februar 2022. Weitere 83 übten zu diesem Zeitpunkt eine geringfügige Beschäftigung aus. Aus den acht Asylherkunftsländern* haben im September 2023 835 Menschen sozialversicherungspflichtig gearbeitet, in Plus von 36 oder 4,5 Prozent zum Vorjahr. Einer geringfügigen Beschäftigung gingen weitere 166 nach.

 

*Die Asylherkunftsländer (TOP 8) umfassen die nichteuropäischen Länder, aus denen in den Jahren 2012 bis Anfang 2015 die meisten Asylerstanträge kamen. Dazu gehören Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

Kurznachrichten aus der Region


Sprechstunden der Behindertenbeauftragten
Die nächsten Sprechstunden der Kreisbehindertenbeauftragten Kirsten Vidal finden an folgenden Terminen statt:
Donnerstag, 25. Juli, von 14 bis 15.30 Uhr im Rathaus in Wentorf bei Hamburg, Hauptstraße 16.
Montag, 5. August, von 12 bis 16 Uhr im Raum 176 des Kreishauses, Barlachstraße 2, in Ratzeburg. Dort ist sie auch unter der Nummer 04541 / 888-493 telefonisch erreichbar.


Zusatzkosten für den Rollstuhltransport entfallen
In regelmäßigen Abständen wird die Kreisverordnung über Beförderungsentgelte für den Gelegenheitsverkehr mit Taxen im Kreis Herzogtum Lauenburg aktualisiert und die Beförderungsentgelte angepasst. Mit der ab 1. Juli gültigen, neuen Kreisverordnung werden nun nicht nur die Entgelte aktualisiert, sondern auch die Zusatzkosten für die Rollstuhlmitnahme gestrichen, welche bisher noch nach Aufwand berechnet werden können. Eine veraltete Regelung, die mit dem Gleichbehandlungsgedanken nicht mehr vereinbar ist und daher künftig entfällt.


Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf
Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 14 bis 16 Uhr, individuell, kostenfrei und unabhängig Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Lars Koßyk vom Pflegestützpunkt Im Kreis Herzogtum Lauenburg nimmt sich Zeit für vertrauliche Gespräche, berät zu den bestehenden Angeboten und unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch erreichbar unter 04152 / 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de


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